Warum die Tech-Giganten plötzlich hinterherlaufen

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Sie haben sich vielleicht daran gewöhnt, dass die großen Tech-Namen – oft „Mag 7“ genannt – immer vorneweg marschieren. Gemeint sind die sieben riesigen US-Technologiekonzerne, die in den letzten Jahren den Markt angetrieben haben.

Doch 2025 ist etwas Neues passiert: Zum ersten Mal seit Langem läuft der breite Markt besser als diese Tech-Schwergewichte.

Wenn das Geld die Richtung wechselt

An der Börse spricht man von „Rotation“, wenn Kapital von einem Bereich in einen anderen fließt. Übersetzt heißt das: Anleger nehmen Geld aus sehr teuren, stark gelaufenen Aktien und stecken es in günstigere oder lange vernachlässigte Branchen. Genau das sehen wir jetzt. Geld wandert aus Tech heraus und in Bereiche wie Industrie, Banken und Gesundheitsfirmen.

Das Kuriose: Die Tech-Firmen liefern weiter ordentliche Gewinne. Gewinne sind das Geld, das nach allen Kosten übrig bleibt. Trotzdem steigen die Kurse nicht entsprechend. Der Grund liegt in der Bewertung.

Viele dieser Aktien waren extrem hoch bewertet, also sehr teuer im Verhältnis zu ihren Gewinnen. Dieses Verhältnis nennt man Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Wenn das KGV fällt, heißt das: Der Markt ist nicht mehr bereit, so viel für jeden Euro Gewinn zu zahlen wie zuvor. Genau das passiert gerade im Tech-Sektor.

Während Tech an Glanz verliert, gewinnen andere Branchen an Aufmerksamkeit. Industriefirmen profitieren von Investitionen in Infrastruktur, Banken von stabilen Zinsen, und Gesundheitsunternehmen von einer alternden Bevölkerung. Diese Sektoren waren lange im Schatten der Tech-Riesen und holen jetzt auf.

Was das für Sie als Aktionär bedeutet

Die große Botschaft ist simpel: Der Markt wird wieder breiter. Statt nur auf ein paar Stars zu setzen, verteilt sich das Interesse auf viele Schultern. Für Ihr Depot heißt das mehr Bewegung außerhalb der üblichen Verdächtigen. Wer nur auf die Tech-Giganten schaut, verpasst möglicherweise, wo gerade neue Chancen entstehen.

Am Ende zeigt 2025/26 vor allem eines: Trends an der Börse sind keine Einbahnstraße. Manchmal lohnt es sich, den Blick vom Scheinwerferlicht auf die Bühne dahinter zu richten.