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China: Wie der Corona-Lockdown die Weltwirtschaft und Aktien bedroht!

Inhaltsverzeichnis

Der Ukraine-Krieg bringt die globale Konjunktur ins Wanken. Doch was sich derzeit in China abspielt, könnte noch wesentlich erheblichere Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben als Putins Invasion.

Sie werden es schon ahnen: Es geht um Corona und die strenge Lockdown-Politik der chinesischen Regierung. Seit Beginn der Pandemie setzt Peking auf eine No-Covid-Strategie. Das heißt: Bereits bei relativ übersichtlichen Infektionslagen ordnen die Behörden weitreichende Quarantänemaßnahmen für die Bevölkerung und Schließungen von Fabriken an.

Lockdown in Shanghai – Containerhafen überlastet

So auch in Shanghai. Die wichtige Technologie- und Handelsmetropole ist seit Wochen wegen Corona-Infektionen im Prinzip abgeriegelt. Für die chinesische Wirtschaft ist das eine Hiobsbotschaft, schließlich ist allein Shanghai für knapp 4 Prozent des chinesischen BIP verantwortlich und beherbergt den größten Containerhafen der Welt.

Inzwischen sind die Auswirkungen des strengen Lockdowns auch am Hafen zu beobachten. An der Küste stauen sich jeden Tag mehr und mehr Frachtschiffe. Zwar ist der gigantische Hafen von den Behörden nicht gänzlich geschlossen worden. Doch der Betrieb ist extrem eingeschränkt.

Das hat Auswirkungen auf die ganze Welt. Schauen Sie: Experten schätzen, dass 20 Prozent der Container-Exporte Chinas über den Shanghaier Hafen verschifft werden. Ergeben sich dort Verzögerungen, fehlen weltweit Waren und es kommt zu steigenden Transportkosten. Zwar wollen viele Reedereien aktuell andere chinesische An- und Abladestellen ansteuern, doch damit verlagert sich das Problem nur an einen anderen Ort.

Warenverkehr innerhalb Chinas bricht ein

Aber auch abseits des Hafens stehen Unternehmen vor einem Desaster – darunter auch ausländische Firmen. Das Problem: Nicht nur die Fabriken sind vom Lockdown betroffen, sondern auch der inländische Warenverkehr.

Jörg Wuttke von der Europäischen Handelskammer sagte kürzlich zur „Tagesschau“, dass es beim chinesischen Verkehrsaufkommen derzeit ein Minus von 30 Prozent gebe – das betreffe vor allem LKWs, Flugzeuge und den Schienenverkehr. In Shanghai selbst dürfte der Verkehr gar um mehr als 80 Prozent eingebrochen sein.

Das belastet die Lieferketten nahezu sämtlicher Unternehmen. Laut einem Bericht von „CNBC“ musste etwa der deutsche Chemieriese BASF kürzlich die Produktion an seinen Standorten in Shanghai drosseln. Es gebe Probleme bei der Rohstoffversorgung, logistische Störungen sowie Arbeitskräftemangel, beklagte der Dax-Konzern.

Die „weiße Liste“

Interessant: Peking hat kürzlich eine sogenannte „weiße Liste“ veröffentlicht, in denen 666 handverlesene Unternehmen auftauchen. Jene Firmen sollen bei der Wiedereröffnung ihrer Produktionshallen Priorität erhalten. Dazu gehören Tesla, Volkswagen sowie etliche Konzerne aus den Bereichen Halbleiter, Medizin, Lebensmittel, Maschinenbau und Unterhaltungselektronik.

Einfach wird das Ganze jedenfalls nicht. Damit die 666 „White-List“-Firmen ihren Betrieb wieder aufnehmen können, müssen sie vermeiden, dass die Belegschaft Kontakt zur Außenwelt hat. Die Mitarbeiter müssen also im Prinzip an ihrem Arbeitsort eingesperrt werden. Allein aus humanitären Gründen ist das natürlich höchst kritikwürdig.

Experten erwarten, dass die Unternehmen der „weißen Liste“ mit einer reduzierten Kapazität arbeiten müssen, da es zum Beispiel schlicht an ausreichend Schlafplätzen in den Fabriken fehlt.

Konjunkturabschwung erwartet

All das dürfte im laufenden Monat die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik massiv unter Druck setzen. Zwar konnte China im ersten Quartal nach eigenen Angaben sein BIP um 4,8 Prozent steigern – und damit stärker als von vielen Analysten erwartet worden war.

Allerdings fußt der Zuwachs vor allem auf den noch weitgehend unbelasteten Monaten Januar und Februar. Im März kam es dann bereits zu Teil-Lockdowns. Entsprechend zeigte die Konjunkturnadel Ende des letzten Monats nach unten. Das dürfte sich im April noch weiter verschärfen.

Achtung Risiko

Wichtig für Sie: Als Anleger sollten Sie jetzt gewisse Risikofaktoren einkalkulieren. Das betrifft vor allem jene börsennotierten Unternehmen mit einem starken China-Engagement. In erster Linie geht es dabei um das verarbeitende Gewerbe und insbesondere die deutschen Autokonzerne. Diese haben in den letzten Jahren ihr Geschäft in China massiv ausgebaut und sind nun extrem abhängig von der Volksrepublik und deren Politik.