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China lockert: Wo die Analysten Renditepotenzial sehen!

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Am Ende war der Druck wohl zu hoch – selbst für die Kommunistische Partei: Nach ungewöhnlich lautstarken öffentlichen Protesten in China will Peking seine strenge Corona-Politik nun endlich lockern.

So soll beispielsweise die Zwangsquarantäne in zentralen Regierungseinrichtungen wegfallen. Stattdessen dürfen sich die Bürger zu Hause isolieren. Auch sollen die Lockdowns ganzer Gegenden und Städte obsolet werden und künftig nur noch vereinzelte Gebäude oder Haushalte betreffen.

Hang-Seng-Index schon seit November wieder im Plus

Für den Aktienmarkt jedenfalls sind das prinzipiell erfreuliche Nachrichten. Denn: Die chinesische Wirtschaft hatte massiv unter der No-Covid-Politik gelitten. Dabei ging es nicht nur um die tatsächlichen Maßnahmen, sondern auch um die ständige Angst vor neuen, noch drakonischeren und willkürlicheren Eingriffen der Behörden. Diese Unsicherheit war für die chinesische Wirtschaft, aber auch für die abhängigen Volkswirtschaften wie Deutschland ein Debakel.

Bereits Anfang November hatte es Gerüchte gegeben, wonach China seine Virus-Politik wegen der dadurch bedingten Wirtschaftsflaute entschärfen könnte. Entsprechend sendete der chinesische Aktienmarkt schon damals positive Signale. Allein im November stieg der Hang-Seng-Index um 22 Prozent. In dem Index sind die 50 größten und meistgehandelten Unternehmen der Hongkonger Aktienbörse gelistet.

Nach der Ankündigung der neuen Richtlinien durch die Nationale Gesundheitskommission ging es für den Index nun noch einmal nach oben. Trotzdem: Die Verluste aus dem bisherigen Jahresverlauf konnte der Hang Seng damit bei weitem noch nicht wettmachen.

China-Aktien: Morgan Stanley sieht weiteres Aufwärtspotenzial

Das nährt bei Analysten die Hoffnung auf weitere Kursimpulse in den nächsten Wochen und Monaten. Beispiel: Morgan Stanley. Die US-Investmentbank hat vor wenigen Tagen eine neue Einschätzung zum chinesischen Aktienmarkt publiziert und sieht demnach Potenzial.

Laut der neuen Prognose könnte der Hang-Seng-Index bis Ende 2023 auf 21.200 Punkte steigen. Das würde zwar immer noch nicht ausreichen, um den Wert von Anfang 2022 (23.300 Zähler) zu erreichen, wäre aber immerhin ein Plus von rund 6 Prozent gegenüber dem Kurs vom 9. Dezember (Stand: 09.12.2022, 14:30 Uhr).

Experten sicher: Es gibt kein Zurück mehr

Morgan Stanley sieht in der Lockerung der Corona-Politik einen „klaren Weg zur Wiedereröffnung“, so die Analysten im Gespräch mit dem US-Nachrichtensender CNBC.  Die Experten gehen demnach davon aus, dass sich der Markt am Anfang einer mehrquartalsweisen Erholung der Gewinnrevision  und Bewertungen mit einer „anständigen“ Verbesserung der Eigenkapitalrendite befinde.

Dennoch musste Morgan Stanley einräumen, dass die Erholung auch holprig verlaufen könnte. Ein Zurück gebe es aber nicht. Die Analysten weisen damit die Befürchtung von sich, wonach die Infektionszahlen nach Ende der No-Covid-Politik nach oben schnellen würden, was die Behörden zur Rückkehr in alte Muster verleiten könnte.

Auf diese 2 China-Aktien setzt Morgan Stanley

Konkret setzt Morgan Stanley unter anderem auf den Titel Trip.com. Dabei handelt es sich um die größte Online-Reiseplattform Chinas. Das Unternehmen dürfte davon profitieren, dass im Zuge der neuen Corona-Politik die Einreiseregeln in der Volksrepublik gelockert werden.

Eine weitere von Morgan Stanley empfohlene Aktie ist Anta, ein Sportartikelhersteller mit Fokus auf den chinesischen Markt. Der Konsumwert dürfte von einer anziehenden Konjunktur und einer besseren Verbraucherstimmung profitieren.

Mein Fazit für Sie

Endlich gibt es wieder Optimismus in Sachen China. Nach Jahren der Krisen scheint der chinesische Aktienmarkt zum Turnaround anzusetzen. Wichtig für Sie als Anleger: Noch immer gibt es teils hohe Risiken für Investments in China, auch weil die Kommunistische Partei schlicht eine Blackbox ist und bleibt. Deshalb sollten Sie jetzt nicht blindlings irgendwelche China-Aktien kaufen. Nur mit den richtigen Papieren sind Sie auf der sicheren Seite.