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Aurubis – Trotz Rekordgewinn und Rekorddividende eine kleine Enttäuschung

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Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis hat im Geschäftsjahr 2021/2022 erneut ein Rekordergebnis erzielt. Die Aktionäre sollen mit einer höheren Dividende bedacht werden. Der Aktienkurs gibt dennoch nach.

Höhere Kupferpreise sorgen  für kräftigen Umsatzanstieg

Da Aurubis die Bücher für das Geschäftsjahr bereits am 30.September 2022 geschlossen hatte, konnte der nach eigenen Angaben weltweit führende Kupferrecycler noch weitgehend von den hohen Metallpreisen profitieren, die im Jahresverlauf dann zurückgegangen sind. Da auch die Kupfernachfrage zugenommen hat und zudem die Raffinerielöhne für andere Reycling-Materialien gestiegen sind, kletterte der Umsatz um 13,6 % auf 18,5 Milliarden Euro. Auch die Preise für Schwefelsäure, wo Aurubis mit einer Produktionsmenge von über 2 Millionen Tonnen zu den weltgrößten Anbietern zählt, zogen deutlich an.

Noch besser als beim Umsatz sah es beim operativen Gewinn vor Steuern (EBT) aus. Er schnellte um 40 % auf 532 Millionen Euro nach oben. Das Management des MDAX-Konzerns führt das darauf zurück, dass die höheren Preise für Metalle und andere Produkte die deutlich gestiegenen Energiekosten mehr als wettmachen konnten.

Das Ergebnis je Aktie verzeichnete ein Plus von knapp 17 % auf 16,37 Euro. Im Vergleich zu den 4,28 Euro des letzten Vor-Corona-Geschäftsjahrs 2018/2019 bedeutet das nahezu eine Vervierfachung.

Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro geplant

Die Aktionäre profitieren von den guten Geschäften mit einer Dividendenanhebung von 1,60 Euro auf 1,80 Euro. In Zukunft will das Management seine Dividendenpolitik flexibler gestalten und nicht mehr wie bisher mindestens ein Viertel des operativen Konzerngewinns an die Anteilseigner ausschütten.

Die geplante Dividende für 2021/2022 liegt denn auch schon unter den Analystenerwartungen von rund 2 Euro. Begründet wird die veränderte Ausschüttungslinie damit, dass Aurubis seinen Wachstumskurs fortsetzen und erhebliche Summen investieren will. Insgesamt sollen für drei neue strategische Projekte – unter anderem am US-Standort Richmond – 530 Millionen Euro aufgewendet werden.

Aktienkurs rutscht ins Minus

Für das laufende Geschäftsjahr 2022/2023 zeigt sich der Vorstand gedämpft optimistisch. Trotz schwächerer Konjunktur und hoher Energiepreise soll der operative Gewinn (EBT) mit 400 Millionen bis 500 Millionen Euro dem Rekordergebnis nahe kommen und wäre das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Die Aurubis-Aktie verlor aufgrund des schwächeren Ausblicks und der unerwartet geringen Dividendenerhöhung im frühen Vormittagshandel rund 3 % auf Kurse um 75 Euro. In den drei Monaten zuvor hatte der Kupferkonzern mit einem Kursgewinn von rund 45 % zu den Top-Gewinnern im MDAX gehört. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen hat Warburg sein Kursziel bei 79 Euro belassen. Die Baader Bank hält sogar weiterhin 110 Euro für angemessen.