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Achtung China-Risiko: Warum diese US-Aktie nun zittern muss!

Inhaltsverzeichnis

Auch der US-Sportartikelhersteller Nike hatte in den letzten Jahrzehnten massiv vom Wirtschaftswachstum Chinas profitiert. Nun scheint diese Erfolgsstory zumindest erst einmal am Ende zu sein.Nike: China-Umsatz zuletzt im freien Fall

Vielleicht haben Sie es auch schon in den Medien gelesen: Wie Nike vor wenigen Tagen im Rahmen seiner neusten Quartalsbilanz mitteilte, krachte der Umsatz in China zwischen März und Ende Mai (viertes Geschäftsquartal 21/22) um 19 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar ein.

Für den größten Sportmodeanbieter der Welt ist das eine bittere Pille, auch weil eine Besserung nicht selbstverständlich ist. Schaut man sich die Situation in China an, ergeben sich für Nike nämlich gleich zwei schwerwiegende Risikofaktoren:

  • der politische Widerstand
  • und die Corona-Pandemie.

Peking startete politische Offensive gegen Nike

Wie andere Modekonzerne hatte auch Nike die Zwangsarbeit in der autonomen Region Xinjiang kritisiert, wo unzählige Uiguren unter menschenrechtswidrigen Bedingungen in Inhaftierungslager gesteckt werden. Erst kürzlich gab es Medienberichte, die die untragbaren Lebensbedingungen der Menschen dort mit etlichen geleakten Bildern veranschaulichten.

Nike jedenfalls bekam für seine Kritik an diesen Zuständen prompt eine Retourkutsche. So rief die Kommunistische Partei über etliche staatstreue Medien zu einem Boykott von Nike-Produkten auf und drohte gar mit finanziellen Sanktionen.

Offenbar ist es Peking ein Dorn im Auge, dass sich ein ausländischer Konzern in die inneren Angelegenheiten der Volksrepublik einmischt. Das resultiert für Nike in einem schier unermesslichen Geschäftsrisiko, das im schlimmsten Falle sogar zu einem kompletten Bruch mit China führen könnte.

Chinas No-Covid-Strategie trübt Prognose ein

Und dann gibt es da natürlich auch noch die Corona-Pandemie. Die chinesischen Behörden hatten wegen steigender Infektionszahlen strenge Lockdowns für einige große Städte verhängt. In der Folge musste auch Nike Filialen vorübergehend schließen.

Nike-Finanzchef Matthew Friend sagte nun, dass rund 60 Prozent des China-Geschäfts von diesen Lockdowns betroffen gewesen sei. Zudem sei es in der Volksrepublik durch die harten Corona-Maßnahmen zu erheblichen Verzögerungen in den Logistikstandorten gekommen.

Klar: Inzwischen hat China die Maßnahmen weitestgehend gelockert. Doch an der No-Covid-Politik will man grundsätzlich festhalten, weshalb weitere Lockdowns jederzeit möglich sind.

Entsprechend ist Nike für das nun laufende erste Geschäftsquartal nicht gerade optimistisch gestimmt. Insgesamt rechnet der Konzern mit stagnierenden oder nur leicht steigenden Umsätzen.

Nike muss auch in Nordamerika bluten

Aber auch in Nordamerika lief es für Nike zuletzt nicht gerade berauschend. So gingen die Umsätze dort zwischen März und Ende Mai um 5 Prozent auf 5,12 Milliarden Dollar zurück – wohl auch wegen der hohen Inflation und der Zurückhaltung vieler Konsumenten. In Europa hingen erzielte man immerhin ein Umsatzplus von 9 Prozent auf 3,25 Milliarden Dollar, trotz Inflation.

Einschnitte gab es übrigens auch beim Profit. Unterm Strich verdiente Nike in dem Zeitraum nur noch 1,44 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 5 Prozent. Der Konzern begründete das unter anderem mit den gestiegenen Energiekosten, aber auch mit höheren Aufwendungen für das Marketing.

Mein Fazit für Sie

Die fetten Jahre für Nike in China sind erst einmal vorüber. Zu weitreichend sind die Risikofaktoren, mit denen sich der Konzern dort konfrontiert sieht. Für die Gesamtbilanz ist das keine gute Nachricht, auch weil man ohnehin durch den Ukraine-Krieg und dessen Folgen für die Weltkonjunktur belastet ist.

Positiv anzumerken bleibt, dass der Konzern mit dem „Swoosh“ zuletzt seine Aktivitäten im E-Commerce sukzessive intensiviert hat. Das geht zwar mit Investitionskosten einher, schafft auf langfristige Sicht aber Kostenvorteile. Hinzu kommen die starke Reputation und Kundenbindung des Sportmodegiganten.

Dennoch überlagern die aktuellen Krisen dieses Potenzial bei weitem. Die Nike-Aktie dürfte also auf absehbare Zeit unter Druck stehen.