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Zu viel Risiko: Warum Opel seine China-Pläne verwirft!

Inhaltsverzeichnis

Ausländische Unternehmen halten sich mit Investitionen in China immer häufiger zurück. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie der Marktforschungsfirma Rhodium.

Doch eine Ausnahme gibt es: die deutschen Autokonzerne Volkswagen, Mercedes und BMW. Laut der Studie haben diese zwischen 2018 und 2021 zusammen mit dem Chemiekonzern BASF 34 Prozent der ausländischen Investitionen in China gestemmt.

Stellantis-Marke Opel bläst China-Expansion ab

Nun will ein deutscher Branchenvertreter aus dieser Riege ausscheren. Namentlich: Opel. Die Marke der Auto-Holding Stellantis wird nämlich ihre China-Pläne ruhen lassen. Das geht aus einem inzwischen vom Unternehmen bestätigten Bericht des „Handelsblatts“ hervor.

Hintergrund: Erst 2021 kündigte Opel an, auf dem chinesischen Markt mit neuen Elektroautos groß durchstarten zu wollen. Der Autobauer aus Rüsselsheim hatte es im Unterschied zu den Konkurrenten VW, Mercedes und BMW nie wirklich geschafft, sich in China zu etablieren. Das wollte man mit Blick auf die dortigen Wachstumschancen ändern.

Politiker fordern Zurückhaltung in China

Doch nun die Kehrtwende. Inzwischen sieht Opel in China offenbar mehr Risiken als Chancen. Das „Handelsblatt“ zitiert hierfür Unternehmenskreise, wonach vor allem die nationalistischen Tendenzen in der Volksrepublik der Grund seien, warum die Stellantis-Marke in Sachen China jetzt die Reißleine zieht, bevor es überhaupt richtig losgeht.

Damit folgt Opel der Auffassung vieler deutscher Politiker. So hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kürzlich betont, dass die Naivität gegenüber China vorbei sei. Entsprechend fordern einige politische Akteure die Industrie nun auf, ihre Abhängigkeiten von dem Land zu überdenken.

Ethische Defizite, Protektionismus und Corona-Lockdowns

Dabei geht es zum einen um das menschenrechtswidrige Gebaren der Kommunistischen Partei – unter anderem mit Blick auf die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang. Zum anderen hat Peking in den letzten Jahren seine protektionistische Politik intensiviert. Das heißt: China bevorzugt immer mehr und immer deutlicher heimische Unternehmen und ist bereit mit dem Westen offene Handelskonflikte zu führen.

Experten erwarten, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren weiter verschärfen wird. Ausländische Firmen gehen somit ein langfristiges Risiko ein, wenn sie jetzt in China investieren. Irgendwann könnte die Parteiführung zu der Erkenntnis gelangen, dass man die westlichen Akteure für die inländische Wertschöpfung nicht mehr braucht und diese dann vollends aus dem Markt herausekelt.

Insofern kommt die Entscheidung von Opel nicht von ungefähr. Eine Rolle dürfte natürlich auch die strenge Corona-Politik spielen. Peking verordnet immer noch harte Lockdowns, um dem Virus beizukommen. Das hat gravierende Folgen für die dortige Konjunktur und ist für ausländische Autobauer ein Damoklesschwert, das jederzeit mit voller Kraft zuschlagen kann.

Mein Fazit für Sie

China ist der größte Absatzmarkt der Welt – auch in Sachen motorisierter Mobilität. Dass sich die großen deutschen Autokonzerne so stark auf das Land konzentriert haben, ist somit wenig verwunderlich. Doch früher oder später könnte dieses Engagement den Unternehmen auf die Füße fallen.

Die Stellantis-Marke Opel hat hier immerhin einen Vorteil. Schauen Sie: Das Reich der Mitte macht für Volkswagen, Mercedes und BMW bereits rund ein Drittel des globalen Absatzes aus. Würden die Konzerne in China abrupt die Reißleine ziehen, würde das mit einer extremen Verzwergung einhergehen.

Opel wiederum war bis dato ohnehin nicht in China aktiv. Den Rüsselsheimern fällt das Ganze also deutlich einfacher. Nun muss sich zeigen, wo Opel stattdessen hin will. Der Autobauer betonte in den letzten Jahren stets, dass man im Zuge der Elektromobilität auf eine starke Expansion setzen wolle. Dieses grundlegende Ziel dürfte trotz der China-Abkehr weiterhin gültig sein.