US-Midterms: Trump-Trades oder profitieren grüne Aktien?

Straßenschilder mit Wall Street und Broad Street vor unscharfer amerikanischer Flagge.
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Unmittelbar vor den richtungsweisenden US-Zwischenwahlen am Dienstag, den 3. November 2026, richten sich die Blicke der globalen Finanzwelt auf Washington. Bei den sogenannten Midterms werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Für US-Präsident Donald Trump stellt der Urnengang eine entscheidende Zwischenbilanz seiner aktuellen Amtszeit dar.

Während an den europäischen Handelsplätzen wie Xetra und Frankfurt sowie im vorbörslichen US-Handel am Vormittag bereits eine spürbare Belebung mit moderaten Kursgewinnen bei den großen US-Indizes zu beobachten ist, wägen Investoren genau ab: Setzen sich die klassischen „Trump-Trades“ durch oder schlägt die Stunde jener Branchen, die von einem Machtwechsel im Kongress profitieren?

Trump-Trades im Fokus: Energie-, Finanz- und Rüstungsaktien vor den US-Midterms

Aktuell kontrollieren die Republikaner beide Kammern des US-Kongresses. Sollte es der Partei gelingen, ihre Mehrheiten bei den Kongresswahlen zu verteidigen, dürfte dies der wirtschaftspolitischen Agenda der Regierung weiteren Rückenwind verleihen. Im Zentrum der sogenannten Trump-Trades stehen vor allem Vorhaben zur weiteren Deregulierung, dauerhafte Steuersenkungen für Unternehmen sowie eine konsequente Förderung heimischer fossiler Brennstoffe.

Von einer Bestätigung der republikanischen Vorherrschaft würden an der New Yorker Wall Street sowie im hiesigen Handel auf Xetra insbesondere traditionelle Energiewerte profitieren. Branchenriesen wie ExxonMobil (ISIN: US30231G1022) stehen exemplarisch für den Kurs, regulatorische Hürden bei der Öl- und Gasförderung weiter abzubauen.

Auch der Finanzsektor blickt gespannt auf das Wahlergebnis: Großbanken wie JPMorgan Chase (ISIN: US46625H1005) zählen zu den Favoriten, wenn es um eine Lockerung strenger Kapital- und Aufsichtsvorschriften geht. Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und hoher Verteidigungsausgaben bleiben zudem klassische Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin (ISIN: US5398301094) ein fester Bestandteil republikanisch orientierter Anlagestrategien.

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Chancen bei Machtwechsel: Erneuerbare Energien und Infrastrukturwerte

Die politische Ausgangslage vor dem Wahltag gestaltet sich jedoch äußerst eng. Belastet durch hartnäckige Inflationssorgen und gestiegene Lebenshaltungskosten der US-Bürger deuten zahlreiche Wahlprognosen darauf hin, dass die Demokraten mindestens das Repräsentantenhaus – möglicherweise sogar beide Kammern – zurückerobern könnten.

Ein solcher Machtwechsel im Kongress würde die Karten für bestimmte Börsensektoren neu mischen. Zwar behält Präsident Trump sein präsidiales Vetorecht und kann in Bereichen wie der Zoll- und Außenpolitik weiterhin per Dekret agieren, doch ein demokratisch geführter Kongress würde die Budgethoheit übernehmen und zentrale Ausschüsse besetzen.

Als klare Profiteure eines demokratischen Wahlerfolgs gelten an der Börse vor allem Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien sowie Infrastrukturwerte. Ein stärkerer Einfluss der Demokraten dürfte bestehende Förderprogramme für grüne Technologien und den Ausbau sauberer Stromnetze vor Kürzungen schützen.

Titel wie der Solarmodulhersteller First Solar (ISIN: US3364331070) oder der auf Wind- und Solarenergie spezialisierte Versorger NextEra Energy (ISIN: US65339F1012) könnten in einem solchen Szenario deutlichen Auftrieb erhalten. Ebenso rücken klassische Infrastruktur- und Bauausrüster wie Caterpillar (ISIN: US1491231015) in den Fokus, da parteiübergreifende Kompromisse in einem geteilten Washington traditionell am ehesten bei staatlichen Infrastrukturprojekten zustande kommen.

Historische Börsenmuster: Warum die Wall Street den politischen Stillstand liebt

Unabhängig davon, welches politische Lager am Dienstagabend triumphiert, sollten sich Anleger nicht zu einseitigen Wahlwetten hinreißen lassen. Ein Blick auf die historische Marktentwicklung rund um die US-Midterms liefert ein bemerkenswert klares Bild: Während die Aktienmärkte im Vorfeld der Zwischenwahlen aufgrund der politischen Unsicherheit oft zu erhöhter Volatilität und Zurückhaltung neigen, folgt nach dem Wahltag meist eine kräftige Erleichterungsrallye.

Historische Auswertungen für den breit gefassten US-Leitindex S&P 500 (ISIN: US78378X1072) belegen, dass US-Aktien in den zwölf Monaten nach einer Zwischenwahl seit 1950 ausnahmslos positiv abgeschnitten haben. Auch die kurzfristige Bilanz zum Jahresende kann sich sehen lassen: In über 80 Prozent aller Midterm-Jahre verzeichneten die US-Börsen im vierten Quartal sowie in den darauffolgenden zwei Quartalen deutliche Kursgewinne.

Der Grund für dieses Phänomen liegt in der Natur der Finanzmärkte. Börsianer fürchten nichts mehr als unkalkulierbare Rahmenbedingungen. Sobald die Stimmen ausgezählt sind, weicht die Unsicherheit klareren Verhältnissen. Führt die Wahl – wie es in fast 90 Prozent der historischen Fälle geschah – zu Sitzverlusten der Regierungspartei und damit zu einem geteilten Kongress, entsteht ein politischer Stillstand („Gridlock“). Was politisch wie eine Blockade wirkt, wird an der Wall Street oft mit Beifall aufgenommen: Radikale Gesetzesinitiativen, tiefgreifende Steuererhöhungen oder abrupte regulatorische Eingriffe sind in einer solchen Pattsituation kaum durchsetzbar.

Für Investoren bedeutet dies, dass nach dem Abebben der ersten Wahlschlacht vor allem die fundamentalen Faktoren – wie die laufende Berichtssaison der Technologiekonzerne und die Zinspolitik der US-Notenbank – sowie die anstehenden Haushaltsverhandlungen wieder den langfristigen Takt an den Börsen vorgeben werden.

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.