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Auto1 Group – Der Motor stottert

Inhaltsverzeichnis

Europas größter Online-Händler für Gebrauchtwagen, die Auto1-Group, hat in den ersten drei Monaten zwar weniger Umsatz erzielt als vor einem Jahr. Aber die Ertragslage hat sich deutlich verbessert.

Zahl der verkauften Autos im Rückwärtrsgang

Auto1 bedient zwei Kundengruppen – Autohändler und private Gebrauchtwagenkäufer und –verkäufer. Die Geschäftsentwicklung in den beiden Segmenten verlief im ersten Quartal 2023 sehr unterschiedlich. Im weitaus größeren Merchant-Bereich, der Autohändlern einen Teil ihrer Gebrauchtwagenbestände abkauft und weiter vermarktet, ging es mit der Zahl der verkauften Autos und den Verkaufserlösen stark bergab.

Das Management begründet das mit einem volatilen Gebrauchtwagenmarkt und rückläufigen Preisen. Auto1 verkaufte mit gut 139 000 Fahrzeugen rund 10% weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatzerlös je Fahrzeug nahm um rund 200 Euro von knapp 9.000 Euro auf nahezu 8.800 Euro ab. Positiv ist, dass sich trotzdem das Rohergebnis je Auto – die Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis pro Fahrzeug – um 5% auf durchschnittlich 769 Euro erhöht hat.

Geschäft mit Privatkunden zieht deutlich an

Wesentlich besser als bei den Profis sah es im Privatkundengeschäft aus. Der Bereich Autohero, zu dem auch die durch die Werbung bekannte Marke „wirkaufendeinauto.de“ gehört, konnte die Zahl der verkauften Gebrauchtwagen um stolze 24% auf über 18.000 Einheiten steigern. Der Umsatz wuchs mit plus 16 % nicht ganz so stark, da der durchschnittliche Verkaufspreis mit 15.732 Euro um rund 6% niedriger lag als in den ersten drei Monaten 2022.

Das stärkere Wachstum des Privatkundenbereichs führte dazu, dass das Gewicht von Autohero im Konzern deutlich zunahm und den Umsatzanteil von 15% auf 19% anheben konnte. Im Ergebnis schlägt sich das mit einem kräftig nach oben geschraubten Rohergebnis je verkauftem Fahrzeug nieder. Es schnellte um 88% auf 1.349 Euro nach oben.

Im Auto1-Konzern insgesamt summieren sich die unterschiedlichen Entwicklungen der beiden Segmente zu einem Umsatzminus von rund 8% auf 1,506 Milliarden Euro. Das Rohergebnis verbesserte sich um rund 6,5% auf 132 Millionen Euro. Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat sich der Verlust massiv verringert, von 47,6 Millionen Euro auf 25,1 Millionen Euro. Der Konzernverlust konnte von 66,9 Millionen Euro auf 44,1 Millionen Euro abgebaut werden.

Vorstand bestätigt den Jahresausblick

Insgesamt zeigte sich das Management mit der Entwicklung zufrieden und behält den Ausblick für das Gesamtjahr 2023 bei. Das Rohergebnis soll demnach zwischen 500 und 550 Millionen Euro erreichen und das bereinigte EBITDA soll sich auf minus 60 bis 90 Millionen Euro verbessern. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge soll 625.000 bis 690.000 erreichen, wovon 65.000 bis 70.000 auf Autohero entfallen sollen.

An der Börse kamen die etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zunächst gut an. Im frühen Handel zogen die im SDAX notierte Auto1-Aktie um rund 7% auf Kurse um 7,35 Euro an. Aber dann ging es wieder abwärts, und die Notierungen pendelten sich mit knapp 7 Euro nur leicht über dem Vortagskurs ein. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Q1-Ergebnisses bestätigten RBC Capital und JP Morgan ihre Kauf- und Goldman Sachs seine Halten-Empfehlung. Die Kursziele liegen mit 10 Euro (JP Morgan) bis 20 Euro (RBC Capital) weit über den aktuellen Notierungen.