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Aktien : Blackberry Aktie verdoppelt sich – was steckt dahinter?

Totgesagte leben länger – wie Phoenix aus der Asche hat sich rund um den Jahreswechsel die Blackberry Aktie erhoben und ihren Wert innerhalb kürzester Zeit mehr als verdoppelt. Hintergrund ist ein Exklusivdeal, den das kanadische Unternehmen mit Amazons Webdienstleister AWS geschlossen hat.

Blackberry und Amazon: Softwareplattform für Autohersteller

Die beiden Unternehmen wollen ihr Know-how in einer Softwareplattform zusammenführen, die Automobilherstellern die Entwicklung und Implementierung von Sensorik und Fahrassistenzsystemen erleichtern soll. Die Digitalisierung hält seit Jahren zunehmend Einzug in die Autos, Elektrifizierung und Automatisierung gelten als wesentliche Herausforderungen der Branche für die kommenden Jahre.

Dementsprechend setzen Anleger große Hoffnung in die nun angekündigte neue Softwareplattform, die bei der Umsetzung dieser Zukunftstechnologien einen wesentlichen Baustein liefern könnte. Von besonders großer Bedeutung ist dabei die Expertise von Blackberry als Anbieter von Verschlüsselungen – gerade die Datensicherheit ist ein sensibles Thema bei autonomen Fahrzeugen, die selbstverständlich möglichst unhackbar gestaltet werden sollen, um keine Angriffspunkte für etwaige Manipulationen von außen zu bieten.

Für Amazon bildet der Bereich einen Erfolgskandidaten unter vielen, der Konzern zählt zu den wertvollsten und umsatzstärksten der Welt, stellt sich seit Jahren immer breiter auf und verfügt längst über deutlich rentablere Standbeine als den bekannten Onlineshop. Gerade der Bereich Amazon Web Services (AWS), der nun am Blackberry-Deal beteiligt ist, gilt seit Jahren als die eigentliche Cash Cow des Tech-Riesen.

Chance für den Neustart?

Für Blackberry dagegen könnte der Erfolg des neuen Joint Ventures existenziell wichtig werden. Seit dem Siegeszug der Touchscreen-Smartphones gilt der einstige Pionier – das Blackberry-Smartphone mit der PC-ähnlichen QWERTY-Tastatur – bestenfalls als Nischenprodukt, eher noch als Ladenhüter. Längst haben sich die Kanadier aus der Produktion zurückgezogen und haben ihre Aktivitäten stattdessen auf die Hard- und Softwarehärtung von Android-Endgeräten auf Lizenzbasis verlagert.

In diesem Bereich immerhin gilt Blackberry weiterhin als Vorreiter, die Verschlüsselungstechnologie des Unternehmens kommt nicht zuletzt in mobilen Endgeräten der deutschen Bundesregierung zum Einsatz. Doch um an alte Erfolge anzuknüpfen, reicht das nicht – weder für die Unternehmensbilanz noch für den Aktienkurs.

Blackberry Aktie – zurück zu alter Stärke?

Seit Jahren taumelte die an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Blackberry Aktie auf niedrigem Niveau vor sich hin. Doch als hätten Anleger nur auf ein Kaufsignal gewartet, schoss das Papier nach Bekanntwerden der Kooperation mit Amazon in die Höhe. Innerhalb einer Woche hat sich die Blackberry Aktie nahezu verdoppelt, auf 6 Monate ist der Kurs um satte 180 Prozent gestiegen.

An alte Erfolge kann das Papier damit zwar noch lange nicht anknüpfen: Seinen Höhepunkt hatte der Kurs kurz vor der Markteinführung des iPhones, damals wurden Blackberry Aktien für annähernd 150 US-Dollar gehandelt, heute sind sie gerade noch ein Zehntel davon wert. Dennoch nährt der schwungvolle Jahresauftakt die Hoffnung auf bessere Zeiten, nachdem es zuvor jahrelang stetig bergab ging für Aktienkurs und Umsatzbilanz.

Bulle und Bär

Pandora Papers und die Offshore-Geldoasen!Die Pandora Papers - ein gigantisches Datenpaket - enthüllen einmal mehr die Offshore-Steueraktivitäten der reichen Eliten der Welt. Verantwortlich für die Auswertung und Veröffentlichung der Daten zeichnet sich das International Consortium of Investigative Journalists, das auch schon die Enthüllungen der Paradise Papers und der Panama Papers koordiniert hatte. Auf der Liste der Beschuldigten stehen diesmal unter anderem die kolumbianische Sängerin Shakira, der spanische Fußballtrainer Pep Guardiola und das ehemalige deutsche Topmodel Claudia Schiffer. › mehr lesen

 

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Über den Autor
Felix-Reinecke
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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