Über die wahre US-Arbeitslosigkeit
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 13. Oktober 2010, 07:30 Uhr
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Nach so viel Reisen bin ich auch mal froh, diese Woche zu Hause zu sein.
Letztes Wochenende kam ich aus Florida zurück, nur um dann direkt weiterzufliegen zu einer Hochzeit nach New York. In New York sind die Straßen erheblich schlechter als in Florida. Vielleicht ist es das Wetter. Vielleicht das Steuersystem. Aber wenn man von Maryland nach New York fährt, dann werden die Straßen immer schlechter. Man fährt über immer mehr Schlaglöcher, je weiter man nach Norden kommt.
Das wird sich wahrscheinlich nicht so schnell ändern. Die Regierungen der Bundesstaaten haben kein Geld in der Kasse. Die Bundesregierung ebenso wenig. Die Politiker müssen ihre Wahl treffen. Straßen reparieren...oder die Bibliotheken offen lassen?
Bei der Hochzeit traf ich einen früheren Anleihen-Händler (Goldman Sachs). Ich fragte ihn, wie lange es seiner Ansicht nach noch braucht, bis die US-Staatsanleihen zusammenbrechen. Seine Antwort: Nicht bald.
Bis jetzt ist fast alles, von dem ich dachte, dass es passieren sollte, auch passiert. Mehr oder weniger. Die Krise. Die Reaktion von Fed und Bundesregierung. Die fehlende Reaktion des Marktes auf das Überreagieren von Fed und Bundesregierung. Und dann die Reaktion auf die fehlende Reaktion des Markets. Eine dumme Sache führt zur nächsten.
Aber bis jetzt sind die Kurse der US-Staatsanleihen nicht zusammengebrochen. Aber selbst wenn die Dinge sich so entwickeln werden, wie ich das erwarte, dann bedeutet das nicht, dass sie sich genauso entwickeln, wie ich das von der Art her erwarten würde, oder wie es sein sollte.
Ich hatte eine Krise erwartet. Dann warf die Regierung gutes Geld schlechtem hinterher - wie erwartet. Sie sagten, dass die Wirtschaft sich nun erholen" würde. Natürlich tat die Wirtschaft das nicht. Stattdessen begann sie eine Große Korrektur" - mit hoher Arbeitslosigkeit, fallenden Immobilienpreisen und einem trügerischen Aktienmarkt. Und jetzt sind Obama und der Kongress wegen der kommenden Wahlen paralysiert. Und Ben Bernanke denkt an Plan B - und hofft, dass dieser nicht notwendig sein wird.
Die Arbeitslosigkeit ist in den USA erheblich schlimmer, als die offiziellen Zahlen angeben. Die Regierung nimmt Leute, die zu lange keinen neuen Job finden, aus der Statistik raus. So gesehen ist die aktuelle Krise der schlimmste Abschwung, den es jemals gab. Die Leute warten immer länger, bevor sie einen neuen Job finden.
Deshalb rutschen viele aus der Statistik heraus, bevor sie überhaupt einen Job gefunden haben. Sie rutschen aus der offiziellen Statistik. Ich habe das nicht selbst ausgerechnet, aber John Williams sagt, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote (wenn man die ganzen Bereinigungen" herausrechnet) über 22 % liegen dürfte.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ludovici (13.10. 2010 08:28 Uhr):
Mit manipulierten Statistiken lassen sich immer noch die Märkte bewegen.Die Wahrheit interessiert daher doch nicht ernsthaft.
Antworten - Kommentar von KH (13.10. 2010 11:30 Uhr):
Dies wird in Deutschland und vielen anderen Ländern auch der Fall sein. Die Statistiken werden doch immer geschönt und manipuliert, denn Pessimismus macht die Sache ja nicht besser und die Wirtschaft lebt von der Psychologie und dem Optimismus und dem Tatendrang von mutigen Menschen, sonst hätte auch keine Rettung in der Attacamwüste in Chile erfolgreich stattgefunden.
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