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Bedrohung durch No-Deal-Brexit: Firmen flüchten aufs Festland

Inhaltsverzeichnis

In Sachen Brexit herrscht weiterhin große Ratlosigkeit. Seit Wochen beharken sich Parlament und Regierung in London, ein tragfähiger Kompromiss ist weit und breit nicht in Sicht.

Unterdessen rückt das Austrittsdatum Ende März immer näher. Grund genug für Regierungen innerhalb der EU, aber auch zahlreiche Unternehmen, sich auf den Fall vorzubereiten, der gemeinhin als der am wenigsten wünschenswerte gilt: einen ungeregelten Brexit ohne Abkommen.

Können sich die britischen Parlamentarier nicht zu einer Entscheidung durchringen, scheint es auf ein solches No-Deal-Szenario hinauszulaufen. Was bislang eher als theoretisches Schreckgespenst durch die Nachrichten geisterte, wird plötzlich immer realer.

Flucht aufs Festland – immer mehr Firmen verlassen Großbritannien

Einige Unternehmen haben bereits kurz nach dem Brexit-Referendum im Sommer 2016 Konsequenzen angekündigt, Firmensitze und Filialen aufs europäische Festland verlegt. Banken und Finanzdienstleister waren mit die ersten, die sich nach dem Brexit-Schock in Richtung Paris oder Frankfurt umorientierten.

Doch auch bislang geduldige Konzerne werden allmählich nervös und ziehen ihre Notfallpläne aus den Schubladen. So hat beispielsweise Airbus-Chef Tom Enders jüngst vor den Folgen eines ungeordneten Brexits gewarnt und für diesen Fall die Schließung britischer Produktionsstätten angekündigt. Der Flugzeughersteller lässt die Tragflächen für fast alle seine Modelle bislang in Großbritannien fertigen. Die Schließung der Werke würde mit erheblichen Arbeitsplatzverlusten einhergehen; Airbus müsste sich anderswo neu aufstellen.

Autobauer planen Produktionsstopps

Die Elektronikkonzerne Sony und Panasonic haben ihre europäischen Hauptsitze bereits von London nach Amsterdam verlegt. Auch in der Automobilbranche reagiert man auf die Gefahren des ungeregelten Brexits: Sowohl bei Rolls Royce als auch in der Mini-Produktion von BMW sollen unmittelbar nach dem Brexit-Termin am 29. März vorübergehend die Bänder stillstehen – um die möglichen Folgen eines harten Brexits abzufedern. Auch Jaguar Land Rover plant einen einwöchigen Produktionsstopp Anfang April. Bentley hat seine Aktionäre vor enttäuschenden Bilanzzahlen gewarnt: Im Falle eines No-Deal-Brexits sei die Rückkehr in die Gewinnzone des Luxusautoherstellers gefährdet.

Etliche britische Firmen reagierten zuletzt ebenfalls mit der Flucht nach vorn auf das jüngste Chaos im Londoner Parlament. So kündigte der Staubsaugerhersteller Dyson an, seinen Hauptsitz nach Singapur zu verlagern. Die britische Reederei P&O will ihren Fährbetrieb künftig unter zyprischer Flagge durchführen, um die EU-Steuerregeln weiterhin anwenden zu können.

Airlines wollen britische Aktionäre loswerden

Ein essenzielles Problem haben auch Fluglinien, die innerhalb der EU nur verkehren dürfen, wenn sie mehrheitlich Anteilseignern aus dem europäischen Wirtschaftsraum gehören. Insbesondere die Billiganbieter Ryanair und Easyjet versuchen daher zurzeit, britische Anleger loszuwerden, um die erforderlichen Mehrheitsverhältnisse bis Ende März sicherzustellen.

Wie auch immer der Brexit letztendlich vonstattengehen wird, ob Ende März oder später, ob mit oder ohne Abkommen – die wirtschaftlichen Folgen sind schon jetzt sehr real.