Eine Einschätzung der langfristigen Trends am US-Immobilienmarkt
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. September 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
"And they shall grind the face of the poor..."
- Isaiah
Ich mag Feiertage. Dann sind die Börsen geschlossen. Das ist gut. Die Ökonomen gehen grillen. Die Zentralbanker bleiben zu Hause bei ihren Familien. Und die Investoren kümmern sich nicht um ihre Blackberries, um die Kurse zu prüfen.
Mit anderen Worten: Feiertage sind gute Tage. Dann höre ich nichts Dummes oder sehe Idiotisches. Zumindest nicht in der Welt des Geldes. Und außerdem bin ich sowieso zu beschäftigt, um dem Aufmerksamkeit zu widmen.
Ich war bei einer Hochzeit in Manhattan. Einer der Leute, die ich dort traf, war Immobilienmakler. Er sagte zu mir:
Investieren in Immobilien
"Jeder will jetzt in Immobilien investieren. Ich meine nicht die Häuslebauer. Niemand will ein Haus kaufen, um darin zu leben. Aber die Leute fragen mich immer wieder, in welche Immobilien sie jetzt investieren könnten. Sie wollen am Immobilienmarkt investieren."
"Das macht Sinn. Die Preise sind auf ein vernünftiges Niveau gefallen. Man kann sich den langfristigen Trend ansehen, den der letzten 40 Jahre. Die Preise sind jetzt wieder auf dem langfristigen Trend angekommen, nachdem sie rund 30% gefallen sind. In Florida, wo ich arbeite, sind viele Immobilien sogar um 50% im Preis gefallen."
Was kann man sonst kaufen?
"Deshalb kann man sein Geld wieder in US-Immobilien stecken. Und man erhält dann faire Angebote. Und man kann sich ziemlich sicher sein, dass das eigene Geld nicht verschwinden wird. Deshalb bekomme ich so viel Interesse von den Investoren. Was sonst kann man kaufen? Einige wollen Immobilien kaufen, weil sie Angst vor Inflation haben. Andere wollen kaufen, weil sie Angst vor Deflation haben. Einige denken, dass uns ein Crash am Aktienmarkt bevorsteht. Wieder andere denken, dass der US-Anleihenmarkt einen Schlag hinnehmen muss. Einige denken, dass ihre Investments unter einer Depression leiden werden. Und wieder andere wissen einfach nicht, was sie denken sollen."
"Selbst Gold-Investoren haben Angst. Ich meine, es ist lange her, dass man Gold kaufen konnte, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Ich habe Ihren Newsletter vor Jahren gelesen. Auch ich kaufte Gold...zum Preis von rund 800 Dollar. Ich dachte mir damals, ich kann nicht viel falsch machen. Aber jetzt steht der Preis mehr als doppelt so hoch (in Dollar) und ich bin mir da nicht mehr so sicher."
"Ja, die Logik ist einfach genug. Die Wirtschaft hat zu viele Schulden. Sie tritt nun in eine Phase der Entschuldung ein. Die Fed reagiert, indem sie Geld druckt, weil sie sonst nichts tun kann. Deshalb steigt der Goldpreis."
"Hört sich einfach an. Aber was wir sehen, ist, dass es so nicht funktioniert. Zumindest nicht ganz so leicht. "
"Wie Sie sagen: Unsere Wirtschaft folgt etwas dem japanischen Weg. Deshalb steigen die Anleihen. Der Dollar steigt auch....so lange wir auf dem Weg nach Tokio sind...und der Goldpreis könnte fallen, auf 1.500 Dollar...oder sogar 1.000 Dollar...und da für Jahre bleiben.
Gold: Mittelfristig etwas Risiko
"Ich weiß dazu nicht mehr als Sie. Aber Sie müssen doch zugeben, dass es beim Gold jetzt etwas Risiko gibt, sagen wir, für die nächsten zwei bis fünf Jahre. Vielleicht wird Gold langfristig steigen. Aber langfristig könnte es eben lange dauern. Und ich werde in ein paar Jahren in den Ruhestand gehen. Deshalb möchte ich nicht, dass mein Portfolio ein Drittel verliert, bevor ich den Ruhestand erreiche."
"Und ich will auch nicht zu stark in US-Staatsanleihen investieren. Vielleicht steigen die noch etwas weiter. Aber auch das ist ein großes Risiko. Denn Ben Bernanke könnte jede Minute die Helikopter losschicken."
"Was bleibt also als Alternative? Aktien? Oh oh. Zu riskant. Anleihen von Unternehmen? Dasselbe. Gold? Wie gesagt, normalerweise eine gute Wahl. Aber der Preis könnte deutlich fallen, genau dann wenn ich das Geld benötigen werde. Ich kann meiner Frau nicht sagen `das wird langfristig gut sein´, wenn wir das Geld früher benötigen werden. Nebenbei gesagt, von Gold erhält man keinerlei Zinsen oder Dividenden von Gold."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (15.09. 2011 13:32 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, Sie werden sehen alles wird wieder gut [...] Deshalb habe ich Ihnen ja über die amerikanische Krankheit vor ein paar Tagen geschrieben und dass die USA des langen Krieges gegen den Terror müde sind - es droht ein Rückfall in den Isolationismus. Im Haushaltskrieg von Washinton sehe ich auch keine Aussicht auf einen konsens für den Wiederaufbau der maroden amerikanischen Infrastruktur, aber langsam breitet sich die Ansicht aus, dass Afghanistan und Pakistan nicht mehr zu den Kerninteressen der USA gehören. Der Ausgang dieser Debatte wird tiefgreifende Konsequenzen dafür haben, wie sich Amerika in der Welt verhält. Ich hab`s ja schon mal erwähnt: Das einzige Exportprodukt der USA, das wirklich reichlich vorhanden ist, sind ungebetene Ratschläge an andere Staaten. Solange dies damit verbunden war, dass der US-Diplomatie reichlich Geld zu Verfügung steht, mussten viele Regierungen auf diese Ratschläge hören. Aber was ist, wenn kein Geld da ist, das angeboten werden könnte? Was ist, wenn die Amerikaner, der Sparmaßnahmen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft müde, den "langen Krieg" gegen den islamistischen Terrorismus nicht mehr unterstützen wollen? Dann werden US-Diplomaten in einem Land ankommen, ihre üblichen Ratschläge erteilen und plötzlich feststellen müssen, dass sich niemand mehr die Mühe macht, ihnen zuzuhören. ........Sie werden sehen Herr Bonner, alles wird wieder gut. Amerika kommt wieder zu einer noch besseren Politik, dadurch steigen wieder die Aktien, die hohe Arbeitlosigkeit sinkt, die Leute haben wieder Mut zu investieren.......und Sie haben den GOLD-RUN 2011 eh schon zu Ihrer persönlichen Erfolgsstory gemacht. Und in ein paar Jahren, wenn Sie dann in Rente sind, schauen Sie aus Ihrem schönen Haus in Florida und denken sich "Gott sei Dank habe ich mit dem Börsen-Gezocker nicht mehr so viel am Hut". Nochmals schönen Dank für Ihren zum Nachdenken anregenden Artikel. Ich grüße Sie aus München, Ihr aufmerksamer Leser Albert Kar.
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