Verizon: Was starke Zahlen für die Dividende bedeuten

Verizon: Was starke Zahlen für die Dividende bedeuten
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Verizon hat starke Zahlen für das 2. Quartal 2026 vorgelegt. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg, der freie Cashflow legte kräftig zu und das Management erhöhte erneut seine Jahresprognose. Gleichzeitig bietet die Aktie derzeit eine Dividendenrendite von 6,1%.

Für Sie als Dividenden-Anleger stellt sich deshalb die Frage, was die verbesserte Geschäftsentwicklung für die hohe Ausschüttung bedeutet. Besonders aufschlussreich ist dabei der deutlich gestiegene freie Cashflow.

Das Kerngeschäft gewinnt an Schwung

Verizon gehört zu den größten Telekommunikationskonzernen der USA. Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Mobilfunk- und Breitbandanschlüssen. Diese Geschäfte erfordern hohe Investitionen in Netze und Frequenzen, bringen dafür aber vergleichsweise regelmäßige Einnahmen.

Im 2. Quartal stieg der Umsatz mit Mobilfunk- und Breitbanddiensten um 2,8% auf 23,4 Mrd. US-Dollar. Verizon gewann netto 184.000 Mobilfunkvertragskunden hinzu. Im Privatkundengeschäft war dies das beste 2. Quartal seit fünf Jahren. Hinzu kamen 348.000 neue Breitbandanschlüsse.

Der Gesamtumsatz sank zwar um 0,7% auf 34,3 Mrd. US-Dollar. Verantwortlich war vor allem das schwächere Geschäft mit Mobilfunkgeräten, während sich die regelmäßigen Einnahmen aus Mobilfunk- und Breitbanddiensten positiv entwickelten.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um 6,6% auf 1,30 US-Dollar. Der ausgewiesene Gewinn fiel dagegen wegen Sonderaufwendungen von insgesamt 1,8 Mrd. US-Dollar um 22% auf 0,92 US-Dollar.

Für die Beurteilung der Dividende ist jedoch eine andere Kennzahl entscheidender: der freie Cashflow.

Der freie Cashflow deckt die Dividende deutlich

Telekommunikationskonzerne müssen fortlaufend hohe Beträge in ihre Netze investieren. Der Gewinn allein zeigt deshalb nur eingeschränkt, wie viel Geld nach diesen Investitionen tatsächlich für Dividenden und den Abbau von Schulden zur Verfügung steht. Aussagekräftiger ist der freie Cashflow.

Hier hat sich Verizon deutlich verbessert. Im 1. Halbjahr stieg der freie Cashflow um 16% auf 10,2 Mrd. US-Dollar. Allein im 2. Quartal legte er um 24,4% auf 6,4 Mrd. US-Dollar zu. Dem standen im 1. Halbjahr Dividendenzahlungen von rund 5,9 Mrd. US-Dollar gegenüber.

Damit lag die Ausschüttungsquote gemessen am freien Cashflow bei rund 58%. Die Dividende war im 1. Halbjahr somit komfortabel durch den freien Cashflow gedeckt. Auch für das Gesamtjahr zeichnet sich eine positive Entwicklung ab: Das Management erhöhte seine Prognose zum zweiten Mal in Folge und erwartet für 2026 ein Wachstum des freien Cashflows von 9 bis 10%. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um 6 bis 7% steigen.

Auch die Dividendenhistorie spricht für Verlässlichkeit. Verizon erhöht seine Ausschüttung seit 21 Jahren in Folge und hat sie seit 24 Jahren nicht mehr gesenkt. Die jährlichen Steigerungen fallen zwar meist gering aus. Dafür bietet die Aktie bereits eine hohe laufende Rendite.

Die Nettoverschuldung von 128,7 Mrd. US-Dollar bleibt dennoch ein wichtiger Risikofaktor. Sie entsprach Ende des 2. Quartals dem 2,5-Fachen des bereinigten operativen Ergebnisses. Der kräftige freie Cashflow relativiert dieses Risiko derzeit. Die hohe Verschuldung begrenzt aber weiterhin den finanziellen Spielraum und macht Verizon anfälliger für steigende Finanzierungskosten.

Hinzu kommt das überschaubare Wachstum des Telekommunikationsgeschäfts. Der Wettbewerb mit AT&T und T-Mobile US bleibt intensiv, während Ausbau und Modernisierung der Netze weiterhin hohe Investitionen verlangen. Die Dividende erscheint damit solide finanziert. Größere Dividendensteigerungen dürften unter diesen Voraussetzungen jedoch schwierig bleiben.

Was bedeutet das für Sie als Dividenden-Anleger?

Die Zahlen des 2. Quartals unterstreichen, dass Verizon seine Dividende weiterhin aus dem laufenden Geschäft finanzieren kann. Der freie Cashflow übersteigt die Ausschüttung deutlich und soll 2026 weiter wachsen. Eine konkrete Gefährdung der Dividende lässt sich derzeit nicht erkennen.

Die hohe Verschuldung und das begrenzte langfristige Wachstum sollten Sie dennoch im Blick behalten. Verizon verbindet eine Dividendenrendite von 6,1% mit einer verlässlichen Ausschüttung, bietet dafür aber voraussichtlich nur geringe Dividendensteigerungen.

Für Sie als Dividenden-Anleger kommt es deshalb darauf an, ob Ihnen die hohe Anfangsrendite wichtiger ist als ein dynamisches Dividendenwachstum.