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Taiwan Semi – der China-Malus

Taiwan Semi – der China-Malus
MichaelVi / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Taiwan Semiconductor Manufacturing – kurz: TSMC – ist ein feines Unternehmen. Eigentlich. Denn die aggressiven Drohgebärden der Volksrepublik China haben die Aktie zuletzt erneut ordentlich durchgeschüttelt. Wie geht’s nun weiter?

TSNC ist systemrelevant

Drei Unternehmen teilen sich weltweit den Markt für Halbleiterprodukte – Intel, Samsung sowie Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited. Im Februar des Jahres 1987 wurde das Unternehmen – wie es heißt, mit staatlicher Unterstützung – von Morris Chang gegründet. Gesteuert wird die Firma von ihrem Hauptsitz in taiwanesischen Hsinchu aus. Weltweit arbeiten fast 70.000 Menschen für TSMC.

Dessen Chips werden in allen möglichen Gerätschaften verbaut – Notebooks und Laptops, Handys und Autos, in der Waschmaschine und im Navigationssystem. Unlängst bezeichnete der Radiosender Deutschlandfunk Kultur das Unternehmen als „systemrelevant für die Welt“. Was dahintersteckt, wissen Unternehmer und Verbraucher spätestens, seitdem ihnen der Begriff „Lieferkettenprobleme“ fast täglich begegnet.

Die Gelbe Gefahr

Xi Jinping, Putin der Volksrepublik China, lässt seit ein paar Tagen die Muskeln spielen. Der Besuch von Nancy Pelosi, der Sprecherin des US‑Repräsentantenhauses, veranlasste die Chinesen zu militärischen Provokationen. Was dies alles und genau bedeutet, darüber berichten Tagesschau und Heute gleichsam rund um die Uhr.

TSMC Aktie – hohe Kursgewinne

Garantiert hat kein Anleger, der den Anteilsscheinen von Taiwan Semi in den vergangenen zehn Jahren treu geblieben ist, jemals ein böses Wort über das Unternehmen verloren. Im Gegenteil, seit dem Jahr 2012 summiert sich der Gewinn auf nahezu 700 Prozent. Auch die Performance in kürzeren Zeiträumen ist eindrucksvoll. In den vergangenen fünf Jahren betrug das kumulierte Plus knapp 200 Prozent, in den vergangenen drei Jahren rund 150 Prozent. Zu Jahresbeginn 2022 erreichte die Aktie ihr historisches Hoch.

In der Folge ging’s mit dem Kurs deutlich bergab. Momentan notiert die Aktie bei rund 88 Euro, vor gut einem Monat noch bei etwas mehr als 70 Euro. Seit dem Dip haben die Papiere also wieder ordentlich Boden gut gemacht.

Gründe für Kursverluste

Der Kursrutsch hat – wie allgemein bekannt – mehrere Ursachen. Zum einen die, leider schon legendären, Lieferkettenprobleme. Taiwan Semi könnte mehr verkaufen, kann aber nicht mehr produzieren. Andererseits belastete das schwache Umfeld an den Aktienmärkten. Seit Jahresbeginn werden nämlich speziell die Wachstumswerte aus dem Tech-Sektor verprügelt. Obwohl grundsolide, nahmen Investoren TSMC in Sippenhaftung. Das Säbelrasseln der Autokraten tat dann ein Übriges.

TSMC Aktie jetzt ein Kauf?

Politische Börsen haben kurze Beine, lautet ein alter Börsianer-Spruch. Allerdings gilt auch: keine Regel ohne Ausnahme. Und niemand weiß, was Putins Epigonen in den nächsten Wochen und Monaten noch vorhaben.

Zweifellos, Taiwan Semi ist ein innovatives und technologisch exquisites Unternehmen – wachstumsstark und hoch profitabel. Dennoch würde ich, eben weil politische Börsen nicht immer kurze Beine haben, momentan die Finger von der Aktie lassen.

Der Einstieg käme für mich frühestens infrage, sobald sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt haben. Sicher, dann kann der Aktienkurs schon zehn oder noch mehr Prozent zugelegt haben. Doch sicher ist sicher. Dies gilt insbesondere für private Anleger.