Palo Alto: Starkes Comeback nach KI-Ängsten
Softwaretitel zählten zu den großen Verlierern des ersten Quartals. Einige von ihnen haben in den vergangenen Wochen beeindruckende Comebacks hingelegt, dazu zählt die Aktie von Palo Alto Networks.
Kurzporträt Palo Alto Networks
Das Unternehmen aus Kalifornien ist mit über 85.000 (Unternehmens-)Kunden in mehr als 150 Ländern Weltmarktführer bei der Cyber-Security, dem Schutz von Daten und IT-Infrastruktur gegen Hackerangriffe etc.
Die Software von Palo Alto Networks ermöglicht es Unternehmen, ihren gesamten Datenverkehr zu überwachen und Risiken wie Hackerangriffe, Industriespionage und Datenmissbrauch zu minimieren. Hackerangriffe lassen sich damit in Echtzeit identifizieren und es werden automatisch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.
KI-Angst traf auch Palo Alto Networks
Wie viele andere Softwareaktien litt auch Palo Alto Networks im ersten Quartal 2026 unter der KI-Angst. Die Befürchtung: Fortschritte der KI (wie sie unter anderem die Updates des Sprachmodells „Claude“ von Anthropic zeigten) könnten klassische cloudbasierte Unternehmenssoftware überflüssig machen bzw. die Gewinnmargen der Anbieter erheblich drücken.
Zudem gab es Zweifel, ob die massiven KI-Investitionen der Softwarehersteller schnell genug Geld abwerfen. Das führte zu einem regelrechten Ausverkauf an den Börsen.
Strategiewechsel verunsicherte zusätzlich
Bei Palo Alto Networks kam belastend hinzu, dass CEO Nikesh Arora eine aggressive Strategie ausrief: Um Kunden langfristig an die Plattform zu binden („Platformization“), bot man stark vergünstigte Einstiegspakete an. Kurzfristig verlangsamte dies das Umsatzwachstum.
Aktie mit starkem Comeback im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal kam es zu einem grundlegenden Stimmungswechsel. Das Unternehmen meldete zahlreiche große Deals mit wichtigen Neukunden. Gleichzeitig wurden die Zahlen wieder besser. So kletterte der viel beachtete jährlich wiederkehrende Umsatz mit Next-Generation-Security um über 30% auf über 6 Mrd. US-Dollar. Das signalisierte den Anlegern planbare Einnahmen und Sicherheit.
Gleichzeitig blieb die operative Marge stabil über 30% und die neue KI-Plattform XSIAM entwickelt sich zum Wachstumsmotor. Damit wischte Palo Alto Networks die Zweifel über eine zu langsame Monetarisierung der KI-Investitionen beiseite.
Die Folge: Von ihrem Zwischentief Ende März konnte sich die Aktie mehr als verdoppeln und damit auch das alte Hoch aus dem Herbst 2025 um rund 30% übertreffen.
Jüngste Quartalszahlen schlagen Erwartungen
Dass es operativ rund läuft, unterstreichen auch die in dieser Woche vorgelegten Ergebnisse für das abgelaufene Quartal. Palo Alto Networks meldete einen satten Umsatzanstieg von +31% auf 3,00 Mrd. US-Dollar und einen Anstieg beim bereinigten Gewinn von +6% auf 0,85 US-Dollar pro Aktie. Beide Zahlen lagen über den Analystenprognosen. Überzeugend fiel auch das kräftige Plus beim Auftragsbestand von +36% auf 18,4 Mrd. US-Dollar aus.
Für das Gesamtjahr stellte das Management einen Umsatz zwischen 11,41 bis 11,42 Mrd. US-Dollar und einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 3,77 und 3,79 US-Dollar in Aussicht. Beides liegt leicht über den durchschnittlichen Analystenprognosen.
Aktie gönnt sich Verschnaufpause
Trotz der guten Zahlen gab die Aktie im Anschluss an den Quartalsbericht nach. Im Hinblick auf den massiven Kursgewinn im Vorfeld ist diese Verschnaufpause durchaus angebracht. Ob sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen kann, hängt vor allem davon ab, ob es Palo Alto Networks weiterhin gelingt, starke Zahlen abzuliefern und ob die KI-Ängste endgültig zerschlagen sind.