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Daimler Truck-Aktie im Check: Zurück auf die Überholspur?

Inhaltsverzeichnis

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren und Sie als Anleger sind mittendrin. Was man bis jetzt sagen kann: Viele große deutsche Börsenkonzerne haben sich im ersten Quartal 2023  hervorragend geschlagen – und das trotz der hohen Inflation und der allgegenwärtigen Konjunktursorgen.

Den großen Playern kommt zugute, dass sie über eine gewaltige Marktmacht verfügen und deshalb die Preise in diesen inflationären Zeiten wesentlich einfacher erhöhen können als etwa kleine oder mittlere Unternehmen.

Q1 2023: Bei Daimler Truck sprudeln immer noch die Gewinne

Ein Beispiel ist der LKW-Gigant Daimler Truck. Vor wenigen Tagen hat die Mercedes-Abspaltung ihre endgültigen Zahlen zum Auftaktquartal vorgelegt und eine beachtliche Krisenresistenz offenbart.

Aber schauen Sie selbst: Der Nutzfahrzeughersteller aus Stuttgart hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres seinen Gewinn fast verdreifacht. So schoss das Konzernergebnis von 275 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 795 Millionen nach oben.

Gleichzeitig meldete Daimler Truck einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Der Absatz legte um 14,5 Prozent auf 125.172 verkaufte Einheiten zu. Da der Profit prozentual stärker wuchs als die Erlöse, stieg auch die Gewinnmarge (Umsatzrendite) – um satte 2,9 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent.

Wermutstropfen beim Auftragseingang?

Die Profitabilität ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Ausschlaggebend ist auch der Auftragseingang. Denn dieser lässt Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu und ist somit wichtig für die Börse. Und eben dieser Faktor ist ein Wehrmutstropfen in der Quartalsbilanz, zumindest auf den ersten Blick.

Demnach sank der Auftragseingang von Daimler Truck in Q1 2023 um 11 Prozent auf 122.935 Fahrzeuge. Allerdings sollten Sie hier beachten, dass der Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum sehr stark war und die nun gemeldete Zahl immer noch eine beachtliche Hausnummer ist, insofern man sich die allgemeinen Konjunkturprobleme ins Gedächtnis ruft.

Finanzvorstand Jochen Goetz musste zwar einen Rückgang der Aufträge in Europa und Nordamerika im ersten Quartal einräumen. Dennoch sei die Auftragslage immer noch hervorragend. Im Prinzip sei Daimler Truck für das Gesamtjahr 2023 ausverkauft, so der CFO. Die weiterhin hohe Nachfrage nach LKWs, Bussen und Dienstleistungen sei eine gute Grundlage, um den positiven Schwung für die nächsten Quartale aufrechtzuerhalten.

Daimler Truck bleibt 2023 auf Kurs

Die Finanzprognose für 2023 ließ Goetz indes unverändert. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz zwischen 55 und 57 Milliarden Euro (2022: knapp 51 Mrd.). Und das Betriebsergebnis EBIT soll „deutlich“ über dem Wert des Vorjahres liegen (3,5 Mrd. €).

Laut Finanzchef Goetz könnte Daimler Truck seine Ergebnisprognose in den nächsten Monaten gar nach oben schrauben, sollten die Lieferketten stabil bleiben. Hier sei man sich aber bis dato noch unsicher.

Langfristig höhere Margen angepeilt

Auf langfristige Sicht hingegen will das Management in Sachen Profitabilität durchaus einen Zahn zulegen. Im optimistischen Szenario will Daimler Truck etwa bei der Sternmarke (Mercedes-Benz) bis 2025 auf eine Umsatzrendite von 10 Prozent kommen. Das wären 1,9 Prozentpunkte mehr als 2022.

Bei „Trucks North America“ trauen sich die Stuttgarter bis zur Hälfte des Jahrzehnts gar eine Marge von 12 Prozent zu (2022: 10,8 %). Zu den in Nordamerika vertriebenen LKW-Marken gehören unter anderem Freightliner und Western Star.

Noch größere Steigerungen erwartet der Konzern indes in den Bereichen „Trucks Asia“ und „Daimler Buses“, deren Umsatzrenditen bis 2025 jeweils um 6,4 bzw. 7,1 Prozentpunkte zulegen sollen.

Die höchste Profitabilität sehen die Stuttgarter übrigens im Bereich „Financial Services“, dessen Umsatzrendite zur Jahrzehntmitte bei 14 Prozent liegen soll (+4,1 PP). Daimler Truck bietet über die Sparte unter anderem Leasing-, Finanzierungs- und Versicherungsprodukte für Flottenbetreiber.

Und was macht die Aktie?

Daimler Truck hatte bereits Ende April einige Eckdaten zum ersten Quartal 2023 veröffentlicht. Die Aktie konnte davon aber nicht wirklich profitieren. Und auch am Dienstag nach Veröffentlichung der endgültigen Zahlen gab der Titel zunächst nach, wie Sie im Chart sehen können (Stand: 09.05.2023, 12:30 Uhr).

Quelle: www.aktienscreener.com

Möglicherweise hatte der Markt darauf gehofft, dass Daimler Truck seine Gewinnprognose am Dienstag nach oben schraubt. Dass das nicht passiert ist, muss aber noch kein Grund zur Verzweiflung sein. Vielmehr scheint Daimler Truck die Unsicherheitsfaktoren bezüglich der Konjunktur sowie Lieferketten zu berücksichtigen und will jetzt nicht voreilig auf den Putz hauen.

Das sagen die Analysten

Ohnehin verbinden die meisten Analysten mit der LKW-Aktie Renditepotenzial.

Himanshu Agarwal vom US-Analysehaus Jefferies etwa beließ sein Kursziel nach den endgültigen Zahlen bei 40 Euro – mit der Empfehlung „Buy“. Zum Vergleich: Am Dienstagmittag notierte der Titel bei rund 28 Euro (Stand: 09.05.2023, 12:30 Uhr).

Noch mehr Renditen erwartet indes Jose Asumendi von der US-Großbank JPMorgan. Der Experte beließ sein Kursziel bei 48 Euro. Asumendi rechnet für die nächsten Quartale mit einer anziehenden Gewinndynamik bei Daimler Truck.

Mein Fazit für Sie

Daimler Truck ist mit einem für 2023 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7,6 Zählern und einer entsprechenden Dividendenrendite von 5 Prozent nicht gerade hoch bewertet (via Marketscreener). Das könnte für Kurssteigerungen im laufenden Jahr sprechen, vor allem wenn der Konzern seine Gewinnprognose doch noch erhöhen sollte.

Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld auf kurzfristige Sicht durchaus Risikofaktoren beinhaltet, ist die langfristige Investment-Story des deutschen LKW-Konzerns meiner Meinung nach intakt.

Schauen Sie: Wie andere Konzerne muss auch Daimler Truck die CO2-Emissionen seiner LKWs deutlich senken und fährt hierfür zweigleisig.  So setzt das Unternehmen sowohl auf batteriegetriebene Trucks als auch auf Brennstoffzellen-LKWs. Die Brennstoffzellen gelten gerade im Schwerlastverkehr als ökonomisch sinnvolle Alternative zum reinen Batterieantrieb, auch weil letzterer extrem viel Gewicht erfordert, was die Nutzlast und die Reichweite der Trucks einschränkt.

Dass Daimler Truck hier beide Technologien forciert, sichert die Zukunftsperspektive des Konzerns meiner Meinung nach sehr gut ab.