3M-Aktie: Starkes Gewinnplus und höhere Jahresprognose

Rotes 3M-Logo geprägt auf weißem Papier.
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Der US-Mischkonzern 3M (ISIN: US88579Y1010) erntet die Früchte seiner tiefgreifenden Restrukturierung und meldet ein starkes drittes Quartal. Getrieben von Effizienzsteigerungen, strikter Kostendisziplin und neuen Impulsen im Bereich der Rechenzentrums-Infrastruktur gelang dem Traditionsunternehmen aus Saint Paul, Minnesota, ein massiver Gewinnsprung. Das Management nahm die überzeugenden Zahlen zum Anlass, die Jahresziele zum zweiten Mal in Folge nach oben zu schrauben.

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3M im dritten Quartal: Nettogewinn schießt um 65 Prozent nach oben

Im abgelaufenen dritten Jahresviertel konnte 3M seine Profitabilität spürbar ausbauen. Der auf die Aktionäre entfallende Reingewinn nach US-Bilanzierungsstandards (GAAP) kletterte im Jahresvergleich von 834 Millionen US-Dollar um fast 65 Prozent auf 1,37 Milliarden US-Dollar (beziehungsweise 2,63 US-Dollar je Aktie). Begünstigt wurde dieses Ergebnis unter anderem durch einen positiven Bewertungseffekt aus der Beteiligung an der ausgegliederten Gesundheitssparte Solventum.

Doch auch operativ überzeugte der Industriekonzern die Wall Street. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Adjusted EPS) legte um 12 Prozent auf 2,50 US-Dollar zu und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von rund 2,38 bis 2,39 US-Dollar deutlich. Die bereinigte operative Marge weitete sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 110 Basispunkte auf starke 26,2 Prozent aus. Beim Umsatz verzeichnete 3M auf bereinigter Basis ein Plus von 4,2 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar, wobei das organische Wachstum 3,3 Prozent betrug. Haupttreiber war die größte Konzernsparte Safety & Industrial, deren Erlöse auf 3,18 Milliarden US-Dollar zulegten.

Konzernchef William Brown hebt Prognose für 2026 erneut an

Angesichts der verbesserten Margen und einer beschleunigten Produktivität im Zuge des Konzernumbaus zeigt sich Vorstandschef William Brown zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf. 3M hob die Prognose für den bereinigten Jahresgewinn auf 9,10 bis 9,15 US-Dollar je Aktie an. Zuvor hatte die Zielspanne bei 8,80 bis 8,95 US-Dollar gelegen, während der Marktkonsens im Schnitt mit etwa 8,93 bis 8,94 US-Dollar gerechnet hatte.

Neben den operativen Fortschritten und Preiserhöhungen, mit denen 3M gestiegene Rohstoff- und Energiekosten in Höhe von rund 185 Millionen US-Dollar kompensiert, trägt auch eine Anpassung der Bilanzierungsmethodik für immaterielle Vermögenswerte zum höheren Ausblick bei. Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert der Konzern weiterhin mit einem bereinigten organischen Umsatzwachstum von über 3,5 Prozent sowie einem bereinigten freien Cashflow von rund 4,8 Milliarden US-Dollar.

KI-Fantasie bei 3M: Milliarden-Deal mit Amazon für Rechenzentren

Zusätzlichen Rückenwind erhält das Unternehmen durch den weltweiten Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Infrastruktur. 3M gab den Ausbau seiner strategischen Partnerschaft mit Amazon beziehungsweise der Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) bekannt. Im Zentrum steht dabei die Skalierung und Bereitstellung von optischen Verbindungstechnologien (Expanded Beam Optical) für die Rechenzentren des Tech-Giganten.

Im Rahmen der erweiterten Kooperation gewährt 3M einer Amazon-Tochtergesellschaft Optionsscheine (Warrants) zum Erwerb von bis zu 3,16 Millionen 3M-Aktien zu einem Ausübungspreis von 164,89 US-Dollar über eine Laufzeit von sieben Jahren. Der überwiegende Teil dieser Optionen wird erst dann vollständig fällig, wenn Amazon Rechenzentrums-Produkte im Gesamtwert von 6 Milliarden US-Dollar bei 3M abnimmt. Allein im bisherigen Jahresverlauf erzielte 3M im Geschäft mit Rechenzentren bereits Erlöse von rund 700 Millionen US-Dollar.

Reaktion der 3M-Aktie und aktuelle Analystenstimmen

An der Heimatbörse, der New York Stock Exchange (NYSE), sorgten das Zahlenwerk und die strategischen Perspektiven zunächst für deutliche Kauflaune. Nachdem das Papier am gestrigen Tag der Bilanzvorlage um rund 5,8 Prozent nach oben gesprungen war und bei 171,37 US-Dollar geschlossen hatte, konsolidiert die 3M-Aktie zur Wochenmitte auf diesem erhöhten Niveau. Gegen Mittag (US-Ostküstenzeit) notierte der Anteilsschein im New Yorker Handel nahezu unverändert mit einem minimalen Abschlag von 0,1 Prozent bei 171,35 US-Dollar.

Die jüngsten Ergebnisse riefen umgehend zahlreiche Analysten auf den Plan. Die US-Großbank JPMorgan bestätigte ihre Einstufung auf „Overweight“ und schraubte das Kursziel von 185 auf 191 US-Dollar nach oben. Die Experten lobten insbesondere die Fortschritte beim Turnaround sowie das verbesserte Verhältnis von Chancen und Risiken. Auch das Analysehaus Bernstein zeigte sich optimistischer und hob das Kursziel von 171 auf 197 US-Dollar an (Einstufung „Market Perform“), während RBC Capital das Ziel zwar leicht von 132 auf 135 US-Dollar erhöhte, mit dem Votum „Underperform“ jedoch weiterhin skeptisch bleibt.