Chinesische Devisen-Reserven: Mehr als 3.000.000.000.000 Dollar!
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 9. Mai 2011, 12:00 Uhr
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*** Da haben die chinesischen Devisen-Reserven also die Marke von 3 Billionen Dollar überschritten. 3 Billionen Dollar, das sind ausgeschrieben: 3.000.000.000.000 Dollar.
Um das mal einzuordnen, möchte ich eine Berechnung von John Lanchester abwandeln.
Also: Nehmen Sie drei 1-Dollar-Scheine. Jede Sekunde legen sie jeweils drei 1-Dollar-Scheine auf den Tisch. Ohne Pause. Sekunde für Sekunde, Minutenlang, Stundenlang.
Irgendwann ist die körperliche Leistungsfähigkeit wohl an ihrer Grenze. Jedenfalls bräuchten Sie zwölf Tage - ohne jegliche Pause, Sekunde für Sekunde drei Dollarnoten auf den Tisch legend -, um auf 3 Millionen Dollar zu kommen.
Für 3 Milliarden Dollar müssten Sie das 31 Jahre lang machen. Wie gesagt, ohne jegliche Pause.
Und für 3 Billionen müssten Sie das 31.000 Jahre lang unternehmen. 31.000 Jahre lang jede Sekunde drei 1-Dollar-Scheine auf den Tisch legen....nun, dieser Tisch wäre schon lange nicht mehr sichtbar.
Das sind 3 Billionen Dollar.
Und 31.0000 Jahre sind ungefähr das Sechsfache der Jahre seit Beginn der Geschichtsschreibung.
Soviel Devisenreserven hat nun also China. Die USA können da mithalten. Solche Summen können Sie auch vorweisen.
Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Dem Zeichen "-" vor dem Betrag.
(Übrigens sind die gewaltigen Devisenreserven Chinas meiner Ansicht nach auch eine Begründung für den Bullenmarkt bei den Edelmetallen...denn "wenn ich China wäre", würde ich diese Summen keineswegs nur in Dollar und US-Staatsanleihen halten wollen, sondern durchaus mal für "ein paar Dutzend Milliärdchen" Gold und Silber kaufen. Alleine aus Gründen der Diversifikation."
*** Was ganz anderes.
Super Idee, und was für eine Fleißarbeit!
Der Historiker Thomas Weber befasst sich mit zwei interessanten zeitgeschichtlichen Themen: Dem Ersten Weltkrieg und Adolf Hitler. Und er kam auf die grandiose Idee, Hitlers Jahre im Ersten Weltkrieg nicht anhand von dessen Aussagen zu bewerten....sondern sich die Dokumente der betreffenden Einheit anzuschauen.
Thomas Weber fuhr ins Bayrische Hauptstaatsarchiv und fand dort "eine Schatztruhe voll Papiere über Hitlers Regiment". Offensichtlich jahrzehntelang ungenutzte Dokumente...inklusive Militärgerichtsakten, Zeugenaussagen sowie beschlagnahmten Briefen. Herr Weber wertete diese jahrelang aus, und nicht nur diese: Er spürte Nachkommen von Hitlers Kriegskameraden auf, sammelte Privatbriefe, Tagebücher, sonstige Dokumente, auf zwei Kontinenten.
Das Buch erzählt die Geschichte des Regiments, in welchem Hitler diente, das bayerische RIR 16, genannt "List-Regiment". Es wird recherchiert, welche Posten Hitler einnahm - Meldegänger, natürlich. Machte er durchaus gut. Doch interessante Details: Ein Meldegänger beim Regimentsstab (wie Hitler) war eher ein "Etappenhengst", da einige Kilometer hinter der eigentlichen Front. Meldungen mussten selten bis ganz nach vorne gebracht werden, das übernahmen Kompanie- oder Bataillons-Meldegänger. Wurde von der NS-Propaganda etwas anders dargestellt...
Regelrecht detektivische Arbeit leistete Herr Weber, als er sich offensichtlich durch die Hunderten von Akten arbeitete. Weiteres interessantes Detail: Die Verwundung Hitlers - temporäre Blindheit - war "nicht körperlich, sondern psychosomatisch". Er wurde im Lazarett "in der psychiatrischen Abteilung untergebracht, wo man ihn wegen `Kriegshysterie´ behandelte."
Und ist es nicht eine Ironie der Geschichte, wenn sich herausstellt, dass die Verleihung des Eisernen Kreuzes an Hitler maßgeblich auf einen deutschen Offizier jüdischen Glaubens zurückgeht?
Keine Spekulation, sondern dank Thomas Weber anhand der Quellenlage dokumentiert.
Wen solche Recherchearbeit (Primärquellen!) eines Historikers zu der Thematik ebenfalls interessiert: Thomas Weber "Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg - Mythos und Wirklichkeit".
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Klaus Reichel (09.05. 2011 12:47 Uhr):
Dem heutigen Beitrag stehe ich ziemlich ratlos gegenüber und frage mich was Herr Vaupel uns da sagen will. Das Beispiel mit den Dollarscheinen ist recht lustig oder auch nicht, je nach Standpunkt. Aber es trägt in keiner Weise dazu bei, die Unsummen im Billionenbereich anschaulicher zu machen. Und der Text über AH hat in einem Böresbrief-Newsletter nichts zu suchen. Zumal nicht klar wird, was damit bezweckt wird. Freut sich Herr Vaupel jetzt über die "Entzauberung" von AH oder bedauert er sie? Klar sollte auch ihm sein, daß auch dieses Buch nicht von der Leitline der Politcal Correctness abweichen wird und eher zur "Erziehung" des Volkes dient als zur wirklichen Wahrheitsfindung.
Antworten - Kommentar von Jürgen Göhringer (09.05. 2011 16:26 Uhr):
Dass Hitler kein großer Kriegsheld war ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Kann man heutzutage mit solch einem Buch noch Geld verdienen? Wer liest sowas?
Antworten - Kommentar von Lothar Förstner (09.05. 2011 17:00 Uhr):
Guten Tag Herr Vaupel, China könnte auch auf Einkaufstour gehen und z.B. unsere schönen Firmen kaufen. Das know how gibt es dann kostenlos dazu. So leicht ist das Geld nicht verdient. Wir werden uns dann umgucken mit unseren Sozialleistungen und Arbeitsplätzen.
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