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Aktien: Der Hostessen-Indikator steht auf „Grün“

Jahr für Jahr trifft sich die deutsche Börsen-Szene auf der größten Anlegermesse INVEST in Stuttgart. Wer jetzt aber davon ausgeht, dass hier hunderte Aussteller vielen Tausend Besuchern das Einmaleins der Aktienanlage erklären, den muss ich enttäuschen.

Der Veranstalter muss in einer einzig verbliebenen Messehalle immer mehr zaubern, um großes Interesse vorzutäuschen. Da bleiben die Außengänge einfach unbesetzt. Die vielen Lücken werden dann mit örtlichen Behörden gefüllt. Sogar die Polizei war mit an Bord.

Die Anleger, die gekommen sind, wurden allerdings nicht enttäuscht. Das Veranstaltungsprogramm auf den verschiedenen Vortragsbühnen war qualitativ so hochwertig wie nie zuvor.

Die Profis bemühen sich mehr denn je, die kleine Diaspora der „Aktienwilligen“ bei der Stange zu halten. Euphorie, die bekanntlich als gefährlicher Kontraindikator gilt, sieht definitiv anders aus.

Auch der von mir vielbeachtete „Hostessen-Indikator“ liefert „grünes Licht“ für DAX & Co.

Dieser besagt, dass Aussteller besonders viele attraktive und sehr sexy gekleidete Damen auf Kundenfang schicken, wenn die Stimmungslage einen gefährlichen Höhepunkt erreicht hat.

Bei meinem obligatorischen Sichtungsrundgang habe ich in diesem Jahr eher das Gefühl gehabt, dass das Gros der Aussteller nur noch mit eigenen Mitarbeitern am Start war. „Sex sells“ war komplett außen vor.

Die Stimmungslage ist von sehr viel Skepsis geprägt

Meine persönlichen Gespräche mit Branchenkollegen aber auch Besuchern der Messe passen da ebenfalls ins Bild. Die Skepsis ist immens hoch. „Wann kommt die Korrektur? Wie gefährlich ist Donald Trump?

Wie geht es mit dem islamistischen Terrorismus weiter? Wie lange gibt es noch Bargeld? In welches Land kann man auswandern?“ Im Grunde genommen drehten sich die meisten Gespräche nur um Negativ-Szenarien.

Aktienhandel

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Jetzt bin ich noch kein Börsen-Methusalem, doch wenn ich auf meine inzwischen schon durchaus beachtliche Zeit, die ich mich mit Aktien etc. beschäftige, zurückblicke, kommt mir keine einzige heftigere und länger andauernde Korrekturphase in den Sinn, die aus so einer Gemengelage heraus gestartet ist.

Von daher kann es durchaus sein, dass die vielen Investoren, welche die jüngste Rally an den Märkten verpasst haben, noch lange warten müssen, bis sich die erhofften Schnäppchen-Chancen einstellen.

Was machen wir jetzt daraus? Wir sollten das große Ganze betrachten. Im Grunde genommen bleiben die Rahmenbedingungen für Aktien exzellent.

Die Weltwirtschaft wächst solide, die Zinsen bleiben trotz moderater Anpassungen noch lange Zeit im Keller und damit echte Alternativen Mangelware.

Ok, Edelmetalle könnten auch wieder ein Thema werden, denn darum ging es in diesem Jahr auf der INVEST kaum noch. Darüber sollten Sie nachdenken.

 

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Über den Autor
170407 Invest Jürgen Schmitt 72 08
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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