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Adobe – Ausblick auf 2023 überzeugt

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Der US-amerikanische Softwarekonzern Adobe Systems hat sein Geschäftsjahr 2022 besser abgeschlossen als erwartet, auch der Ausblick auf 2023 überzeugt. Der Aktienkurs ging nachbörslich an der Wall Street nach oben.

Starker Dollar bremst Umsatzwachstum

Das in San Jose in Kalifornien beheimatete Unternehmen, bekannt vor allem für seine Adobe Acrobat PDF-Programme, hat in seinem vierten, am 2. Dezember beendeten Quartal beim Gewinn die Erwartungen übertroffen und beim Umsatz exakt getroffen. Die Erlöse legten um gut 10% auf 4,53 Milliarden Dollar zu.

Währungsbereinigt hat der Zuwachs sogar 14 % betragen, aber der starke Dollar ließ, wie bei fast allen international tätigen US-Unternehmen, einen Teil der im Ausland erzielten Umsätze bei der Umrechnung schrumpfen. Im gesamten Geschäftsjahr 2022 expandierten die Umsätze sogar um 12 % auf 17,61 Milliarden Dollar. Auch damit traf Adobe die Analystenschätzungen punktgenau.

Bei den Gewinnen schnitt der Softwareriese dagegen besser ab als erwartet. Im Schlussvierteljahr erwirtschaftete Adobe mit 3,60 Dollar Ergebnis je Aktie 12,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Prognosen hatten auf 3,50 Dollar gelautet. Im gesamten Geschäftsjahr 2022 zog der Gewinn je Aktie um 10 % auf 13,71 Dollar an und übertraf auch damit den Marktkonsens, der bei 13,63 Dollar gelegen hatte.

Umsatz und Gewinn sollen deutlich zulegen

Adobe-Chef Shantanu Narayen begründete die Gewinnsteigerungen damit, dass das Unternehmen verstärkt den Fokus auf die Profitabilität gerichtet habe. Das gilt auch für den Ausblick auf das vor kurzem begonnene Geschäftsjahr 2023.

Narayen betonte, dass das Unternehmen nicht immun gegen die gesamtwirtschaftlichen Probleme sei und deshalb vorsichtig bleibe. Gleichwohl übertreffen seine Ziele die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz soll immerhin auf 19,1 bis 19,3 Milliarden Dollar klettern und der Gewinn je Aktie auf 15,15 bis 15,45 Dollar.

Für das künftige Wachstumstempo mitentscheidend wird die geplante Übernahme des Web-Design-Startups Figma sein, für das Adobe 20 Milliarden Dollar auf den Tisch blättern will. Narayen zeigte sich zuversichtlich, dass der Deal 2023 vollzogen werden kann. Trotz des geplanten teuersten Firmenkaufs der Unternehmensgeschichte hat Adobe im Schlussquartal 2022 weitere 5 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe aufgewendet.

Aktienkurs klettert in New York deutlich und in Frankfurt moderat

Der Aktienkurs schnellte vor allem dank der überraschend hohen Jahresprognosen des Managements im nachbörslichen New Yorker Handel um 6 % in die Höhe. Im frühen Frankfurter Handel kletterte die Notierung „nur“ um 3 % auf Kurse von rund 318 Euro. Damit liegt die Aktie um 37 % unter dem Kurs zu Jahresbeginn. Die geplante teure Übernahme von Figma hatte im September zu einem Kurseinbruch von mehr als 15 % gesorgt. Vor den jüngsten Zahlen hatten 19 Analysten eine Kauf- und 16 eine Halten-Empfehlung ausgesprochen.