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Cannabis-Legalisierung kommt. Was Sie als Anleger wissen sollten!

Inhaltsverzeichnis

Die seit Jahren umstrittene Cannabis-Legalisierung kommt mit der neuen Ampelkoalition. „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein“, schreiben SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag.

Laut einer Umfrage begrüßen 43 Prozent der Befragten die Legalisierung. Dazu gehören sicherlich auch Anlegerinnen und Anleger, die sich für Investitionen in Cannabis interessieren. Schließlich schlummert in der bevorstehenden Legalisierung ein enormes Wachstumspotenzial mit attraktiven Gewinnchancen.

Wie groß das Potenzial tatsächlich ist, lässt sich aktuell nur erahnen. Ein Blick nach Kanada, wo Cannabis zu Genusszwecken 2018 zugelassen wurde, kann helfen, eine Idee davon zu bekommen. Im Jahr 2020 lag dort der Umsatz mit Cannabisprodukten bereits bei 2,3 Milliarden Euro. Das sind rund 60 Euro Umsatz pro Einwohner. Auf Deutschland übertragen könnte der Umsatz bis 2022 also bei 5 Milliarden Euro liegen.

Cannabis-Aktien verstärkt im Fokus der Anleger

Kein Wunder, dass sich viele Investoren jetzt auf die erste und bisher einzige deutsche, börsennotierte Cannabis-Firma SynBiotic stürzen. Die Aktien des Unternehmens legten um 53 Prozent zu. Der Wert der Firma wird mit 123 Millionen Euro angegeben. Das ist eine Menge, zumal nur ein Umsatz von 15 Millionen Euro erwartet wird.

Eine hohe Bewertung ist in der Branche jedoch allgemein üblich. Große internationale Konkurrenten wie Canopy Groth oder Tilray sind wie SynBiotic ebenfalls hoch bewertet.

Im Vergleich zu den Konkurrenten könnte sich SynBiotic allerdings langfristig auf einem niedrigeren Bewertungs-Niveau einpendeln, weil das Unternehmen eine Holding-Gesellschaft ist. Das heißt: Die Firma will jährlich um 75 Prozent wachsen, 55 Prozent sollen davon durch Firmenübernahmen erreicht werden, nur 20 Prozent sollen aus dem Kerngeschäft kommen.

In der Regel müssen Holding-Unternehmen mit einem Bewertungsabschlag rechnen, weil Firmen in einer komplexen Holding-Struktur weniger flexibel agieren können. Zudem fällt es schwerer, die genaue Strategie zu durchblicken. Das gilt auch für SynBiotic. Das Unternehmen entwickelt zum einen Cannabis-Produkte für medizinische Zwecke und hält zum anderen 25 Prozent an dem Hanf-Milch-Produzenten Hempany.

Zum Nachteil für Investoren könnten zudem teure Firmenübernahmen sein. Das Umsatzwachstum wäre in diesem Fall zwar super, aber die Investoren haben es teuer bezahlt.

Wohin gehen die Lizenzen der zukünftigen Cannabis-Shops?

In SynBiotic schlummern kurz vor der Cannabis-Legalisierung in Deutschland sicherlich zahlreiche Chancen. Das Unternehmen könnte beispielsweise Lizenzen für die ersten Cannabis-Stores bekommen. Es gibt aber auch Risiken. Bezüglich der Shop-Lizenzen ist beispielsweise noch völlig unklar, wie und in welchem Umfang diese vergeben werden.

Und sollte SynBiotic tatsächlich einen Löwenanteil erhalten, taucht gleich ein neues Problem auf: SynBiotic hat nur geringe Produktionskapazitäten und müsste Cannabis importieren, wäre also nur ein Händler.

Interessante ETFs

Sie sehen: Es gibt Chancen UND Risiken. Deshalb ist es vielleicht sinnvoller, Investitionen in einen ETF in Betracht zu ziehen, wenn Sie am globalen Cannabis Trend partizipieren wollen. Bei Interesse ist es empfehlenswert, sich The Medical Cannabis and Wellness und Rize Medical Cannabis and Life Science anzuschauen.