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Adidas-Aktie: Warum sich in China ein Desaster abzeichnet!

Inhaltsverzeichnis

Jahrelang war China der wohl verlässlichste Wachstumsmarkt des deutschen Sportartikelherstellers Adidas. Der Grund: Der allgemeine Wohlstand nimmt im Reich der Mitte kontinuierlich zu, was den Bedarf nach schicken Klamotten in die Höhe treibt.

Doch der einstige Wachstumsgarant entwickelt sich für den Moderiesen aus Herzogenaurach zunehmend zu einem Desaster. Schauen Sie: Im dritten Quartal 2021 krachten die China-Erlöse von Adidas um 15 Prozent ein. Das hat erhebliche Negativauswirkungen auf den Gesamtkonzern. Umso mehr sollten Sie als Anleger auf diese Entwicklung achten.

Peking will ausländische Modekonzerne ausbooten

Denn: Das sich daran alsbald etwas ändern wird, ist eher unwahrscheinlich. Der Geschäftseinbruch in China basiert nämlich zum großen Teil auf der Politik der Pekinger Zentralregierung. Die Kommunistische Partei forciert aktuell auch im Modebereich eine protektionistische Strategie.

Das heißt: Peking gefällt es gar nicht, dass sich die Bürger mit westlicher Kleidung auf den Straßen zeigen. Zudem missfällt der Regierung die unaufhörliche Kritik wegen der Situation in Xinjiang. Dort wird verifizierten Medienberichten zufolge die muslimische Minderheit (Uiguren) in Lagern festgehalten, unter strenger Rigide umerzogen und zu Sklavenarbeit gezwungen.

Boykottaufruf gegen Adidas und Co.

Gleichzeitig ist  die Region Xinjiang ein wichtiger Baumwollproduzent. Diesen Umstand hatten westliche Modekonzerne kritisiert und angekündigt, keine Baumwolle aus der Region mehr zu beziehen. Das sorgte bei der Kommunistischen Partei freilich für Unmut.

In konzertierten Aktionen riefen staatsnahe chinesische Medien in der Folge zum Boykott ausländischer Modemarken auf. Das ein Grund, warum das China-Geschäft von Adidas derzeit so in der Bredouille ist.

Anta – der neue Stern am chinesischen Modehimmel?

Nun bekommen die Deutschen in der Volksrepublik weiteren Gegenwind – ebenfalls angefeuert durch die Staatsmedien. In den letzten Tagen und Wochen starteten diese in den sozialen Netzwerken Chinas eine umfangreiche Werbekampagne. Im Mittelpunkt: die heimische Sportmarke Anta.

Das Unternehmen ist offizieller Partner der Olympischen Winterspiele in Peking und hat die chinesischen Athleten mit Sportbekleidung und Ausrüstung ausgestattet. Sogar der Partei- und Staatsführer Xi Jinping hatte zuletzt bei mehreren Gelegenheiten demonstrativ eine Sportjacke der Modemarke getragen.

Chinas Konsumenten offenbar auf Linie

Viele Bürger lassen sich davon offenbar beeindrucken. Im Gespräch mit der „ARD“ äußerte sich kürzlich der in China tätige Unternehmensberater James Gao zu dem Sinneswandel der Chinesen. Demnach gibt es einen deutlichen Trend, dass chinesische Konsumenten immer mehr auf heimische Marken setzen.

Spätestens seit der westlichen Kritik an der Baumwollproduktion in Xinjiang drängten immer mehr chinesische Marken auf die Marktanteile, die zuvor von ausländischen Konzernen wie Adidas gehalten wurden, so der Branchenexperte. Anta jedenfalls will weiterhin auf Baumwolle aus Xinjiang setzen.

Mein Fazit für Sie

Adidas, aber auch andere westliche Modekonzerne wie etwa Nike oder H&M müssen sich in den nächsten Monaten und Jahren auf weitere Einschnitte in China gefasst machen. Die Zentralregierung in Peking als Feind zu haben, dürfte den Unternehmen jedenfalls nicht gut bekommen. Auf der anderen Seite müssen die Konzerne auf ihr Image achten – ein Kniefall gegenüber Peking wäre da wohl weniger förderlich.

Die brisante Lage in China dürfte die Wachstumsstory der Adidas-Aktie in Mitleidenschaft ziehen. Der deutsche Konzern muss jetzt umso mehr auf  Stabilität in anderen Märkten setzen – etwa in Nordamerika oder Europa.

Übrigens: Am 09. März will Adidas seine Bilanzzahlen zum vierten Quartal 2021 und zum Gesamtjahr 2021 vorstellen. Achten Sie dabei unbedingt auf die Zahlen zum China-Geschäft, aber auch ob möglich Einbrüche durch die anderen Märkte kompensiert werden konnten.