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Bergbau-Konzern Anglo American lässt BHP abermals abblitzen

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Es könnte kaum spannender sein. Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP mit Sitz in Melbourne strebt die Übernahme des britisch-südafrikanischen Wettbewerbers Anglo American im Wege eines Aktientausches an. Der Deal hat eine gigantische Dimension – immerhin würde durch den Zusammenschluss der global führende Kupferabbaukonzern entstehen. Sollte der Deal mit Anglo American zustande kommen, wäre dies nach dem Kauf von Oz Minerals die zweite große Übernahme von BHP innerhalb eines Jahres.

Doch BHP hat die Rechnung bislang ohne den Wirt gemacht. Nach der Ablehnung des ersten Übernahmeangebots wurde nun auch die zweite Offerte zurückgewiesen.

Anglo American – einer der weltweit führenden Bergbaukonzerne

Die Wurzeln der Gesellschaft reichen in das Jahr 1917 zurück. Heute gehört Anglo American zu den führenden Bergbauunternehmen weltweit. Die operative Tätigkeit erstreckt sich auf den Abbau von Eisenerz und Mangan, Hüttenkohle, Kraftwerkskohle, Kupfer, Nickel, Niobium, Phosphat, Platin und Diamanten und umfasst auch die Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe. Bei Eisenerz sieht sich Anglo American mit seinen Aktivitäten in Südafrika und Brasilien als viertgrößter Produzent und bei Hüttenkohle mit seinen Abbauaktivitäten in Australien als drittgrößter Exporteur weltweit.

Der Konzern agiert sowohl in Afrika als auch in Lateinamerika. Zum Portfolio zählt zudem eine 85%-Beteiligung an dem weltweit größten Diamanten-Konzern De Beers. Mit der Marke Tarmac ist Anglo American mit den Produkten Asphalt, Mörtel und Leim in Großbritannien Marktführer.

Beide Übernahmeangebote abgelehnt

Derzeit versucht der Bergbau-Gigant BHP Anglo American zu schlucken. Zur Erinnerung: Das erste Angebot beinhaltete 0,7097 BHP-Aktien je Anglo American-Aktie und bewerte das Unternehmen mit 31 Milliarden Pfund. Dieses Angebot wurde von der Zielgesellschaft rasch abgelehnt, da sie der Meinung war, da das Angebot das Unternehmen unterbewertet und opportunistisch sei.

Aber auch das versüßte Angebot traf auf wenig Gegenliebe: BHP hatte sein Angebot in einem reinen Aktientauschgeschäft auf gut 0,81 eigene Aktien je Anglo-American-Papier aufgestockt. Damit würde Anglo American mit 34 Milliarden britischen Pfund (rund 39,5 Mrd. Euro) bewertet.

Deal würde neuen Bergbau-Riesen schaffen

Dabei hat BHP vor allem die Kupfer-Assets von Anglo American im Blick. Zu den wichtigsten Assets gehören Los Bronces und Collahuasi in Chile. Der Preis des Industriemetalls hat gerade den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Analysten räumen dem Rohstoff viel Potenzial ein, da es für die Transformation zur Elektromobilität und generell für die Energiewende unverzichtbar ist. Zudem bietet Anglo American BHP die Möglichkeit, sich im Düngemittelgeschäft zu verstärken.

Kein Interesse an Platin und Eisenerz

Derweil hat BHP kein Interesse am Platin- und Eisenerzgeschäft. Das wird über die Töchter Kumba Iron Ore und Amplats dargestellt und müsste vor einer Transaktion ausgegliedert und den derzeitigen Aktionären ins Depot gelegt werden, fordert BHP.

Anglo American plant Konzernumbau

Unterdessen reagiert Anglo American und peilt einen Umbau des Konzerns an, um das Übernahmeangebot abzuwehren. So will Anglo American das Kohle-, Platin- und Diamantengeschäft verkaufen. Außerdem prüft das Unternehmen Optionen für die Pflege und Wartung sowie die Veräußerung seines Nickelgeschäfts. Das letzte Wort dürfte in den Verhandlungen noch lange nicht gesprochen sein.