2G Energy: Erste Rechenzentrums-Aufträge in Sicht

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Haben auch Sie in der vergangenen Nacht mit großer Spannung in Richtung Naher Osten geblickt? Um 2 Uhr unserer Zeit wäre das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump abgelaufen. Er hatte damit gedroht, den Iran zurück in die Steinzeit zu bomben.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums einigten sich beide Parteien auf eine Waffenruhe. Der Iran hat zudem eingewilligt, die Straße von Hormus für die Zeit freizugeben. Die Einigung sorgte heute für enorme Erleichterung an den Börsen – vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Der deutsche Energie-Spezialist 2G Energy erreichte daraufhin im heutigen Handel ein neues Allzeithoch.

BHKW-Spezialist, Wasserstoff-Profiteur und Wärmepumpen-Produzent

Das im Jahr 1995 gegründete und im westfälischen Heek ansässige Unternehmen 2G Energy gehört zu den etablierten Unternehmen auf dem deutschen Markt für sogenannte dezentrale Energieerzeugung. 2G Energy hat sich auf die Herstellung von Energieerzeugungssystemen mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Blockheizkraftwerken (BHKW), die mit Erdgas, Biogas und Wasserstoff betrieben werden können, spezialisiert.

Die KWK-Anlagen von 2G haben Leistungen von 20 bis 4.500 kW und sorgen für eine unabhängige Versorgung mit Strom und Wärme. Sie können in verschiedenen Branchen und Bereichen eingesetzt werden. Zu den Kunden von 2G zählen u. a. Industriebetriebe, Stadtwerke, Kommunen und Energieversorger.

Neben der Herstellung von Blockheizkraftwerken bietet das Unternehmen ganzheitliche Lösungen wie Planung und Installation sowie Service- und Wartungsleistungen an. Somit ist 2G in der Lage, nahezu die komplette Wertschöpfungskette rund um BHKW-Anlagen abzudecken.

Im Jahr 2023 ist 2G Energy in das Geschäft mit industriellen Wärmepumpen eingestiegen. Darüber hinaus hat das Unternehmen im vergangenen Jahr mitgeteilt, seine Position im wachstumsstarken Segment der Rechenzentren stärken zu wollen.

Umsatzplus im Jahr 2025

2G Energy setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 den Wachstumskurs fort und steigerte den Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 6% auf 398 Mio. Euro. Besonders stark fiel das Umsatzplus beim Absatz von Neuanlagen aus. So wurden Neuanlagen im Wert von ca. 230 Mio. Euro fakturiert, was ein Wachstum von ca. 11% bedeutet.

Auch die Umsetzung der Internationalisierungsstrategie erfolgt wie geplant. Die Auslandsumsätze insgesamt, also für Neuanlagen und das Service-Segment zusammen, erreichten im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals das Niveau des Heimatmarktes.

Potenzielle Großaufträge in Sicht

Die Nachfrage nach dezentralen Gasmotor-Kraftwerken, etwa zur Stromversorgung von Rechenzentren, bleibt weiterhin sehr hoch. 2G ist nach eigenen Angaben aktuell in eine Vielzahl entsprechender Projekte eingebunden. Dabei geht es häufig um Anlagen mit einer Leistung im Bereich von mehreren Dutzend bis hin zu mehreren hundert Megawatt.

Einige dieser Projekte dürften schon bald konkreter werden. Für das laufende zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit spürbaren Anzahlungen von Kunden. Das wäre ein wichtiges Signal für den weiteren Geschäftsverlauf.

Darüber hinaus ist 2G in Gespräche und Planungen mit großen Energieversorgern in Deutschland eingebunden. Dabei geht es um den Bau von sogenannten Reservekraftwerken auf Gasbasis. Ein entscheidender Vorteil der angebotenen Lösungen liegt in der langjährigen Erfahrung mit erdgasbetriebenen Anlagen sowie der Fähigkeit, diese auch mit bis zu 100% Wasserstoff betreiben zu können.

Gesamtjahr 2026: Kräftiges Umsatzwachstum erwartet

Das 2G-Management bleibt zuversichtlich und rechnet damit, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 mit den ersten Auslieferungen und Abrechnungen von Kraftwerksanlagen für Rechenzentren in den USA zu starten. Parallel dazu erwartet das Unternehmen in Deutschland im Laufe des Jahres einen spürbaren Anstieg bei der Auslieferung und Abrechnung von Biogas-Anlagen.

Auch das Servicegeschäft in Deutschland soll wieder Fahrt aufnehmen. Vor diesem Hintergrund bestätigt der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr 2026: Der Umsatz soll zwischen 440 und 490 Mio. Euro liegen.