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Aktien : Aktiensplit – mehr Aktien, aber nicht mehr Vermögen

Amazon hats getan und Alphabet, Googles Mutter, ebenfalls. Tesla und Broadcom stehen möglicherweise in den Startlöchern. Die Rede ist von Aktiensplits, die insbesondere US-amerikanische Unternehmen vollziehen, sobald die Anteilsscheine nach jahrelangen Kursgewinnen zumindest optisch teuer scheinen. Was kann dies für die weitere Kursentwicklung der Aktien bedeuten?

Was ist ein Aktiensplit?

Der Name ist Programm, denn signalisiert doch bereits der Begriff „Aktiensplit“, um was es hier geht. Nämlich um eine Aufteilung der Aktien in einem bestimmten Verhältnis – aufteilen wie „to split“ im Englischen.

Bei einem Split wird jede Aktie vervielfacht. Beispielsweise erhalten Aktionäre bei einem Split im Verhältnis 1 zu 10 für einen Anteilsschein, den sie im Depot halten, 10 neue. Die beiden Web-Mammuts Alphabet und Amazon beispielsweise haben ihre Aktien im Verhältnis 1 zu 20 gesplittet. Altaktionäre hatten also nach dem Split 20 Mal mehr Anteilsscheine der beiden Unternehmen in ihren Depots als zuvor.

Hinweis am Rande, obwohl dieser eigentlich nicht nötig sein sollte: Der Kurs der jeweiligen Aktie wird selbstverständlich im entsprechenden Splittingverhältnis reduziert. Kostete also eine Aktie vor dem Split – angenommen – 200 Dollar und wurde die Aufteilung im Verhältnis 1 zu 20 vollzogen, dann beträgt der Aktienkurs nach der Filetierung 10 Euro.

Dies bedeutet: Der Wert des Aktienpakets hat sich nicht geändert, lediglich der Aktienbestand im Depot. Gleichwohl zeigt die Erfahrung, dass Aktien nach einem Split tendenziell fester notieren, die Kurse also eher steigen als fallen. Weshalb ist das so?

Weshalb die Aktienkurse nach einem Aktiensplit oft zulegen.

Einmal angenommen, die Aktie eines Unternehmens kostet 10.000 US-Dollar, weil der Aktienkurs stetig nur eine Richtung kannte – gen Norden. Das war keine Spekulation, sondern der Kurs legte zu dank entsprechend steigender Unternehmensgewinne, abzulesen am aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das nach wie vor vergleichsweise moderat erscheint.

Aber: Für private Anleger ist ein Aktienkurs von 10.000 Dollar ein ordentliches Pfund, auch wenn die Fundamentaldaten der AG völlig in Ordnung sind. Denn Privat- und Kleinanleger kaufen üblicherweise lieber 100 Aktien zum Kurs von jeweils 100 Euro als nur eine einzige Aktie zum Kurs von 10.000 Euro.

Der Grund demnach, weshalb Unternehmen ihre Aktien splitten, liegt auf der Hand. Sie wollen durch diese Operation ihre Anteilsscheine optisch verbilligen, sie für Klein- und Privatanleger wieder attraktiver machen und so ihre Eigentümerstruktur verbreitern.

Bei Amazon und Alphabet müssen die Aktionäre den von den beiden Vorständen angekündigten Splits noch zustimmen. Woran kein Zweifel besteht. Falls die Eigentümer der beiden US-Unternehmen den Split abnicken, würde die Alphabet Aktie „nur“ noch rund 140 US-Dollar statt 2.800 Dollar kosten, die Aktie von Amazon ähnlich viel respektive wenig.

Welche US-Firmen könnten die nächsten bei einem Split sein?

Zweifellos die Nummer eins auf der Favoritenliste ist Tesla (ISIN: US88160R1014). Die Aktie kostet nahezu 1.000 US-Dollar – ein Kurs, der viele Kleinanleger abschrecken dürfte. Ein Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 5 würde wahrscheinlich schon ausreichen, um mehr private Investoren anzulocken. Keine Spekulation, sondern empirisch durchaus wahrscheinlich. Im August 2020 kündigte Tesla einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 5 an. Diese Aufteilung sollte 20 Tage später erfolgen. In dieser Zeit stiegen die Tesla Aktien um sage und schreibe 60 Prozent.

Weiterer Kandidat könnte Broadcom (US11135F1012) sein. Das Halbleiterunternehmen wurde im Jahr 2016 von Avago Technologies übernommen, firmiert aber nach wie vor unter dem früheren Firmennamen. Derzeit notiert die Aktie bei rund 600 US-Dollar. Kurse im Bereich 800/900 Dollar könnten ein guter Anlass sein für einen Split, um die Aktien auch wieder für private Investoren attraktiver zu machen.

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Über den Autor
Hajo Simons
Hajo Simons

Hajo (Heinz-Josef) Simons, Jahrgang 1956, arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist.

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