Der Währungs-Krieg hat begonnen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 3. November 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Vom Ende der Napoleonischen Kriege bis zu den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts war das Geldsystem der Welt durch Gold gestützt. Das konnte man nicht managen". Man konnte es nicht abwarten. Man konnte es nicht hochreden oder runterreden. Man konnte seinen Nachbarn nicht ärmer machen, indem man seine Währung auf- oder abwerten ließ. Es war, was es war. Das neue experimentelle Geldsystem begann im Jahr des Richard Nixon, im Jahr 1971.
Danach konnte die Geldmenge schneller und stärker zunehmen als die Menge an Gütern und Dienstleistungen. Die amerikanische Geldmenge M2 hat sich seit 1971 mehr als verzehnfacht. Wo ging all dieses Geld hin?
Das Geld korrumpierte. Die amerikanischen Arbeiter waren die ersten, die einen Schlag erhielten. Die Inflation führte dazu, dass sie nominal mehr verdienten; aber real gesehen hatten sie in den letzten vier Jahrzehnten überhaupt keinen Anstieg. Und jetzt strengt sich Amerika an, damit sie auch in Zukunft keinen realen Anstieg erhalten. Den Dollar gegenüber dem Renminbi abwerten bedeutet, dass sich die Kosten für wahrscheinlich 90% der Güter in den Wal-Marts erhöhen werden. Und genau da kauft die Arbeiterklasse ein.
Aber das geht schon so, seit der Dollar eine reine Papiergeld-Währung geworden ist, die gemanagt" werden kann und wird. In den 1960ern erhielt der arbeitende Teil der Bevölkerung - 90% der Bevölkerung - an die 60% der Einkommen. Aber zum Ende der Spekulationsblasen-Epoche (2001-2007) waren es nur noch 11%. Das hat zu einer Rekord-Einkommens-Lücke" (so hörte ich in den Nachrichten) geführt. Die Hälfte des gesamten Einkommens der Nation geht zu 20% der Bevölkerung. Das ist fast doppelt so viel wie 1967; das ist die größte Lücke seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Konsumentenpreise haben sich in den letzten 40 Jahren verfünffacht. Der Aktienmarkt hat sich verfünfzehnfacht - von 800 Punkten im Januar 1970 auf über 12.000 im Jahr 2008. Das war ungefähr so stark wie das Wachstum der Geldmenge. Aber das inflationierte Papiergeld" hat auch die Reichen betrogen. Die Investoren wurden in die Irre geführt. Die Kapitalisten irrten sich. Billionen Dollar gingen den Bach runter. Die Konsumenten konnten nicht immer mehr Geld ausgeben, aber die Kapitalisten bauten weiter "shopping malls". Jetzt haben die Aktienkurse seit einer Dekade per saldo mehr oder weniger stagniert.
Und das Netto-Vermögen der Haushalte - das meiste in den Händen der Reichen - ist seit dem Topp um 12,3 Billionen Dollar geschrumpft. Wenn die Fehler endlich abgebaut sind, könnten weitere 12 Billionen Dollar weg sein.
Die Glocken haben geläutet. Es ist 1939 in Bezug auf den Währungs-Krieg. Wir sind erst am Anfang. Wenn dieser Krieg vorbei ist, dann wird jede reine Papiergeldwährung der Welt entweder tot oder verwundet sein.
Aber wir werden auch weiser sein. Wenn der neue Papiergeld-Dollar im Nixon-Schock" des August 1971 eingeführt wurde, wusste niemand, was er wert war. Wenn das Ende kommt, wird es jeder wissen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ralf Banna (03.11. 2010 12:00 Uhr):
Hallo Bill, ist das der Grund, dass man versucht ab 01.01.2011 den komplett bargeldlosen Verkehr in Griechenland einzuführen? Vielleicht, um die Einführung sodann auch inden anderen, weit weniger chaotischen Ländern? Gruß vom kleinen Weltverschwörungstheoretiker aus Starnberg; Landkreis der unendlichen und ewigen Weisheit P.S. Hey E.T., hol`mir `mal den Illuminaten-Chef auf eine Runde (Kartoffel-) Chips
Antworten - Kommentar von Hans Nabholz (03.11. 2010 13:23 Uhr):
Zu "Der Währungskrieg", alles richtig, nur der Renminbi muss aufgewertet werden, weil China sonst die westlichen Industrieländer weiter deindustrialisiert. Es verkauft seine Güter zu billig, was wiederum die Chinesen selbst schädigt. Ohne Industrie, siehe GB, wenig bis kein Einkommen und kein Kunde für die Chinesen, kurz gefasst. Danke MfG Hans Nabholz.
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