China: Welche Aktie Analysten jetzt auf dem Schirm haben!

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Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal von Kuaishou gehört? Tatsächlich dürfte die Firma aus China den meisten Deutschen kein Begriff sein. Dabei ist Kuaishou in der Volksrepublik durchaus das, was man als klassischen Tech-Star bezeichnen kann.

Analysten sehen Comeback-Potenzial für Kuaishou-Aktie

Das Unternehmen konnte zuletzt nämlich massiv wachsen und 2021 in Hongkong einen fulminanten Börsenstart hinlegen. Wie andere chinesische Tech-Aktien geriet allerdings auch Kuaishou in den Sog der Regulierungswut der Pekinger Zentralregierung. Diese hatte 2021 harte Maßnahmen gegen die führenden einheimischen Technologiefirmen auferlegt und damit auch die Kuaishou-Aktie schwer unter Druck gesetzt.

Trotzdem: Inzwischen sind viele Analysten der Meinung, dass Kuaishou ein größeres Comeback an der Börse bevorstehen könnte. So hatte kürzlich das US-Analysehaus Bernstein die Aktie auf seine Empfehlungsliste gesetzt. Und auch JPMorgan sieht in Kuaishou derweil hohes Potenzial.

Kuaishou: Kurzvideos wie bei TikTok

Grund genug, dass wir uns die Firma heute etwas genauer anschauen. Bei Kuaishou handelt es sich im Prinzip um eine Kurzvideo-Plattform – ähnlich der des Konkurrenten Bytedance. Letztere ist in China mit dem Dienst Douyin aktiv und in Europa vor allem über den höchst populären Ableger TikTok bekannt.

Kuaishou jedenfalls muss sich hinter Bytedance nicht verstecken. Nach eigenen Angaben sind auf der Kurzvideo-Plattform pro Monat durchschnittlich knapp 600 Millionen Nutzer aktiv („monthly active users“, MAU). Zum Vergleich: Beim US-Kurznachrichtendienst Twitter sind es knapp 230 Millionen und beim direkten Konkurrenten TikTok etwa 1 Milliarde.

Ebenfalls interessant: Kuaishou hat es offenbar geschafft, seine Nutzer stark zu binden. So ist der durchschnittliche Kuaishou-Nutzer jeden Tag mehr als zwei Stunden mit dem Anschauen von Kurzvideos bzw. Live-Streams auf der Plattform beschäftigt.

Wachstum ist da – Gewinn jedoch nicht

Bevor wir uns der Monetarisierung der Plattform zuwenden, zunächst ein paar weitere wichtige Zahlen für Sie: Infolge des Nutzerwachstums in den letzten Jahren (+340 % seit 2017) stieg auch der Umsatz kräftig an. Allein im ersten Quartal 2022 erlöste Kuaishou umgerechnet 2,46 Milliarden Euro und damit 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Beim Profit sieht es hingegen etwas anders aus. Wie andere recht junge und investitionsstarke Wachstumsfirmen verdient auch Kuaishou unterm Strich noch kein Geld. So lag der Nettoverlust in Q1 bei 0,5 Milliarden Euro. Immerhin: Zuletzt konnte man den Fehlbetrag reduzieren.

So funktioniert das Geschäftsmodell

Nun zur Monetarisierung: Kuaishou hat nämlich eine ganze Palette an Möglichkeiten etabliert, um die hohe Reichweite in Umsätze umzuwandeln. So können Nutzer auf der Plattform digitale Geschenke erwerben und diese ihren favorisierten Video-Machern zukommen lassen.

Dabei handelt es sich beispielsweise um animierte Bilder für wenige Cents, aber auch um größere virtuelle Goodies, die bisweilen mit mehr als 100 Euro zu Buche schlagen. Kuaishou wiederum teilt sich mit den Influencern die Einnahmen aus diesen Geschenkkäufen.

Hinzu kommen klassische Werbeeinblendungen und ein Online-Shop. In diesem können Nutzer direkt Produkte kaufen, die von den Streamern in ihren Videos beworben werden. Allein der E-Commerce-Geschäftsbereich erzielte in Q1 ein Umsatzplus von rund 48 Prozent.

China ist nicht genug

Das Wachstum ist also intakt – und soll freilich weitergehen, auch über die Grenzen Chinas hinaus. Kuaishou investiert viel Geld in die Expansion seines Dienstes zum Beispiel nach Brasilien, Südkorea oder in die Türkei, wo die App unter dem Namen „Kwai“ vermarktet wird. Und eben in diesen Märkten erzielte die Kurzvideo-Plattform zuletzt beachtliche Reichweitenzugewinne.

Mein Fazit für Sie

TikTok ist nicht das einzige aufstrebende Videoportal der Volksrepublik. Mit Kuaishou hat sich in den letzten Jahren ein ernstzunehmender Konkurrent etabliert, der ebenfalls den ausländischen Markt anpeilt und hiesige Platzhirsche wie Facebook, YouTube und Instagram unter Druck setzt.

Viele Analysten jedenfalls sind begeistert von Kuaishous Wachstumsstory. Gerade das aktuell relativ günstige Kursniveau sehen die Experten als lukrative Möglichkeit an, um in das Papier zu investieren.

Als Anleger sollten Sie dennoch stets beachten, dass Kuaishou nach wie vor im Fadenkreuz der Kommunistischen Partei steht. So hatte Peking zuletzt angekündigt, den Live-Streaming-Markt genauer zu beobachten – vor allem in Kombination mit dem Online-Handel. Der Partei ist offenbar der hohe Einfluss der Streamer auf das Kaufverhalten vor allem der jungen Bevölkerung ein Dorn im Auge. Entsprechend könnte Peking die Kuaishou-Videos noch stärker zensieren und der Firma damit wertvolle Umsätze vorenthalten.

Behalten Sie dieses grundlegende Risiko auf jeden Fall auf dem Schirm.