Alibaba, Tencent und JD.com: Panik-Sell-Off an Chinas Finanzmärkten

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Ein regelrechter „Panik-Sell-Off“ erwischte Anfang dieser Woche viele China-Anleger auf dem falschen Fuß.

Diese 3 Gründe sind für den massiven Kurseinbruch der China-Aktien verantwortlich:

  1. Die strengen Regulierungsmaßnahmen der Chinesen in Bezug auf den gerade frisch an die Wall Street emittierten Fahrdienstleister Didi.
  2. Die angekündigten massiven Eingriffe durch Chinas Regierung bei den privaten Bildungsunternehmen wie TAL Education oder New Oriental Education
  3. Die neuen Regulierungen in Bezug auf Tencent Music und den Lieferdienst Meituan.

Alle drei Punkte lieferten den China-Kritikern regelrechte Steilvorlagen und setzten sowohl in Asien als auch in den USA Verkaufswellen in Gang, die auch die großen IT-Giganten wie Alibaba, Baidu, JD.com oder Tencent mit in den Abwärtsstrudel rissen.

„China hat viel zu lange zugesehen“

Ich will diese neue Regulierungswut der Kommunistischen Führung keineswegs verharmlosen, doch JPMorgan brachte es diese Woche in einer Analyse richtig auf den Punkt: „China hat in den letzten Jahren zu viel laufen lassen, was man jetzt korrigiert.“

Lassen Sie sich von den Schlagzeilen nicht verunsichern!

Wichtig ist es wie immer in solchen Phasen Ruhe zu bewahren und sich nicht von den Schlagzeilen verunsichern zu lassen.

Versuchen Sie die Sache lieber aus der Vogelperspektive zu betrachten

Denn selbst in Bezug auf die chinesischen Bildungsunternehmen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Klar ist allerdings, dass es hier offensichtlich zu gesellschaftlichen Verwerfungen kam.

Viele Familien haben ihrem einzigen Kind (Ein-Kind-Politik) über private Zusatzbildungen wesentlich bessere Zukunfts-Chancen eröffnen wollen und sich teilweise an den Rand ihrer privaten Existenzen gebracht. Das will der chinesische Staat ebenso unterbinden wie ausländische Einflüsse auf die Lern-Inhalte.

China setzt auf Diktatur und Privatwirtschaft

China ist eine Diktatur, die allerdings ganz klar auf Kapitalismus und Privatwirtschaft setzt, um die Ziele der ökonomischen und technologischen Weltführerschaft zu erreichen.

Viele Ideen, Maßnahmen und Richtlinien sind uns logischerweise fremd. Dennoch weiß man in Peking ganz genau, dass man das Ausland sowohl als Absatzmarkt als auch als Investor dringend weiterhin braucht.

Eine robuste Börse ist zudem ein wichtiger Baustein, an dem die Bevölkerung privat für das Alter vorsorgen kann. Immobilien und Aktien sind diesbezüglich in China die wichtigsten Assetklassen.

Klar ist: JD.Com, Baidu oder Alibaba werden nicht verstaatlicht werden

Aber aus den aktuellen Regulierungsmaßnahmen abzuleiten, dass China künftig auch Unternehmen wie JD, Baidu, Tencent oder Alibaba „verstaatlichen“ wird, ist absolut absurd.

Natürlich verstehe ich die Sorgen vieler Anleger, gebe aber zu bedenken, dass man in Peking ganz genau weiß, dass man den Kapitalmarkt sowohl national als auch international braucht, um die eigenen Ziele in Sachen Technologieführerschaft auch zu erreichen.

Deshalb sollten Sie jetzt weder überstürzt aufstocken, noch verkaufen. Ich gehe fest davon aus, dass der aktuelle Ausverkauf bald vorbei ist, sich dann ein Boden und dann auch eine Trendwende ausbilden wird.

Bewahren Sie einfach Ruhe und lassen Sie den Rauch erst einmal vorüberziehen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.