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Cardlytics: Ein aufgehender Börsenstern, der Ihnen Gewinne beschert?

Inhaltsverzeichnis

Hohe Datenschutzstandards sind heutzutage für alle Unternehmen unerlässlich. Sie legen sicherlich auch großen Wert auf Ihre Privatsphäre.

Vielleicht kaufen Sie deshalb wie viele andere Verbraucherinnen und Verbraucher ein iPhone. Schließlich hebt Apple regelmäßig hervor, wie sehr dem Unternehmen die Privatsphäre der Kundinnen und Kunden am Herzen liegt.

Noch unbekannte Firma könnte zum größten Profiteur werden

Hohe Datenschutzstandards sind gut für die Kunden, erschweren es jedoch den Unternehmen, auf den klassischen digitalen Marketing-Kanälen wie Facebook oder Snapchat zu werben. Alternative Werbeplattformen profitieren davon. Amazon hat da sicherlich die Nase ganz weit vorn, aber es gibt noch weitere Profiteure. Ein Geschäftskonzept könnte auch für Sie als Anlegerin oder Anleger interessant sein.

Es geht um Cardlytics, ein Unternehmen aus Atlanta, das noch recht unbekannt ist. Die Zahlen sind alles andere als spektakulär. Cardlytics ist an der Börse 2,2 Milliarden US-Dollar wert und hat in den letzten 12 Monaten circa 240 Millionen US-Dollar Umsatz gemacht.

Viel interessanter als diese Werte sind die 170 Millionen monatlich aktiven Nutzer. Darüber hinaus hat Cardlytics Zugriff auf 50 Prozent der Kreditkartendaten in den USA. Das ist Musik in den Ohren vieler Unternehmen auf der Suche nach Möglichkeiten, potenzielle Kundinnen und Kunden zu erreichen.

Und was macht Cardlytics? Die Firma hat eine Plattform gebaut, über die Werbeanzeigen in den Online-Bankingportalen der größten amerikanischen Banken geschaltet werden können. Dazu gehören die Bank of America, JP Morgan oder Wells Fargo.

So funktioniert das einzigartige Werbekonzept

Wie ausgeklügelt das Konzept ist, lässt sich am besten anhand eines konkreten Beispiels erklären.

Nehmen wir einmal an, Starbucks würde gerne im Online Banking Bereich von Wells Fargo Anzeigen schalten.

In diesem Fall zahlt Starbucks Geld an Cardlytics. Für jeden gezahlten Dollar gehen 30 Prozent als Rabatt an den Kunden, wenn dieser in der Banking App auf die Anzeige klickt. Ein zusätzlicher Anreiz, bei Starbucks einzukaufen. Der Rabatt wird automatisch beim nächsten Kreditkartenkauf abgezogen.

Die verbleibenden 70 Prozent werden zwischen der Bank und Cardlytics aufgeteilt.

Die so konzipierte Werbung funktioniert gut. Das liegt vor allem an den hochwertigen Kreditkartendaten, die eine sehr genaue Steuerung ermöglichen. Im Schnitt sichern sich die Werbekunden für jeden für Cardlytics ausgegebenen Dollar rund 5 Dollar Zusatzumsatz. Im Vergleich zu anderen Werbeformen ist das ein hervorragender Wert.

Die Werbeplattform von Cardlytics hebt sich von anderen Strategien ab und Sie fragen sich jetzt vielleicht, warum das Unternehmen „nur“ einen Börsenwert von rund 2 Milliarden hat.

Hohes Potenzial, aber leider mit Risiken

Das Unternehmen ist zwar erfolgreich, die positive Entwicklung schreitet aber äußerst langsam voran. Cardlytics wurde bereits 2008 gegründet, konnte aber erst 2018 große Banken von der Plattform überzeugen.

Als dies endlich gelungen war, kamen neue Probleme hinzu. Die großen Banken wollten sehr genau kontrollieren, wer wirbt, am besten sollten etablierte Marken Anzeigen schalten. Eben diese sind jedoch ein bisschen schwerfällig, was neue Werbeformen angeht.

Hinzu kommt, dass in den Online Banking Bereichen keine großen Kampagnen geschaltet werden können. Die Werbekunden müssen sich mit ihrem Logo und einem Rabattcode zufriedengeben, was unbekannten Marken den Einstieg erschwert.

Die Idee von Cardlytics verspricht Erfolg und hat sicherlich auch Potenzial. Als Anlegerin und Anleger sollten Sie sich jedoch auch der noch ungelösten Probleme bewusst werden. Außerdem macht das Unternehmen noch Verluste. In den letzten 12 Monaten waren es 80 Millionen Dollar.

Zusammenfassend kann man sagen: Wegen des großen Potenzials ist Cardlytics für Anlegerinnen und Anleger durchaus interessant. Wegen der Risiken brauchen sie jedoch starke Nerven.