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Barrick Gold-Aktie: Worauf es jetzt wirklich ankommt

Inhaltsverzeichnis

Es war nicht gerade das Gelbe vom Ei, was der zweitgrößte Goldkonzern vor wenigen Tagen seinen Anlegern präsentiert hatte. Laut vorläufigen Zahlen hat Barrick Gold im ersten Quartal 2024 insgesamt 940.000 Unzen des Edelmetalls hervorgebracht.

Barrick Gold enttäuscht mit Produktionszahlen – und gelobt Besserung

Damit lagen die Kanadier abermals unter den Schätzungen des Marktes, der laut Daten von LSEG mit 984.000 Unzen gerechnet hatte. Und auch der Kupfer-Output pendelte sich mit rund 39.000 Tonnen unter den Erwartungen der meisten Analysten ein. Das Management begründet das im Vergleich zu Q4 2023 rückläufige Produktionsvolumen vor allem mit Wartungsarbeiten im Minenkomplex in Nevada. Zudem war die Porgera-Mine in Papua-Neuguinea seit 2020 geschlossen und wurde nun erst Ende des ersten Quartals wieder in Betrieb genommen.

Immerhin: Durch die Reaktivierung dieses Standorts und das Hochfahren der Goldmine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik ab dem zweiten Quartal erwartet Barrick eine sukzessive Steigerung der Gold- und Kupferproduktion im laufenden Jahr.

Die Barrick-Aktie reagierte auf die vorläufigen Zahlen trotzdem mit einem Dämpfer, der die Anfang März gestartete Aufwärtsbewegung (zumindest kurzzeitig) jäh unterbrach (Stand: 19.04.2024, 12:00 Uhr, Börse Stuttgart):

Quelle: www.aktienscreener.com

Management räumt erheblichen Kostenanstieg ein

Dabei dürften an der Börse nicht einmal die Produktionszahlen die größte Enttäuschung gewesen sein, sondern eher die Kostensituation. Barrick meldete für Q1 2024 laut vorläufigen Zahlen All-in-Sustaining-Costs (AISC), die bei der Goldproduktion +7 bis +9 % über dem Wert aus dem Vorquartal liegen. Die Kennzahl AISC gibt die Gesamtkosten von Bergbaubetrieben an. Darin inbegriffen sind neben den reinen Abbau- und Verarbeitungskosten unter anderem auch die Explorationskosten, Kapitalkosten, Entwicklungskosten und Verwaltungskosten der jeweiligen Minenbetriebe. Beim Kupfer stiegen die AISCs im ersten Quartal gar um +14 bis +16 %.

Inwieweit sich die gestiegenen Gesamtkosten auf die Profitabilität ausgewirkt haben, bleibt abzuwarten. Barrick wird am 1. Mai seine endgültigen Zahlen zum Auftaktquartal 2024 vorlegen. Dann dürfte es konkrete Angaben zu den Margen und zum Gewinn geben. Positiv ist, dass die Marktpreise sowohl für Gold als auch für Kupfer im ersten Quartal zugelegt haben. Entsprechend konnte auch Barrick höhere Durchschnittspreise erzielen. Ob diese die höheren Kosten kompensieren konnten, wird sich Anfang Mai zeigen.

Barrick Gold: Kostenexplosion vor allem durch Wachstumsprojekte?

Ebenfalls wichtig: Die AISCs sind deutlicher gestiegen als die reinen Produktionskosten. Das deutet darauf hin, dass ein signifikanter Teil der erwähnten Kostensteigerungen wohl mit den Aufwendungen rund um die Projektreaktivierungen bzw. Inbetriebnahmen im Zusammenhang stehen.

Jene Kosten dürften in den kommenden Quartalen sukzessive zurückgehen, weshalb Barrick fallende AISCs prognostiziert. In der Folge könnte sich die Profitabilität wieder verbessern, insofern das Marktumfeld lukrativ bleibt – wovon die meisten Analysten mit Blick auf den anstehenden Rohstoff-Superzyklus durchaus ausgehen. Dieser dürfte vor allem die Kupferpreise nachhaltig beflügeln, während Barrick gleichzeitig den Anteil des Energiewendemetalls an der Gesamtproduktion steigern will.

Mali-Dilemma: Das steckt dahinter

Nichtsdestotrotz: Die Aktie bietet aktuell teils enorme Risiken – und das auch abseits der Kosten- und Produktionsproblematik. Im Mittelpunkt steht das westafrikanische Land Mali. 2021 hatte das dortige Militär abermals die Macht übernommen. Experten warnen inzwischen, dass die Militärjunta den Bergbausektor unter ihre direkte Kontrolle bringen will – mithilfe des russischen Söldnerkommandos Wagner. Die malischen Militärs hatten die Wagner-Söldner bereits 2021 ins Land gelassen, um im Auftrag des Kremls die Militärregierung zu unterstützen und vor allem den westlichen Einfluss zu reduzieren.

Und eben jener westliche Einfluss wird unter anderem von Barrick Gold repräsentiert. Der kanadische Konzern ist seit knapp drei Jahrzehnten in Mali aktiv, betreibt dort aktuell den gigantischen Goldminenkomplex Loulo-Gounkoto und will diesen weiter ausbauen. Doch das könnte sich als Luftschloss erweisen, wie die kanadische Tageszeitung „The Globe and Mail“ jüngst berichtete.

Demnach könnte die malische Regierung mithilfe ihrer Unterstützer aus Russland den Minenkomplex unter ihre Kontrolle bringen und damit Barrick Gold de facto enteignen. Tatsächlich hatten Wagner-Einheiten laut dem Medienbericht in den letzten Monaten immer wieder kleinere artisinale Goldminenbetreibe (manueller Kleinbergbau) in Mali temporär besetzt, wohl um ihre Macht zu demonstrieren.

Barrick Gold betont ökonomische Relevanz – doch es gibt auch heftige Kritik

Da kommt es jedenfalls nicht von ungefähr, dass Barrick-Chef Mark Bristow kürzlich auf die Bedeutung der Goldmine für die malische Wirtschaft hingewiesen hat. Der Manager betonte die Milliardenzahlungen an den malischen Staat. Tatsächlich ist Barrick Gold der größte Einzelsteuerzahler des westafrikanischen Landes und ein bedeutender Arbeitgeber. Bristow hofft also darauf, dass die Militärjunta den Konzern weiterhin aufgrund ökonomischer Vorteile toleriert. Auch betonte der Goldkonzern zuletzt mehrfach die laufenden Betriebsgenehmigungen, die noch auf alten Bergbaugesetzen basierten, die unter einer zivilen Regierung aufgesetzt worden seien.

Ob sich die Militärjunta dafür interessiert, bleibt jedoch abzuwarten, da sie ohnehin von vielen (v.a. westlichen) Regierungen bereits geächtet wird und andere Staaten (etwa Russland) die Goldproduktion zu lukrativen Konditionen wohl gerne abnehmen würden. Die Militärs könnten dann das Management und die Verwaltung des Minenkomplex übernehmen und die meist Mali-stämmigen Bergbauarbeiter wohl weiterhin beschäftigen bzw. dazu zwingen.

Besonders heikel: Kritiker monieren, dass Unternehmen wie Barrick Gold und andere westliche Minenfirmen durch ihre üppigen Steuerzahlungen nicht nur die Militärregierung und indirekt die Wagner-Söldner mitfinanzierten, sondern dadurch auch deren Gräueltaten an der Zivilbevölkerung zumindest hinnähmen. In diesem Kontext zeigt sich leider die Schattenseite der Rohstoffbranche, die man niemals verschweigen sollte.

Mein Fazit für Sie

Barrick Gold hat also durchwachsene vorläufige Zahlen zum ersten Quartal 2024 vorgelegt – gelobt aber Besserung. Das Zahlenwerk wird meiner Meinung nach aber ohnehin durch die Entwicklungen in Mali überschattet. Klar: Barrick Gold hat viele Jahre lang durch sein wohlstandsförderndes Engagement dabei geholfen, in dem ansonsten bettelarmen Land in den Neunzigern und Nullerjahren demokratische Strukturen zumindest auf einem rudimentären Niveau zu unterstützen. Doch spätestens seit die Militärs die Macht übernommen haben, befindet sich der Konzern dort in einem prekären Dilemma.

Auch als Anleger sollten Sie diesen Zusammenhang nicht unterschätzen. Hier könnte es für die Aktie im Worst Case einen erheblichen Rückschlag geben. Loulo-Gounkoto war 2023 für rund 13,7 % der gesamten Goldproduktion von Barrick verantwortlich und damit dessen wichtigster Einzelstandort außerhalb Nordamerikas. Auch war der Minenkomplex in Mali der kostengünstigste Betrieb der Kanadier.