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Celanese-Aktie: Ritterschlag von Buffett – ein Portrait!

Inhaltsverzeichnis

Was macht Waren Buffett? Alle paar Monate schaut die Börse gebannt auf die neuen Beteiligungen des Starinvestors und dessen Partner Todd Combs und Ted Weschler. Kein Wunder, hatte Buffett in den letzten Jahrzehnten doch oftmals den richtigen Riecher bewiesen und damit Milliardensummen verdient.

Nun hat das „Orakel von Omaha“ bzw. dessen Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway erneut zugeschlagen, wie aus der vierteljährlichen Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Kurzum: Buffett hat ordentlich Aktien hinzugekauft – etwa vom zuletzt strauchelnden iPhone-Hersteller Apple, von der Großbank Citigroup, vom Autokonzern General Motors und von den Ölgiganten Chevron sowie Occidental Petroleum.

Buffett investiert in US-Chemiekonzern Celanese

Doch eine neue „Buffett-Aktie“ dürfte hierzulande kaum bekannt sein. Grund genug, dass wir uns heute das Unternehmen dahinter einmal etwas genauer anschauen. Es geht um: Celanese. Buffett investiere laut SEC-Pflichtmitteilung zuletzt 1,13 Milliarden Dollar in das Unternehmen.

Tatsächlich steht Celanese aktuell bilanziell sehr gut dar. Doch bevor wir einen Blick auf die jüngsten Quartalszahlen werfen, zunächst ein paar Hintergrundinfos für Sie: Celanese ist eines der größten Chemieunternehmen der USA. Der Konzern produziert mit seinen mehr als 7.000 Mitarbeitern Chemieprodukte und Spezialmaterialien für etliche Industriezweige.

Zum Portfolio gehören Grundchemikalien zur Herstellung von Farben, Lacken, Klebstoffen, Textilien, Duftstoffen, Papier, Baumaterialien, Glasfasern und Medikamenten. Hinzu kommt eine große Bandbreite an Kunststoffen und technischen Materialien, die unter anderem in der Autobranche, der Wärmebeschichtung und in Solarzellen zum Einsatz kommen. Und nicht zuletzt engagiert sich Celanese auch im Bereich der Lebensmittel und produziert beispielsweise Konservierungsmittel sowie Süßstoffe.

Klassische Buffett-Wette

Wie andere Chemiekonzerne ist also auch Celanese ein wichtiges Grundgerüst für das Funktionieren der Wirtschaft. Die Vorprodukte des Konzerns sind aus dem täglichen Leben jedenfalls nicht mehr wegzudenken.

Das Unternehmen ist somit eine klassische Buffett-Wette. Schließlich setzt der Starinvestor seit jeher vor allem auf etablierte Konzerne mit einer tiefen wirtschaftlichen Verankerung und einer soliden Geschäftsstrategie.

In Q1 auf Wachstumskurs

Nun zu den jüngsten Quartalszahlen: Celanese erwirtschaftete in den ersten drei Monaten des Jahres einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Chemiekonzern den bisherigen Rekord aus dem vierten Quartal 2021 um 12 Prozent.

Starke Zuwächse gab es vor allem im Bereich der technischen Materialien. Hier legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 41 Prozent zu. Man habe in Q1 eine deutlich höhere Nachfrage insbesondere vonseiten der Autobranche registriert, so Celanese. Zudem gelang es der Sparte die Kosteninflation bei Rohstoffen, Energie und Logistik vollständig weiterzugeben.

Insgesamt erzielte Celanese im abgelaufenen Quartal ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) von 713 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent gegenüber Q4 2021 und einem Zuwachs von 47 Prozent gegenüber Q1 2021. Laut dem Finanzportal „Finanzen.net“ übertraf Celanese sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis den Analystenkonsens, wenn auch nur leicht.

Mega-Deal mit DuPont

Der Chemiekonzern jedenfalls will weiter wachsen – auch über Zukäufe. So will Celanese dem Konkurrenten DuPont dessen Sparte für Spezialkunststoffe für 11 Milliarden Dollar abkaufen. Hierzu habe man im ersten Quartal eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet. Der Deal soll bis Ende des Jahres nach der erwarteten Zustimmung der Kartellbehörden abgeschlossen werden.

Celanese will mit dem Mega-Deal sein Geschäft mit Nylon, Polyestern und Elastomeren stärken, die vor allem im Autobau und in der Elektronikproduktion genutzt werden. Durch den Kauf der DuPont-Sparte sichert sich der Chemiegigant 5.000 neue Mitarbeiter und knapp 30 zusätzliche Produktionsstätten.

Und was macht die Aktie?

Buffetts Einstieg bei Celanese trieb den Aktienkurs des Chemiekonzerns in den letzten Tagen nach oben (Stand: 18.05.22, 11:00 Uhr). Damit konnte das Papier die seit Jahresbeginn angehäuften Verluste wieder etwas kompensieren. Als Chemieproduzent ist Celanese stark konjunkturabhängig und geriet deshalb nicht zuletzt wegen des Ukraine-Kriegs und dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft unter Druck.

Inzwischen scheint die Börse aber wieder etwas optimistischer gestimmt zu sein. Laut Marketscreener sprechen die Analysten der Celanese-Aktie ein Kursziel zu, das 18 Prozent über dem Niveau von Mittwoch liegt (Stand: 18.05.22, 11:00 Uhr).

Mein Fazit für Sie

Buffett hat Celanese mit dem milliardenschweren Aktienkauf einen Ritterschlag verpasst. Gleichzeitig signalisiert der Starinvestor damit Optimismus in Sachen Konjunktur. Dafür spricht zum Beispiel auch seine Beteiligungserhöhung bei General Motors.

Positiv: Celanese konnte zumindest im ersten Quartal die hohe Inflation sehr gut verkraften und Preissteigerungen an seine Industriekunden weitergeben. Noch scheint es in der US-Wirtschaft eine große Nachfrage nach Chemieprodukten zu geben. Experten sehen hier auch Nachholeffekte infolge der Corona-Pandemie als Grund. Dennoch dürfte sich das Wirtschaftswachstum des Landes im Gesamtjahr spürbar abkühlen. Da sind sich die meisten Analysten sicher.

Es bleibt nun abzuwarten, inwieweit Celanese diesen möglichen Dämpfer verkraften wird. Die Aktie birgt also trotz des soliden Portfolios ein gewisses Risiko.