Aktien: Freitag nächster großer Hexensabbat
Die US-Notenbank Fed hat in diesem Monat ein weiteres Mal den Leitzins in den USA gesenkt. Aktuell liegt er in einer Spanne von 3,5 bis 3,75%. Für 2026 rechnen Experten mit bis zu drei weiteren Zinssenkungen. Verantwortlich für den jüngsten Zinsschritt war vor allem ein schwächerer Arbeitsmarkt.
Dazu müssen Sie wissen: Die amerikanische Geldpolitik orientiert sich nicht nur an der Inflationsentwicklung (diese hätte aktuell keine Zinssenkung gerechtfertigt), sondern auch an der Konjunkturentwicklung. Und hier gab es zuletzt negative Daten, die eine Zinssenkung rechtfertigen.
Der mit Spannung erwartete Zinsentscheid führte in den vergangenen Tagen zu teils etwas größeren Kursschwankungen. Es gibt aber noch einen anderen Grund für die Achterbahnfahrten an der Börse: Morgen findet zum letzten Mal in diesem Jahr der sogenannte dreifache Hexensabbat statt.
Hexensabbat = Großer Verfallstag an den Terminbörsen
Als Schlussgong-Stammleser wissen Sie schon: Der dreifache Hexensabbat (Triple Witching Day) ist auch als großer Verfallstag bekannt, da an diesem Tag weltweit an den großen Terminbörsen gleich drei Arten von Anlagen final abgerechnet werden: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.
An diesen Tagen (und häufig auch schon im Vorfeld) geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu. Der große Verfallstag ist jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Kurz und bündig formuliert: Der Hexensabbat ist der Tag der Abrechnung.
Viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken sind in Terminkontrakten investiert, die am Hexensabbat abgerechnet werden. Im Vorfeld wird stets versucht, die Basiswerte (zum Beispiel DAX und Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.
Wenn sich sehr viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, dann kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale durchstarten. Umgekehrt kann bei Indizes oder einzelnen Aktien kurzfristig auch massiver Verkaufsdruck aufgebaut werden.
Was zu den teils deutlichen Schwankungen führt
Wie gerade beschrieben: Da die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen. Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen.
Sie als Privatanleger können sich morgen am großen Verfallstag bzw. am Hexensabbat zurücklehnen. In der Regel haben die rund um den Hexensabbat oftmals zu beobachtenden größeren Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung. Daher können Sie diese ignorieren.
Anders sieht es aus, wenn Sie als Day-Trader unterwegs sind; also sehr kurzfristige Positionen halten. Dann können Sie die Schwankungen im Idealfall zu Ihrem Vorteil nutzen, müssen aber auch mit größeren Risiken leben.