iPhone Duo: Ansturm auf Apples erstes Falt-Smartphone
Mit der Einführung seines ersten faltbaren Smartphones betritt der US-Technologieriese aus Cupertino endgültig ein neues Marktsegment – und löst zum Start der Vorbestellungsphase einen massiven Kundenansturm aus. Für das neue „iPhone Duo“ schossen die voraussichtlichen Lieferzeiten im Online-Store bereits binnen weniger Minuten nach dem Verkaufsstart weit nach hinten. Für Anleger der Apple-Aktie (ISIN: US0378331005) liefert dieser Einstand wichtige Hinweise auf die ungebrochene Preissetzungsmacht des Konzerns, offenbart jedoch gleichzeitig die hohen Hürden in den globalen Zuliefererketten.
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Lieferzeiten beim iPhone Duo springen bis in den Januar
Als Apple die digitalen Verkaufsportale für das iPhone Duo öffnete, dauerte es kaum eine halbe Stunde, bis das Kontingent für den offiziellen Verkaufsstart am 23. Oktober vollständig vergriffen war. Sowohl in den USA als auch in Europa und Asien sprangen die angegebenen Lieferfenster für Neubestellungen rasant von November über Dezember bis auf den 25. Januar 2027. Betroffen waren davon sämtliche Speichervarianten von 256 Gigabyte bis hin zu 2 Terabyte sowie beide Farbausführungen.
Unterdessen gibt es für einige frühe Käufer erste Anzeichen einer leichten Entspannung: In den USA und Japan wurden vereinzelte Liefertermine, die ursprünglich für November oder Dezember angesetzt waren, nachträglich wieder nach vorne korrigiert. Dennoch müssen Neukunden bei Direktbestellungen weiterhin mit rund drei Monaten Wartezeit rechnen.
Das Gerät selbst markiert technisch eine Zäsur in der Produktgeschichte des Konzerns. Ausgestattet mit einem 5,4 Zoll großen Außendisplay, lässt sich das Smartphone zu einem 7,6 Zoll großen Hauptbildschirm aufklappen. Im Inneren arbeitet der im 2-Nanometer-Verfahren gefertigte A20-Pro-Chip. Aufgrund der extrem flachen Bauweise verzichtet Apple bei diesem Modell auf die Gesichtserkennung Face ID und integriert stattdessen den Fingerabdrucksensor Touch ID in die Seitentaste.
Apple-Aktie: Hohe Preissetzungsmacht trifft auf Lieferketten-Fragen
Aus finanzieller Sicht unterstreicht der Verkaufsstart vor allem die Positionierung im absoluten Luxussegment. In den USA startet das Basismodell bei 1.999 US-Dollar (in Deutschland ab 2.299 Euro) und reicht in der höchsten Speicherausstattung bis über 3.000 US-Dollar. Dass Kunden trotz dieser Preisgestaltung lange Wartezeiten in Kauf nehmen, stützt die Aussicht auf steigende durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs) und dürfte die Erlöse im wichtigen Weihnachtsquartal untermauern.
Allerdings wirft die Verknappung die Frage auf, inwieweit die langen Lieferzeiten auf eine außergewöhnliche Nachfrage oder auf ein stark limitiertes Anfangsangebot zurückzuführen sind. Branchenbeobachter wie Mark Gurman von Bloomberg weisen darauf hin, dass die hochkomplexe Fertigung – insbesondere beim aus über hundert Einzelteilen bestehenden Titanscharnier und dem speziell beschichteten Falt-Display – die Produktionskapazitäten einschränkt. Zudem entschied sich der Konzern, das Gerät in über 70 Ländern gleichzeitig auf den Markt zu bringen, anstatt den Rollout wie ursprünglich erwogen zunächst auf Kernmärkte wie die USA und China zu begrenzen.
Analysten uneins: So reagiert die Apple-Aktie im Handel
An der Börse wird das Spannungsfeld zwischen hoher Nachfrage und logistischen Engpässen nüchtern abgewogen. Am Vormittag notiert die Apple-Aktie im deutschen Handel an der Börse Stuttgart nahezu unverändert bei 305,50 Euro (-0,98 Prozent), nachdem das Papier am Vorabend an der US-Heimatbörse Nasdaq mit einem minimalen Abschlag von 0,15 Prozent bei 342,94 US-Dollar aus dem Handel gegangen war.
Auch die Analystenzunft zeigt sich angesichts der aktuellen Gemengelage gespalten:
- JPMorgan bekräftigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 360 US-Dollar und wertete die bis ins nächste Jahr reichenden Lieferzeiten als positives Signal für die Absatzprognosen des iPhone Duo.
- Loop Capital stufte die Aktie hingegen am Dienstag von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 370 auf 330 US-Dollar, da das Analysehaus übergeordnete Sorgen bezüglich der gesamten iPhone-Auslieferungsmengen hegt.
- Jefferies und KeyBanc bleiben mit ihren Einstufungen („Underperform“ bei einem Kursziel von 263,66 US-Dollar bzw. „Underweight“ mit Ziel 250 US-Dollar) weiterhin skeptisch und verweisen darauf, dass lange Wartezeiten beim Falt-Modell angesichts knapper Bauteile keine Überraschung darstellten.
Für Investoren richtet sich der Blick nun darauf, wie schnell die Auftragsfertiger die Produktion des neuen Formfaktors hochfahren können, um die hohe Kaufbereitschaft im laufenden Schlussquartal vollständig in bilanzwirksame Umsätze umzumünzen.