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Chip-Spezialist Ambarella bei Anlegern wieder gefragt

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Im Börsenjahr 2022 hat es die Aktie des US-Halbleiterspezialisten Ambarella richtig erwischt. Der Kurs sackte von 220 bis 50 Dollar im Oktober in den Keller. Der Kurseinbruch führt den Anlegern vor allem eines vor Augen: Die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Ambarella-Aktie hatte im Börsenjahr 2021 mit einem Kursplus von 120% noch einen fulminanten Lauf aufs Parkett gelegt. Da war eine Konsolidierung mehr als angebracht. Zumal die schärfere Gangart der US-Notenbank FED hinsichtlich einer restriktiveren Geldpolitik die Stimmung bei Technologieaktien ohnehin stark eingetrübt hat.

Seit Oktober erholten sich die Ambarella-Papiere aber wieder kräftig. Mittlerweile kratzt die Aktie wieder an der 80 Dollar-Marke, was einem Kursplus von 60% in den letzten zwei Monaten entspricht.

Ambarella: Chip-Konzern mit breiter Kundenbasis

Mit einem Börsenwert von 3 Milliarden Dollar gehört Ambarella noch zu den kleineren Technologieaktien. Hierzulande dürfte die Firma nicht jedermann bekannt sein: Ambarella wurde im Jahr 2004 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Santa Clara, Kalifornien. Das Unternehmen entwickelt Hochleistungschips, die in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen.

Die Lösungen des Unternehmens ermöglichen beispielsweise die Erstellung von Videoinhalten für tragbare Kameras, Fahrzeugkameras, Drohnen, Virtual-Reality-Kameras und Internetprotokoll-Sicherheitskameras für den professionellen Einsatz, die Heimsicherheit und -überwachung sowie für die Robotik und industrielle Anwendungen, einschließlich Identifikations-/Authentifizierungskameras, Roboterprodukte und Sensorkameras.

Das Unternehmen vertreibt seine Lösungen an Originalhersteller und Erstausrüster über seinen Direktvertrieb und Distributoren.

Ambarella mit überraschendem Umsatzrückgang

Nachdem die Wachstumsdynamik bereits in den letzten Quartalen deutlich nachgelassen hat, musste der Chip -Spezialist im dritten Quartal sogar einen Umsatzrückgang verkraften. Im Berichtszeitraum schmolz der Umsatz um 9,9% auf 83,1 Millionen Dollar zusammen.

Ambarella hatte zwei Kunden, die im Berichtsquartal mehr als 10 % zum Umsatz beitrugen. WT Microelectronics, ein Fulfillment-Partner in Taiwan, der mehrere Kunden in Asien beliefert, trug 62% zu den Einnahmen des Unternehmens bei. Der andere Großkunde ist Chicony, ein in Taiwan ansässiger Elektronikhersteller, der mehrere IOT-Kunden beliefert und für 11% der Einnahmen des Unternehmens verantwortlich war.

Verluste höher als im Vorjahr

Unter dem Strich verharrte Ambarella weiterhin in der Verlustzone. Das operative Ergebnis lag bei minus 20,13 Millionen Dollar und fiel damit höher aus als im vergleichbaren Vorjahresquartal (minus 1,21 Millionen Dollar). Unter dem Strich lag das Nettoergebnis bei minus 19,81 Millionen Dollar bzw. bei minus 0,51 Dollar je Aktie.

Auffallend hoch sind übrigens die Forschungs- und Entwicklungskosten bei Ambarella. Im ersten Quartal flossen 52,8 Millionen Dollar in die hauseigene Entwicklungsabteilung. Das entspricht beinahe 64% der Gesamtumsätze.

Lieferkettenprobleme überschatten Ausblick

Mit seiner Prognose konnte der Chip-Spezialist bei den Anlegern weniger punkten. Im laufenden Quartal wird ein Umsatz zwischen 81 bis 85 Millionen Dollar erwartet. Das liegt ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahresquartals (90,2 Millionen Dollar). Gegenwind kommt von geopolitischer Seite sowie von anhaltenden Herausforderungen in der Lieferkette.

Analysten überwiegend positiv gestimmt

Unterdessen zeigen sich die Analysten in Summe eher optimistisch. Von 18 Wallstreet-Bankern, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten immerhin 15 zum Kauf der Papiere. Weitere 2 Banker stufen die Aktie als Halteposition ein, während ein Analyst zum Verkauf votiert. Bei einem durchschnittlich erwarteten Gewinn in 2023 von 1,02 Dollar je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei stolzen 77. Trotz der hohen Bewertung wittern die Analysten weiteres Erholungspotenzial. Das Konsensus-Preisziel liegt im Schnitt bei 94 Dollar und damit rund 19% über dem aktuellen Kursniveau.