Crescent Energy will Mitbewerber SilverBow übernehmen

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Der US-amerikanische Energiesektor befindet sich schon seit längerem in einer Konsolidierungsphase. So hat der Energieriese Chevron im Oktober 2023 53 Mrd. US-Dollar (USD) für die Übernahme des kleineren Rivalen Hess geboten. Kurz vorher hatte der US-Ölkonzern Exxon die Übernahme von Pioneer Natural Resources für 60 Mrd. USD angekündigt.

Am vergangenen Donnerstag wurde nun ein weiterer Mega-Deal im US-Energiesektor bekannt gegeben. Der Ölförderer Crescent Energy will den kleineren Mitbewerber SilverBow Resources schlucken. Beide Unternehmen haben eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, die den Deal mit 2,1 Mrd. USD (etwa 1,93 Mrd. Euro) bewertet.

Bevor ich weitere Details aus der Übernahmevereinbarung erläutere, möchte ich Ihnen die in Deutschland eher unbekannten US-Energiekonzerne kurz vorstellen.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Die in Houston, Texas, ansässige Crescent Energy Company erwirbt, erschließt und fördert Erdöl- und Erdgasfelder in den Vereinigten Staaten. Das Portfolio des 2002 gegründeten Unternehmens umfasst Vorkommen im texanischen Eagle-Ford-Becken und den in Utah gelegenen Uinta-Becken.

Die etwa 800 Crescent-Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 2,38 Mrd. USD erwirtschaftet. Der operative Gewinn (EBIT) lag in 2023 bei 491 Mio. USD.

Die ebenfalls in Houston ansässige SilverBow Resources, Inc. ist ein unabhängiges Öl- und Gasunternehmen, das Erdöl- und Erdgasvorkommen im Eagle-Ford-Becken und Austin Chalk in Südtexas bewirtschaftet. Das 1979 gegründete Unternehmen firmierte bis 2017 als Swift Energy Company.

Die gut 130 Mitarbeiter der SilverBow Inc. haben im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresumsatz von 652 Mio. USD erzielt. Das EBIT belief sich in 2023 auf 461 Mio. USD.

Weitere Details aus der Übernahmevereinbarung

Crescent bietet den SilverBow-Aktionären sowohl einen Aktientausch als auch eine Barzahlung an. So können die SilverBow-Aktionäre 3,125 Crescent-Stammaktien der Klasse A für jede ihrer SilverBow-Stammaktien erhalten.

Alternativ bietet Crescent 38 USD für jede SilverBow-Aktie in bar an. Die Barzahlung ist allerdings auf einen Gesamtbetrag von 400 Mio. USD beschränkt. Wird dieses Limit erreicht, erhalten die Aktionäre, die sich nur für Bargeld entscheiden, eine Mischung aus Bargeld und Aktien.

Das Angebot beinhaltet eine Übernahmeprämie von gut 17%. Für Aktionäre, die vor dem 16.05.2024 SilverBow-Anteile in ihrem Portfolio hatten, ist das Übernahmeangebot somit durchaus interessant.

Nach Abschluss der Transaktion werden Crescent-Aktionäre zwischen 69% und 79% und SilverBow-Aktionäre zwischen 21% und 31% des kombinierten Unternehmens besitzen. Durch den Deal wird der zweitgrößte Ölförderer im texanischen Eagle-Ford-Becken entstehen.

So reagierte die Börse

An der New Yorker Börse fiel die Reaktion auf das Übernahmeangebot sehr unterschiedlich aus. Der Kurs der SilverBow-Papiere legte am 16.05.2024, dem Tag der Bekanntgabe des Angebots, stolze 13,2% zu und ging mit 36,62 USD aus dem Handel.

Am Freitag stieg der Kurs der SilverBow-Aktie weiter auf 37,48 USD und lag damit nur noch knapp unter dem Barangebot von 38 USD. Es deutet also vieles darauf hin, dass die Anleger von einer problemlosen Abwicklung des Angebots ausgehen.

Der Kurs der Crescent-Aktie verlor am 16.05.2024 jedoch deutlich an Boden. Er sank an diesem Tag um 5% auf 11,64 USD, konnte sich am Folgetag aber wieder erholen und ging mit 12,02 USD ins Pfingstwochenende.

So kann es weitergehen

Sowohl die Aktionäre von Crescent als auch von SilverBow müssen dem Deal noch zustimmen. Darüber hinaus müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden die Transaktion genehmigen. Die Übernahme soll laut Angaben der Unternehmen bis zum Ende des 3. Quartals 2024 abgeschlossen werden.