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Aktien : China-Aktien: „Beispielloser Kapitalabfluss seit dem Krieg“

Der 24. Februar markiert eine Zeitenwende, von der auch die Börsen betroffen sind. Das Institute of International Finance, (IIF), eine globale Vereinigung von Finanzinstituten, hat jetzt eine Studie veröffentlicht die aufhorchen lässt. In China haben Investoren seit dem Einmarsch Russlands Ende Februar in der Ukraine in „beispiellosem“ Ausmaß Geld aus dem Land genommen.

„Sehr ungewöhnliche“ Kapitalverschiebung

Die Auswertung von Hochfrequenzdaten ergaben große Abflüsse chinesischer Aktien- und Anleihenportfolios, obwohl sich die Ströme in andere Schwellenländer fortsetzten, schreibt das IIF. Nach Einschätzung des IIF stellt dies eine „sehr ungewöhnliche“ Verschiebung der globalen Kapitalflüsse dar.

Investoren sehen China jetzt in einem anderen Licht

„Chinas Ausstiege in Bezug auf das Ausmaß und die Intensität, die wir beobachten, sind beispiellos, zumal wir in den übrigen Schwellenländern keine ähnlichen Abflüsse verzeichnen“, so Robin Brooks, Chefökonom des IIF. „Der Zeitpunkt der Abflüsse, die nach der russischen Invasion in die Ukraine entstanden sind, deutet darauf hin, dass ausländische Investoren China möglicherweise in einem neuen Licht betrachten, obwohl es verfrüht ist, endgültige Schlussfolgerungen darüber zu ziehen.“

Misstrauen gegenüber chinesischer Führung

Der gewaltige Abzug des ausländischen Kapitals hat verschiedene Gründe. Auslöser ist zunächst der Krieg in der Ukraine und die chinesische Haltung zu Russland. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die westlichen Sanktionen bei einer weitergehenden Unterstützung Russlands durch China auch auf China ausweiten könnte. Hinzu kommt, dass die Null-Covid-Strategie Chinas grandios gescheitert ist und jetzt auch die chinesische Wirtschaft schwächt. Der Ausstieg der westlichen Investoren ist deshalb ein Zeichen eines breiten Misstrauens gegenüber der chinesischen Führung.

Fazit: Russland ist seit dem Krieg gegen die Ukraine von der Börsen-Weltkarte verschwunden. Ausländische Anleger kommen aus ihren Russland-Aktien nicht mehr heraus. Ein ähnliches Schicksal scheint schon wegen der Größe und Bedeutung Chinas unwahrscheinlich. Allerdings ist der Rückzug der ausländischen Investoren für China ein Warnzeichen. Noch lässt sich nicht erkennen, ob dies ein länger anhaltender Trend wird. Auf jeden Fall sollten Sie als Anleger bei China-Aktien vorsichtig sein.

Globale Wirtschaft

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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