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JinkoSolar – heiße Aktie, heiße Gewinne

JinkoSolar – heiße Aktie, heiße Gewinne
Inhaltsverzeichnis

Fast 2000 Prozent Kursgewinn in den vergangenen zehn Jahren. Das ist schon irre. Vorsicht: Die Aktie des chinesischen Solarmodulherstellers JinkoSolar ist nichts für schwache Nerven.

Made in China

Die JinkoSolar Holding Co., so der offizielle Firmenname, produziert und verkauft nach eigenen Angaben Solarzellen, Solarmodule sowie Montagesysteme für Solarmodule. Was an sich nichts Besonderes ist. Solche Firmen schossen speziell in Deutschland eine Zeitlang wie Pilze aus dem Boden. Die meisten davon gibt es längst nicht mehr.

Im Gegensatz zu JinkoSolar, im Jahr 2006 gegründet und mit Sitz in Shanghai, die putzmunter sind und fröhlich weiterwachsen. Zur Komplettierung der eigenen Wertschöpfungskette betreiben die Chinesen auch eigene Solarparks, und alles in allem beschäftigt man rund 25.000 Menschen

Geschäftsjahr 2021 mit Prädikat, fast

JinkoSolar steigerte seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um gut 16 Prozent auf 40,83 Milliarden chinesische Yuan. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 wurden nahezu 20 Prozent mehr Solarmodule ausgeliefert. Wermutstropfen: Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent auf 1,1 Milliarden chinesischen Yuan. Grund dafür waren Antidumping- und Ausgleichszölle.

Die Zahlen für das vierte Quartal 2021 stellten – übertrieben formuliert – alles in den Schatten. Fast 75 Prozent Umsatzplus und 68 Prozent mehr Auslieferungen. Mehr als nur ordentlich, was die Chinesen da abgeliefert haben.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Die Chinesen haben sich praktisch zum Technologieführer im Solarmarkt gemausert. Die Solarzellen mit der Bezeichnung „ntype-Topcon“ haben einen Wirkungsgrad von 25,7 Prozent – so viel wie kein Konkurrenz-Produkt. Offenbar ist die Nachfrage nach diesem Zellen-Typ so groß, dass es einer Kapazitätserweiterung bedurfte. Deshalb hat das Unternehmen in Xining – das liegt in der chinesischen Provinz Qinghai – eine weitere Fabrik für die Produktion des n-Typs eröffnet. Nachschub scheint ausreichend vorhanden, um die auch künftig hohe Nachfrage zu bedienen.

Ein weiteres Argument, das für die Aktie spricht: Das Unternehmen will in den kommenden 18 Monate eigene Aktien im Gegenwert von 200 Millionen US‑Dollar zurückkaufen. Solche Rückkaufprogramme schaden zumindest nicht. Bei einem positiven Börsenumfeld – was wir momentan leider nicht haben – beflügeln diese eher den Aktienkurs.

Aus den USA, auch das spricht für JinkoSolar und dessen Aktien, kommt politischer Rückenwind. Weil die Amerikaner im eigenen Land nicht so viele Solarmodule produzieren können, wie eigentlich nötig sind, sollen die Einfuhrzölle auf chinesische Solarmodule zwei Jahre lang entfallen.

Die Aktie kaufen?

Grundsätzlich bieten die Anteilsscheine des chinesischen Solarmodulherstellers JinkoSolar mittel- und es recht längerfristig ausgezeichnete Kurschancen. Die Frage ist allerdings, ob ein Kauf jetzt tatsächlich sein muss. Immerhin notiert die Aktie mit mehr als 60 US-Dollar nicht allzu weit von ihrem historischen Höchststand. Seit Ende Februar 2022, als der Kurs noch und 35 US-Dollar betrug, haben wir also eine knappe Kursverdopplung gesehen.

Ein Blick auf den Chart zeigt, dass die Aktie (WKN: A0Q87R) sehr volatil ist. Auch in vergleichsweise kurzen Zeiträumen kam es zu teils extremen Kursausschlägen nach oben und nach unten. Wer jetzt die Papiere kauft, muss dies berücksichtigen und darf sich nicht wundern, falls die Aktie in nächster Zeit gleichsam im Handumdrehen 20 oder gar 30 Prozent verliert. Anleger jedoch, die kaufen und einfach liegenlassen und zwischenzeitlich nicht hinschauen, könnten – aller Volatilität zum Trotz – in den nächsten fünf Jahren einige Freunde haben.