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ASML – Chipindustrie zögert mit neuen Aufträgen

Inhaltsverzeichnis

Der Ausrüster für die Chipindustrie, die niederländische ASML Holding, hat im ersten Vierteljahr 2023 zwar die eigenen Erwartungen und die der Analysten übertroffen. Doch weniger Bestellungen der Kunden mahnen das Management zur Vorsicht. Die Aktie legt den Rückwärtsgang ein.

Umsatzanstieg übertrifft die Prognosen

Der in Veldhoven beheimatete Konzern hat in dem am 3. April zu Ende gegangenen ersten Geschäftsquartal 2023 beeindruckende Steigerungsraten im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet – allerdings waren die ersten drei Monate 2022 noch von Corona-Restriktionen und Lieferkettenproblemen geprägt. Der Umsatz mit Maschinen und Software  für die Halbleiterproduktion schnellte um 90% auf 6,7 Milliarden Euro nach oben.

Gegenüber dem Vorquartal, also dem vierten Vierteljahr 2022, bedeutet das allerdings „nur“ ein Plus von knapp 5%. Die Prognosen der Analysten von durchschnittlich 6,23 Milliarden Euro wurden aber deutlich übertroffen. Insgesamt rechnete ASML genau 100 Lithographiesysteme ab, gegenüber noch 106 im Vorquartal.

Gewinnmarge fällt gegenüber dem Schlussquartal 2022

Bei den Gewinnen zeigt sich ein ähnliches Muster: Im Jahresvergleich verdreifachte das Unternehmen das Nettoeinkommen nahezu auf 1,96 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorquartal war das ein Zuwachs um gut 8%. Das Ergebnis je Aktie sprang binnen eines Jahres von 1,73 Euro auf 4,96 Euro lag damit jedoch nur knapp über den 4,60 Euro des Vorquartals.

Auch das war besser als vom Markt erwartet wurde, denn die Analysten hatten lediglich mit 4,15 Euro Gewinn je Anteilsschein gerechnet. Die Bruttomarge verringerte sich von 51,5% im Schlussvierteljahr 2022 auf 50,6% im ersten Quartal 2023, da die Gewinne schwächer zulegten als die Umsätze.

Eine Enttäuschung lieferten die Auftragseingänge. Sie erreichten nur noch  3,75 Milliarden Euro und fielen damit gegenüber dem Vorquartal (6,32 Milliarden Euro) und dem Vorjahresvierteljahr ( 6,98 Milliarden Euro) jeweils um über 40% zurück. Firmenchef Peter Wennink sprach denn auch von „gemischten Signalen von der Nachfrageseite“.

Denn Kunden versuchten, ihre Lagerbestände angesichts der schwächeren Entwicklung am Chipmarkt wieder auf ein gesundes Niveau zu bringen. Deshalb verschieben manche Abnehmer den Lieferzeitraum oder greifen auf ältere Maschinen zurück. Trotz des Einbruchs bei den Bestellungen verfügt ASML aber immer noch über einen Auftragsbestand von 38,9 Milliarden Euro.

Sehr vorsichtiger Ausblick belastet den Kurs

Beim Ausblick bleibt Wennink denn auch betont vorsichtig. Im zweiten Quartal rechnet er mit einem Umsatz zwischen 6,5 und 7,0 Milliarden Euro – also in etwa so viel wie in den ersten drei Monaten. Die Bruttomarge soll mit 50% bis 51% ebenfalls in etwa  das aktuelle Niveau erreichen. Für das Gesamtjahr strebt er ein Umsatzplus von mehr als 25% an. Das würde mindestens 26,5 Milliarden Euro bedeuten und damit leicht über den Analystenschätzungen von 26,2 Milliarden Euro liegen. Die ASML-Aktie, die auch im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 vertreten ist, reagierte mit leichten Verlusten auf den vorsichtigen Ausblick. Im frühen Handel büßte sie rund 2,5 Prozent auf Kurse um 573 Euro ein. Im Oktober 2022 hatte sie noch bei knapp 400 Euro notiert  und war dann  bis zum Februar 2023 auf zeitweise 638 Euro geklettert.