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Nach Kursrutsch: Warum Sie BYD nie unterschätzen sollten!

Inhaltsverzeichnis

Bei der BYD-Aktie haben sich die Ereignisse in den letzten Tagen überschlagen. Im Mittelpunkt: der Starinvestor Warren Buffett, eine Schweizer Großbank und nicht zuletzt die neuen Quartalszahlen.

Fangen wir bei Warren Buffett bzw. dessen Investmentkonzern Berkshire Hathaway an. Denn dessen Aktionen haben den Aktienkurs des chinesischen Autobauers zuletzt am stärksten beeinflusst – und zwar in negativer Hinsicht.

BYD-Aktie: Buffetts Mini-Verkauf löst Panik am Markt aus

Wie aus Börsendaten hervorgeht, hat Berkshire Hathaway am 24. August seine Beteiligung an BYD von 20,04 auf 19,92 Prozent reduziert. Buffett hat somit rund 1,33 Millionen Aktien im Wert von umgerechnet etwa 47 Millionen Euro abgestoßen. Der Verkauf war also relativ übersichtlich. Am Kapitalmarkt sorgte das Ganze trotzdem für einen beachtlichen Kursrutsch.

So fiel die BYD-Aktie an der Börse Hongkong nach Bekanntgabe um bis zu 13 Prozent. Offenbar haben die Anleger Angst, dass Buffett das Vertrauen in den chinesischen E-Auto-Primus verloren haben und weitere noch wesentlich größere Verkäufe anstreben könnte.

Credit Suisse sieht gigantisches Kurspotenzial

Die Experten der Großbank Credit Suisse sehen das Ganze aber deutlich optimistischer. So schraubten die Analysten das Kursziel für die BYD-Aktie kürzlich von 380 auf 400 Hongkong-Dollar (HKD) nach oben und beließen die Einschätzung auf „Outperform“. Das wäre im Vergleich zum Kursniveau vom 1. September ein mögliches Plus von satten 72 Prozent (Stand: 01.09.2022, 10:00 Uhr).

Vor allem die neuen Quartalszahlen von BYD scheinen bei der Credit Suisse hervorragend anzukommen. Tatsächlich konnte der chinesische Autokonzern zuletzt ein beachtliches Zahlenwerk abliefern – trotz chinesischer Corona-Lockdowns in Q2, Konjunkturdellen, hoher Rohstoffpreise und Lieferkettenproblemen.

Erstes Halbjahr 2022: BYD steigert Umsatz und Absatz deutlich

Schauen Sie: BYD steigerte im ersten Halbjahr 2022 seinen Umsatz um knapp 66 Prozent auf rund 150 Milliarden Yuan. Allein im zweiten Quartal verkaufte der Konzern 355.021 sogenannte NEVs – also reine Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Das entspricht einem Zuwachs von starken 255 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und einem Plus von 24 Prozent im Vergleich zu Q1 2022. BYD erreichte damit einen Marktanteil im chinesischen NEV-Markt von 24,7 Prozent (+7,5 Prozentpunkte ggü. 2021).

Chinesen im Gewinnrausch

Doch das ist längst nicht alles. Vor allem der Profit sorgte selbst bei Marktkennern für Staunen. Demnach steigerte BYD seinen Nettogewinn im ersten Halbjahr um 117 Prozent auf 3,93 Milliarden Yuan. Damit lag das Unternehmen am oberen Ende seiner prognostizierten Spanne. BYD wies darauf hin, dass man die höheren Kosten für Material und Energie sehr gut an die Kunden weitergeben konnte, vor allem im zweiten Quartal.

So erzielte BYD in Q2 einen durchschnittlichen Gewinn von 5.600 bis 7.900 Yuan pro Fahrzeug. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren es nur 2.400 Yuan gewesen. Die Nachfrage nach Elektroautos in der Volksrepublik scheint so hoch zu sein, dass die Kunden die gestiegenen Preise offenbar gerne in Kauf nehmen.

Mein Fazit für Sie

Der relativ übersichtliche Aktien-Verkauf von Warren Buffett hat die BYD-Aktie schwer getroffen. Meiner Meinung nach war die Reaktion des Marktes hier etwas übertrieben. Auf der anderen Seite hat Buffett damit dazu beigetragen, ordentlich Luft aus der Aktie herauszulassen. Das schafft nun günstigere Kurse, auf denen sich wieder einfacher aufbauen lässt.

Operativ jedenfalls läuft es für BYD hervorragend. Der Konzern hat das Zeug, den chinesischen E-Auto-Markt auf Jahre hin zu dominieren und sowohl ausländische als auch inländische Wettbewerber in die Schranken zu weisen. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen inzwischen über ein beachtliches technologisches Know-how und kann dieses nutzen, um seine Expansion in Europa voranzutreiben und westlichen Konkurrenten dort Marktanteile streitig zu machen.

Unterschätzen sollten Sie BYD auf jeden Fall nicht – immerhin konnte der Konzern zuletzt mehr Elektroautos verkaufen als Tesla und ist somit nun auch Weltmarktführer.