Alphabet tanzt auf vielen lukrativen Hochzeiten

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Im Gegensatz zu 2024 war 2025 nicht das Jahr der sogenannten Magnificant Seven. Lediglich zwei der sieben Tech-Titanen ragten mit ihrer Performance im abgelaufenen Jahr heraus: Alphabet und Nvidia. Mit über 60% Zugewinn war Alphabet die klare Nr. 1. Dank der breiten Aufstellung in zahlreichen Wachstumsmärkten könnte der Aktie 2026 ein ähnlicher Coup gelingen.

Basis des Erfolgs: Suchmaschinengeschäft und Android-System

An Alphabet gefällt mir besonders, dass der Konzern sich niemals mit dem Erreichten zufrieden gibt, sich gar auf seinen Erfolgen ausruht – sondern stets nach neuen Innovationen sucht, mit denen sich in Zukunft Geld verdienen lässt. Mit der Google-Suche fing alles an. Inzwischen macht Alphabet hiermit einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. US-Dollar bei hohen Gewinnmargen. Diese Gewinne wurden in zahlreiche neue Entwicklungen gesteckt.

Dabei hatte das Unternehmen eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Idee: Die Entwicklung eines Betriebssystems für Smartphones, das leistungsfähiger ist als alles, was die Smartphone-Hersteller selber bauen und diesen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Aus dieser Idee wurde Android geboren und setzte zu einem gewaltigen Siegeszug an. Natürlich mit vorinstallierten Google-Apps, die vor allem im Suchmaschinengeschäft für einen gewaltigen Wachstumsschub sorgen. 

Tochter DeepMind konkurriert mit ChatGPT um den KI-Thron

Seine KI-Aktivitäten rund um das KI-Sprachmodell Gemini hat Alphabet inzwischen in der Tochter DeepMind gebündelt. Dabei entwickelt der Konzern auch eigene KI-Hardware wie sogenannte TPU-Chips, speziell entwickelte KI-Beschleuniger, die für das Training großer KI-Modelle optimiert werden.

Die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz reichen bei Alphabet quer durch alle Geschäftsbereiche. Alphabet zählt inzwischen auch zu den weltweit größten Anbietern von Cloud-Lösungen für Unternehmenskunden und konkurriert hier mit Microsoft und Amazon.

Der Konkurrenzkampf wird vor allem über intelligente Werkzeuge zur Datenanalyse geführt – und hier befindet sich Alphabet derzeit auf der Überholspur.

Waymo: Autonome Fahrzeuge werden zu einem gigantischen Markt

Mit Tesla liefert sich Waymo derzeit ein spannendes Rennen um die Marktführerschaft im Megamarkt Robotaxis. Schätzungen zufolge besitzen autonome Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 das Potenzial, ein weltweites Umsatzvolumen von über 600 Mrd. US-Dollar zu generieren. Und Waymo hat hier in vielen Bereichen die Nase vorn. Kein anderes Unternehmen hat so viele Kilometer mit selbstfahrenden Autos und so viele Daten gesammelt wie Waymo und verfügt – dank der Konzernmutter Alphabet – über derart ausgefeilte KI-Technologien zu deren Auswertung und Kommerzialisierung der Technologie.

Tochter YouTube ist der weltgrößte Streamingdienst

Ein genialer Schachzug war die Übernahme von YouTube im Jahr 2006. Der Übernahmepreis von 1,65 Mrd. US-Dollar für ein gerade einmal 19 Monate altes Start-up erschien zu dieser Zeit einigen Kommentatoren vollkommen überzogen, war aber letztlich ein absolutes Schnäppchen. Heute kratzt die Tochter YouTube an der Marke von 10 Mrd. US-Dollar Quartalsumsatz und hat damit den Streaming-Giganten Netflix überholt. Der Wert von YouTube wird auf über 500 Mrd. US-Dollar geschätzt.  

Auch bei Quantencomputern spielt der Konzern vorne mit

Mit seinem Willow-Chip zählt der Konzern zu den führenden Anbietern im Wettlauf um einen voll funktionsfähigen Quantencomputer. Sicherlich wird die Entwicklung noch Jahre dauern. Aber das Unternehmen, das als erstes einen Quantencomputer auf den Markt bringt, wird einen bedeutenden Vorteil in diversen Anwendungsfeldern erlangen. Diese Sparte ist derzeit etwa dort, wo die Waymo-Sparte vor einigen Jahren war und könnte sich in Zukunft noch als sehr wertvoll erweisen.

Trotz gewaltigem Börsenwert nicht hoch bewertet

Alphabet weist inzwischen einen gewaltigen Börsenwert von 3,8 Bio. US-Dollar auf. Doch dank der massiven Gewinnsteigerungen der vergangenen Jahre bleibt die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28,5 für das laufende Jahr im Rahmen. Für einen Konzern mit zweistelligen Wachstumsraten und mehreren Assen für die Zukunft im Ärmel ist das nicht besonders viel. Das macht die Aktie für langfristig orientierte Anleger attraktiv.