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Ceconomy-Aktie: Q1-Zahlen – warum Sie nun zittern müssen!

Inhaltsverzeichnis

Aktionäre der Elektro-Holding Ceconomy haben in den letzten Jahren starke Nerven gebraucht. Vor allem die Corona-Pandemie hatte den Mutterkonzern der beiden Einzelhandelsketten MediaMarkt und Saturn schwer in Schieflage gebracht. Ausgangsbeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der allgemeine Stay-at-Home-Trend sorgten bei Ceconomy für tiefrote Zahlen und Umsatzeinbrüche.

Mit dem Wegfall der meisten Covid-Maßnahmen scheint der Düsseldorfer Konzern nun endlich wieder auf der Spur zu sein. Als Anleger sollten Sie dennoch vorsichtig sein. Denn die neuen Rahmenbedingungen sprechen aktuell nicht gerade für Ceconomy.

Auftaktquartal 2022: Ceconomy macht Fortschritte

Doch zunächst: Letzte Woche hat die MediaMarkt- und Saturn-Muttergesellschaft ihre Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2021/22 (per Ende März) vorgelegt. Kurzum: Das Zahlenwerk sieht auf den ersten Blick durchaus vielversprechend aus.

So konnte Ceconomy zwischen Januar und Ende März seinen Umsatz um 18,8 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro steigern. Und auch beim Ergebnis gab es Fortschritte, wenngleich die Düsseldorfer nach wie vor rote Zahlen vermelden mussten. So belief sich der bereinigte operative Verlust (EBIT) in dem Zeitraum auf -62 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Fehlbetrag aber noch bei -146 Millionen Euro gelegen.

E-Commerce und Service-Geschäft legen stark zu

Positiv: Der Online-Anteil am Umsatz lag im Quartal bei starken 25,3 Prozent. Ceconomy hatte als Reaktion auf die Corona-Krise sein E-Commerce-Geschäft massiv vorangetrieben. Im Vergleichszeitraum Q2 2018/19 hatte sich der entsprechende Umsatzanteil auf nur 13,9 Prozent belaufen.

Ebenfalls stark: Der Umsatz des Servicegeschäfts legte im ersten Kalenderquartal um 54 Prozent auf 307 Millionen Euro zu. Dessen Anteil am Gesamtumsatz belief sich somit auf 6,1 Prozent. Das Segment profitierte von dem wieder anziehenden stationären Geschäft. So bietet beispielsweise MediaMarkt sogenannte „Smartbars“ an. Dort können Kunden ihre Mobilgeräte reparieren, Software-Installationen  durchführen oder Daten auf neue Geräte übertragen lassen. Hier habe es zuletzt eine hohe Nachfrage gegeben, so Ceconomy.

Prognose bestätigt – Inflationssorgen belasten

Im restlichen Geschäftsjahr soll es indes weiter aufwärts gehen. So rechnet Ceconomy mit einem leicht steigenden Umsatz und einer sehr deutlichen Verbesserung des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT).

Doch jetzt kommt das große Aber: Die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn musste einräumen, dass die Folgen externer Faktoren – einschließlich des Krieges gegen die Ukraine – nur sehr schwer einzuschätzen seien. Die Prognose steht also unter Vorbehalt.

Als Handelskonzern ist Ceconomy abhängig von der Kaufbereitschaft seiner Kunden. Und die scheint wegen der grassierenden Inflation derzeit zu leiden. Schauen Sie: Nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK  lag der Konsumklimaindex im April bei -15,7 Punkten. Der Index gibt die Konsumneigung der Privathaushalte in Deutschland an. Doch damit nicht genug: Im Mai könnte der Konsumklimaindex auf -26,5 Punkte fallen, so die GfK. Das wären noch einmal rund 3 Punkte weniger als im coronabedingt sehr schwachen Mai 2020.

Ceconomy-Aktie: Analysten sehen kaum Renditepotenzial

Bislang jedenfalls konnte Ceconomy trotz der Inflationssorgen eine hohe Nachfrage in seinen Elektronikmärkten verzeichnen. Ob das im laufenden Quartal und darüber hinaus auch der Fall sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Entsprechend zurückhaltend sind viele Analysten gestimmt. So betonte Volker Bosse von der Baader Bank nach der Quartalsbilanz die Unsicherheiten rund um die Ceconomy-Aktie und beließ das Kursziel bei 3,10 Euro. Das wäre gar ein leichtes Minus im Vergleich zum Kursniveau von Montagmittag (3,20 Euro; 16.05.2022, 12:00 Uhr). Etwas optimistischer zeigte sich Nicolas Champ von Barclays. Der Experte sieht ein Kursziel von 4 Euro.

Mein Fazit für Sie

Sie sehen also: Ceconomy scheint die Corona-Pandemie nach und nach abhaken zu können. Zwar besteht weiterhin die Gefahr einer neuen Virus-Welle vor allem im Herbst und Winter. Ob die Politik dann aber erneut zu harten Lockdowns greifen wird, ist durchaus fraglich. Zudem hat sich Ceconomy durch den Ausbau seines Online-Geschäfts zumindest etwas gegen mögliche kommende Einschränkungen im stationären Handel abgesichert.

Doch all diese positiven Faktoren werden durch den Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen auf die Inflation und die Konjunktur eingetrübt. Die Ceconomy-Aktie bleibt somit meiner Meinung nach allenfalls für risikoaffine Anleger interessant.