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Aktien : Ballard Power – heiße Dusche, kalte Dusche

Wer die Brennstoffzellen als wachstumsstarke Zukunftsindustrie betrachtet, der wird das kanadische Unternehmen Ballard Power mögen, wenn nicht gar lieben. Doch Vorsicht, als Aktionär muss man eiserne Nerven haben. Wo steht Ballard heute, und ist die Aktie derzeit ein Kauf?

Zukunftstechnologie mit Wachstumspower

Ballard Power Systems wurde im Jahr 1979 von Geoffrey Ballard gegründet. Der Hauptsitz ist das kanadische Burnaby. Seit Herbst des Jahres 2014 ist Randy MacEwen Vorstandschef – was unter anderem für eine doch spürbare Firmenkontinuität spricht.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Brennstoffzellen sowie die Entwicklung entsprechender Speichertechnik. Der Börsengang erfolgte einige Jahre vor dem Jahrtausendwechsel. Die historischen Höchststände erlebten die Anteilsscheine von Ballard Power während des Börsenbooms zur Jahrtausendwende. Damals notierte die Aktie bei mehr als 120 US-Dollar. Als die Börsenblase der New Economy platzte, wurde auch Ballard Power regelrecht zerlegt. Mehr als 15 Jahre dümpelten die Börsenpreise der Anteilsscheine irgendwo im Niemandsland, knapp oberhalb der Null-Linie.

Dann nach Jahren der Ernüchterung, Enttäuschung und auch Langeweile der – wie Kai aus der Kiste oder auferstanden aus Ruinen – der Turnaround. Er startete zum Jahreswechsel 2019/2020 und reichte bis zum 10-Jahres-Hoch bei rund 40 US‑Dollar zu Beginn des vergangenen Jahres.

Es schloss sich an – Stichwort: kalte Dusche – ein Kursverlust von rund 75 Prozent auf aktuell knapp 12 Dollar. In der Tat, wer mit der Aktie von Ballard Power Geld verdienen möchte, muss ordentlich Sitzfleisch und Nerven wie Drahtseile haben.

Geschäftszahlen – ein Horror

Die Kanadier legten Mitte März ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 und dessen letztes Quartal vor. Der Gesamtumsatz betrug 104 Millionen US-Dollar, nur wenig mehr als in 2020 und deshalb praktisch ohne Wachstum. Alles in allem schrieb Ballard im vergangenen Jahr einen Verlust von 114 Millionen Dollar – rund 130 Prozent mehr als in 2020.

Ungeachtet dieser katastrophalen Zahlen plant der Ballard Vorstand für das laufende Geschäftsjahr Gesamtbetriebskosten zwischen 140 und 160 Millionen Dollar, die Investitionen sollen von zuvor 14 auf in der Spitze 60 Millionen Dollar zulegen. Somit belaufen sich die Gesamtbetriebskosten und die Investitionen auf das Doppelte des Gesamtumsatzes im vergangenen Jahr. Investoren hören dies nicht besonders gern.

Aktie von Ballard Power dennoch ein Kauf?

Für klar denkende Anleger eher nicht. Die greifen erst zu, sobald die Anteilsscheine zwei oder drei Dollar über der Null-Linie notieren. Wie bei kaum einer anderen Aktie kommt es bei den Kanadiern auf exaktes Timing an, wobei manchmal auch das Glück oder der Zufall dem Anleger in die Hände spielen könnte. Fundamental ist die Aktie auf dem momentanen Kursniveau jedenfalls kein Kauf. Alsbaldige Gewinne scheinen, so jedenfalls die Überzeugung der Analysten, nicht in Sicht. Sowohl im Jahr 2022 als auch in 2023 erwarten Analysten ein nicht gerade erfreuliches Kurs-Cashflow-Verhältnis von rund ‑28.

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Über den Autor
Hajo Simons
Hajo Simons

Hajo (Heinz-Josef) Simons, Jahrgang 1956, arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist.

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