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Comeback: Warum dieser US-Autobauer wieder nach Europa will!

Inhaltsverzeichnis

General Motors (GM) ist der viertgrößte Autokonzern der Welt. In Europa spielen die US-Amerikaner allerdings kaum noch eine Rolle. Seit GM im Jahr 2017 die deutsche Marke Opel an den französischen Konkurrenten PSA (heute: Stellantis) verkauft hat, ist der Konzern aus Detroit in Europa zu einem Leichtgewicht mutiert.

Derzeit hat der größte Autobauer der USA auf dem alten Kontinent gerade einmal zwei Modelle im Angebot: den Mittelklasse-SUV „XT4“ und den „Chevrolet Corvette Stingray“. Und beide Modelle gelten nicht gerade als absatzstark.

Elektromobilität: GM plant offenbar Europa-Comeback 

Doch nun scheint GM einen Strategiewechsel zu forcieren. In den letzten Monaten haben die Detroiter immer wieder auf die Chancen in Europa hingewiesen. Im Mittelpunkt steht natürlich die Elektromobilität. Der für Europa zuständige GM-Manager Mahmoud Samara sagte kürzlich zu Journalisten, dass Europa beim Thema E-Mobilität derzeit der wichtigste Markt mit der größten Dynamik sei.

Laut Statista wurden in der EU zwischen Januar und Ende Juni 2022 rund 458.000 Elektroautos abgesetzt. Das entspricht einem Plus von 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Stärkster Einzelmarkt war demnach Deutschland mit 167.500 verkauften E-Autos.

Nach Medienberichten hatte GM bereits im letzten Jahr eine neue Niederlassung in Europa gegründet. Und auch Konzernchefin Mary Barra betonte unlängst die Wachstumschancen, die Europa jetzt biete. Man wolle auf dem alten Kontinent als reiner Elektroautohersteller auftreten, so Barra im Mai.

Was haben die Amerikaner vor?

Allzu viel Konkretes ist über die Rückkehr der US-Amerikaner nach Europa indes nicht bekannt. Und so brodelt natürlich die Gerüchteküche. GM könnte etwa den „Lyriq“ der Marke „Cadillac“ in Europa einführen. In den USA startet derzeit der Verkauf des luxuriösen Elektroautos. Mit 340 PS schafft es der „Lyriq“ in fünf Sekunden von 0 auf 100 und verfügt über eine Reichweite von mindestens 500 Kilometern.

Der Clou: Zumindest in den USA ist der E-Cadillac deutlich günstiger zu haben als europäische Konkurrenzmodelle etwa von Audi („e-tron“), BMW („iX“) oder Mercedes („EQS“). Schafft es GM, diesen Preisvorteil nach Europa zu bringen, könnte der Konzern den hiesigen Platzhirschen durchaus Marktanteile streitig machen.

Doch das ist längst nicht alles. GM will in den nächsten Jahren 27 Milliarden Dollar investieren, um den Konzern fit für die Zukunft zu machen. 2035 will man sich komplett vom Verbrenner verabschieden. Und bereits bis 2025 sollen 30 neue E-Automodelle verfügbar sein.

Dabei sollen nicht nur Premium-Autos wie der „Lyriq“ im Mittelpunkt stehen. GM plant mit seinen Marken auch kompakte Elektro-SUVs bis hin zu elektrifizierten Kleinwagen und Lieferfahrzeugen. Experten sehen darin einen guten Mix, um in Europa durchzustarten.

Mein Fazit für Sie

Nach dem (fast vollständigen) Rückzug aus Europa im Jahr 2017 ist GM nun offenbar wieder auf den Geschmack gekommen. Die Wachstumschancen rund um die europäische Elektromobilität sind laut dem Konzern höchst ansprechend.

Doch die Rückkehr nach Europa wird wohl kein Selbstläufer werden. GM muss viel Geld in die Hand nehmen, um etwa in Deutschland auf seine Modelle aufmerksam zu machen. Denn der Konkurrenzdruck ist extrem hoch. Nicht nur die heimischen Marktführer wollen ein Teil der Elektro-Geldgrube abschöpfen. Auch die Chinesen planen inzwischen eine massive Expansion nach Europa.

Es bleibt also abzuwarten, inwieweit sich GM hier durchsetzen kann. Dass der Konzern wieder nach Europa strebt und dabei die Elektromobilität im Blick hat, ist prinzipiell jedoch ein gutes Signal für die Aktie. Denn es winken hier im besten Falle ordentliche und langfristige Umsatzimpulse.

Erst einmal ist nun aber Geduld gefragt. Erst wenn der US-Konzern seine Europa-Pläne offiziell konkretisiert, lassen sich die Chancen wirklich einschätzen. Gerüchten zufolge könnte GM Anfang 2023 hierzu eine Roadmap vorlegen. Es bleibt also spannend.