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Aktien: Credit Suisse Aktie: Bester Jahresauftakt seit 2015

Wenn die blanken Zahlen auf den Tisch gelegt werden, zeigt sich der substanzielle Unterschied zwischen europäischen und US-amerikanischen Großbanken.

Während Morgan Stanley, JP Morgan oder Goldman Sachs zuletzt wieder mit Rekordbilanzen glänzen konnten, tun sich europäische Institute deutlich schwerer. Noch immer haben sie zu kämpfen mit den Spätfolgen des großen Crashs, der die Bankenwelt vor rund 10 Jahren erschüttert hat.

Credit Suisse positioniert sich neu

Auf die Krise reagierten die Geldhäuser jeweils unterschiedlich. Die Schweizer Großbank Credit Suisse beispielsweise hat sich eine größere Umstrukturierung verordnet, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken sollte und 2018 in die Schlussphase geht.

Dabei sollte unter anderem das risikoanfällige Investmentbanking eingedampft werden zugunsten einer stärkeren Fokussierung auf die stabilere Vermögensverwaltung, in der sich die Schweizer nun besser positioniert haben. Zudem wurde das eigene Finanzpolster durch mehrere Kapitalerhöhungen verstärkt.

Starkes Auftaktquartal

Die Bemühungen zahlen sich aus, wie die starke Bilanz für das erste Quartal belegt. Der Credit Suisse gelang im Zeitraum von Januar bis Ende März der beste Jahresauftakt seit 2015. Der Gewinn konnte – nicht zuletzt auch dank geringeren Kosten – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent gesteigert werden auf 694 Millionen Schweizer Franken und lag damit über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt 649 Millionen Franken vorhergesagt hatten.

Im Detail finden sich die Auswirkungen der Neuausrichtung wieder. So hat die Vermögensverwaltung den größten Teil des Gewinns beigesteuert und verzeichnete mit 14,4 Milliarden Franken den höchsten Mittelzufluss seit 7 Jahren. Insgesamt verwaltete die Credit Suisse Vermögen in einem Volumen von 776 Milliarden Franken und damit so viel wie nie zuvor. Zugleich entwickelten sich die Ergebnisse in der Investmentsparte rückläufig.

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich die Bank vorsichtig optimistisch und sieht sich gut aufgestellt, wenngleich das Auftaktquartal üblicherweise das stärkste im Bankensektor ist. Insbesondere der Direktvergleich zur Konkurrentin, der Schweizer Großbank UBS, fiel für die Credit Suisse positiv aus: Zwar konnte auch die UBS ihren Gewinn im ersten Quartal um rund 20 Prozent steigern auf 1,5 Milliarden Franken, die Schwäche einzelner Sparten sowie ein verhaltener Jahresausblick kamen jedoch an der Börse gar nicht gut an.

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Credit Suisse Aktie: Analysten optimistisch

Die UBS Aktie befindet sich seit Ende Januar in einer Abwärtsbewegung und notierte zuletzt auf Jahressicht um mehr als 10 Prozent im Minus bei rund 14 Euro oder 17 US-Dollar. Die Aktie der Credit Suisse hingegen liegt auf Jahressicht fast 10 Prozent im Plus bei etwa 14 Euro oder 17 Schweizer Franken.

Die Freude über die starke Quartalsbilanz währte allerdings auch bei den Anlegern der Credit Suisse nicht lang: Nachdem sich die Aktie kurzzeitig aufgebäumt hatte, ging es unmittelbar danach auch schon wieder abwärts.

Analysten raten dennoch mehrheitlich zum Kauf beider Papiere, wenngleich das Stimmungsbild mit Blick auf die Credit Suisse Aktie positiver ausfällt als für die UBS. Auch gegenseitig sprechen beide Institute einander Kaufempfehlungen aus: So haben UBS-Analysten für die Credit Suisse Aktie ein Kursziel von 18,80 Franken angesetzt, während Experten der Credit Suisse der UBS Aktie einen Anstieg auf 22 Franken zutrauen.

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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