Deutsche Großhandelspreise explodieren
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. April 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag dem statistischen Bundesamt zufolge im März 2011 um sage und schreibe 10,9% über dem Stand von März 2010. Eine solch hohe Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr gab es zuletzt im Oktober 1981 (+ 10,9% gegenüber Oktober 1980). Im Februar 2011 betrug die Steigerungsrate + 10,8%, im Januar 2011 war sie bei nur + 9,4%. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2011 stiegen die Großhandelspreise im März 2011 um 1,3%.
Extremer Preisanstieg in Teilen des Agrarsektors
Besonders extrem explodierten die Preise auf Großhandelsebene in einigen Agrarsegmenten. Im Vergleich zum März 2010 waren im Großhandel Getreide, Saatgut und Futtermittel um gigantische 75,9 Prozent teurer! Der Großhandelspreisindex für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze stieg im Vorjahresvergleich um fast 50 Prozent (49,9 Prozent). Relativ moderat war dagegen der Preisanstieg bei Obst, Gemüse und Kartoffeln. Diese wurden auf Großhandelsebene nur um 3,0% teurer.
Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse um ein Fünftel teurer
Im Großhandel mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug stiegen die Preise im März 2011 gegenüber März 2010 mit + 23,7%. Gegenüber dem Vormonat Februar 2011 stiegen sie um 2,0%. Im Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen lag das Preisniveau im März 2011 um 20,2% über dem von März 2010. Gegenüber dem Vormonat Februar 2011 gab es bei diesen Produkten einen abermaligen Preisschub von 6,9%.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die starken Preisanstiege im Großhandel werden sich im Verlauf des Jahres 2011 auch bei den Verbraucherpreisen spürbar niederschlagen. Aktuell liegt dem Inflationsforscher Prof. Brachinger von der Uni Fribourg die wahrgenommene Inflation bei fünf Prozent http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,752511-2,00.html . Nicht nur Herr Brachinger ist sich sicher, dass die gefühlte Inflation noch weiter zulegen wird.
Silber über 42 Dollar
Ob der Anstieg ähnlich brachial sein wird, wie es beim Silber gegenwärtig der Fall ist, erscheint allerdings aus heutiger Perspektive wenig wahrscheinlich. Gestern schnellte der Preis für eine Unze des weißen Edelmetalls auf sage und schreibe mehr als 42 Dollar ( 29,09 Euro) hoch. Für eine Unze Wiener Silberphilharmoniker mussten schon 32,4 Euro auf den Tisch gelegt werden. Kurzfristig könnte es durchaus noch bis in den Bereich 44 bis 45 Dollar gehen, ehe mit einer Konsolidierungsphase gerechnet werden muss.
Goldpreis bei 1017 Euro
Auch der Goldpreis konnte sich vom kurzer Rücksetzer der Vortage wieder bestens erholen und pendelte gestern um 1474 Dollar bzw. 1017 Euro. Die Unze Krügerrand kostete gut 1050 Euro. Das Gold/Silber-Ratio auf Dollar-Basis fiel auf exakt 35.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gunter Held (15.04. 2011 10:12 Uhr):
Um den steigenden Lebensmittelpreisen empfehle ich (auch aus gesundheitlichen Gründen) 1/4 weniger zu essen - dies gilt insbesondere für Schweinefleisch und Wurst. Für das ersparte Geld den neuesten Fernseher zu kaufen und dann genüsslich die Kochsendungen anschauen.
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