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Aktien : Alibaba-Aktie: Quartalszahlen am Donnerstag – Trendwende möglich?

Bei kaum einer anderen Aktie wird die anstehende Bilanz so wichtig sein wie bei Alibaba. Denn das Papier geriet in den letzten Monaten kräftig unter die Räder. Entsprechend gespannt ist der Kapitalmarkt auf die am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen. Die Gretchenfrage: Kann Alibaba die Trendwende schaffen oder setzt sich der Abwärtskurs fort?

Zunächst für Sie ein paar wichtige Fakten: Alibaba gilt als größtes Tech-Unternehmen Chinas. Der Konzern betreibt diverse Online-Handelsplattformen wie „Alibaba.com“, „Taobao“, „Tmall.com“ und „AliExpress“. Darüber hinaus ist der Konzern mit der mobilen Bezahl-App „Alipay“ einer der führenden Finanzdienstleister der Welt. Und inzwischen ist man auch im Cloud-Geschäft tätig.

Behörden nehmen Alibaba an kurze Leine

Etwa eine Milliarde Chinesen greifen regelmäßig auf die Plattformen und Dienste des Konzerns zurück. Was auf den ersten Blick glorreich aussieht, ist für Alibaba inzwischen ein Problem. Denn: Der chinesischen Zentralregierung gefällt die exorbitante Marktmacht des Tech-Konzerns und der Einfluss auf die Bevölkerung überhaupt nicht. In den letzten Monaten überhäufte die Kommunistische Partei Alibaba deshalb mit strengen Auflagen und Strafen.

Das hatte im dritten Quartal 2021 bereits Auswirkungen auf die Bilanz – vor allem auf die Profitabilität. Alibaba erzielte in Q3 einen Umsatz von umgerechnet 31,15 Milliarden Dollar. Das entsprach einer Steigerung von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Gegenüber Q2 2021 stagnierten die Erlöse allerdings.

Gewinneinbruch in Q3 2021

Unterm Strich blieb dem Unternehmen ein Nettogewinn von nur 833 Millionen Dollar hängen. Das war ein Rückgang von 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Alibaba begründete den Gewinneinbruch unter anderem mit höheren Investitionen und Belastungen durch die Corona-Pandemie, aber auch mit strengeren Regulierungen vonseiten der chinesischen Behörden.

Für das Gesamtjahr 2021 rechnet der Konzern inzwischen nur noch mit einem Umsatzwachstum von 20 bis 23 Prozent. Zuvor hatte man ein Plus von 30 Prozent in Aussicht gestellt. Alibaba ist also etwas pessimistischer gestimmt – das Wachstum aber dürfte weitergehen. Ob das reicht, die Anleger am Donnerstag wieder auf Kurs zu bringen, wird sich zeigen.

Cloud-Wachstum in Gefahr

Das Risiko jedenfalls bleibt relativ hoch. Erst im Dezember hatte das IT-Ministerium der Volksrepublik angekündigt, die Kooperation mit Alibaba im Bereich Cloud Computing auf Eis zu legen. Der Grund: Das Unternehmen habe nicht rechtzeitig über mögliche Sicherheitslücken berichtet.

Für Alibaba ist das wahrlich ein Desaster. Die Cloud-Sparte zählt seit Jahren zu den wachstumsstärksten Geschäftsbereichen des Konzerns. Alibaba hilft hier vor allem mittelständischen Unternehmen bei der Digitalisierung. Eigentlich ein Zukunftsmarkt – doch die Anforderungen der Behörden werden immer strenger, was das Potenzial empfindlich einschränkt.

Licht und Schatten

Auf der anderen Seite hat die chinesische Regierung wohl kein Interesse daran, Alibaba zu zerstören. Der Konzern ist ein wichtiger Treiber des technologischen Fortschritts und trägt erheblich zur Volkswirtschaft bei. Ohne Alibaba wäre China nur noch ein Schatten seiner selbst. Diese Abhängigkeit ist zugleich der größte Pluspunkt der Aktie und ein Signal, dass das Papier objektiv gesehen tatsächlich unterbewertet sein könnte.

Natürlich dürfte die Aktie auch nach der Bilanzvorlage am Donnerstag sehr stark von Panikeffekten geprägt sein. Der Grund: Der Kapitalmarkt hat die Willkür der Kommunistischen Partei endgültig erkannt. Das Vertrauen in die Aktie ist nachhaltig beschädigt. Umso mehr müssen die Anleger jetzt auf solide Zahlen hoffen. Sollte Alibaba hier am Donnerstag enttäuschen, wäre das Kursdesaster wohl perfekt.

Wir dürfen also gespannt sein.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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