Das massive Defizit im US-Güterhandel
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 15. April 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Quelle: Christopher J.Neely; Federal Reserve Bank of St.Louis
Produktion bezeichnet im Allgemeinen die Umwandlung von Rohstoffen in Wirtschafts- und Gebrauchsgüter, unter Einsatz von Arbeitskraft, Energie und Produktionsmitteln. Wie Sie sehen können, interessieren sich die heutigen Amerikaner mittlerweile nicht mehr allzu sehr dafür, Gebrauchs- und Wirtschaftsgüter selbst zu produzieren (im Gegensatz zu ihrer Großelterngeneration). Wir sehen hier natürlich die Entwicklung der US-Wirtschaft zu einer fast reinen Dienstleistungsgesellschaft (der landwirtschaftliche Sektor trägt nur weniger als 2% zum BIP bei).
Dies schlägt sich natürlich auch in der Entwicklung der Arbeitskräfte im produzierenden Sektor nieder. Sehen wir uns hier die Entwicklung der Arbeitskräfte im produzierenden Sektor als prozentualen Anteil aller Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft an:
Quelle: Christopher J. Neely; Federal Reserve Bank of St.Louis
Tja, während ein Drittel der Groß- oder Urgroßeltern der heutigen Amerikaner noch Güter produziert und damit Wohlstand geschaffen hat, sind heute weniger als 10% der Amerikaner im produzierenden Sektor tätig.
Das ist schade, denn eigentlich ist gerade der produzierende Sektor, derjenige innerhalb einer Volkswirtschaft, der Wohlstand schafft. Während hingegen der Dienstleistungssektor derjenige ist, der eher dazu tendiert Wohlstand zu verkonsumieren.
Ach ja, da sind wir wieder beim Konsum angelangt. ;-) Und wohl ebenfalls bei der Klärung der Frage, warum das US-Defizit im Güterhandel so groß ist. Wenn man selbst nix produziert, dann muss man es eben von den Chinesen kaufen. ;-) Übrigens: in China macht der industrielle Sektor rund 48,6% vom BIP aus.
So long liebe Leser....zum Abschluss fällt mir da noch was ein, das ich letztes Jahr mal im Guardian las (Sie wissen schon, britische Zeitung)....da stand geschrieben, dass Jeff Immelt (CEO von General Electric) sagte, die USA sollten ihre Arbeitskräfte im produzierenden Gewerbe auf 20% aufstocken, da man sich einfach nicht noch länger auf den Finanzsektor und Konsumausgaben zur Steigerung der Nachfrage stützen kann...Recht hat er, der Mann!..denn wenn am Ende keine industrielle Wertschöpfung mehr vorhanden ist, wird der reinen Dienstleistungsgesellschaft wohl nichts anderes mehr übrig bleiben, als sich selbst zu verwalten und wohl schließlich im Chaos zu versinken (meine Meinung!)...in dem Sinne, verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen zum Wochenrückblick wiederlesen....bis morgen und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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