SpaceX nach dem Raketen-Erfolg: Beginnt jetzt die Rally?

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SpaceX liefert den nächsten Meilenstein. Im September gelang es dem Raumfahrtkonzern erstmals, seine Starship-Rakete erfolgreich in eine Erdumlaufbahn zu bringen und dabei 26 Starlink-Satelliten zu transportieren. Für das Unternehmen könnte dieser Erfolg weitreichende wirtschaftliche Folgen haben.

An der Börse sorgt das für neue Fantasie, nachdem die Aktie seit ihrem Börsengang erheblich an Wert verloren hatte. Doch bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,2 Billionen US-Dollar stellt sich die Frage, wie viel zukünftiger Erfolg bereits eingepreist ist.

Warum Starship für SpaceX so wichtig ist

Der erfolgreiche Orbitalflug ist weit mehr als ein technischer Fortschritt. Entscheidend ist, dass SpaceX damit der kommerziellen Nutzung seiner größten Rakete einen wichtigen Schritt näherkommt.

Starship soll in seiner wiederverwendbaren Konfiguration mehr als 100 Tonnen Nutzlast in die Erdumlaufbahn transportieren können. Damit könnte SpaceX die Kosten pro transportiertem Kilogramm erheblich reduzieren und gleichzeitig größere Satellitenkonstellationen und komplexere Raumfahrtprojekte ermöglichen.

Besonders wichtig ist das für Starlink. Das Satelliteninternet benötigt kontinuierlich neue Satelliten, um bestehende Kapazitäten auszubauen und ältere Modelle zu ersetzen. Je günstiger SpaceX diese Satelliten transportieren kann, desto attraktiver wird langfristig das Geschäftsmodell.

Der Konzern könnte damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausbauen. Während andere Satellitenbetreiber Startkapazitäten einkaufen müssen, kontrolliert SpaceX sowohl die Raketen als auch einen großen Teil der dazugehörigen Infrastruktur.

Allerdings sollte ein erfolgreicher Orbitalflug nicht mit einem vollständig funktionierenden kommerziellen System verwechselt werden. Entscheidend werden künftig die Zuverlässigkeit, die Wiederverwendbarkeit und die tatsächlichen Startkosten sein.

Erst wenn Starship regelmäßig fliegt und dabei wirtschaftlich betrieben werden kann, wird aus dem technischen Erfolg ein nachhaltiger finanzieller Vorteil.

2,2 Billionen US-Dollar verlangen außergewöhnliches Wachstum

Die Erwartungen an SpaceX sind inzwischen enorm. Elon Musk hält langfristig sogar einen Jahresumsatz von 1 Billion US-Dollar für möglich. Auch optimistische Prognosen rechnen damit, dass der Konzern bis Anfang der 2030er-Jahre eine vergleichbare Größenordnung erreichen könnte.

Solche Erwartungen erklären, warum Investoren bereit sind, dem Unternehmen bereits heute einen außergewöhnlich hohen Börsenwert zuzugestehen.

Allerdings ist der Unterschied zwischen Umsatzpotenzial und tatsächlicher Profitabilität entscheidend. SpaceX investiert weiterhin enorme Summen in Raketenentwicklung, Satelliteninfrastruktur und weitere Technologien. Gleichzeitig arbeitet der Konzern noch nicht nachhaltig profitabel.

Eine Marktkapitalisierung von rund 2,2 Billionen US-Dollar lässt deshalb wenig Raum für größere Enttäuschungen. Selbst wenn Starship erfolgreich wird, muss SpaceX anschließend beweisen, dass sich die gewaltigen Investitionen in entsprechend hohe Gewinne und Cashflows umwandeln lassen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Die ambitionierten Wachstumsziele setzen voraus, dass sich die Nachfrage nach Satelliteninternet, kommerziellen Raumfahrtmissionen und neuen Anwendungen tatsächlich in der erwarteten Geschwindigkeit entwickelt.

SpaceX besitzt zweifellos erhebliche technologische Vorteile. Doch auch ein technologisch führendes Unternehmen kann eine schlechte Aktienanlage sein, wenn der Einstiegspreis bereits zu viele zukünftige Erfolge vorwegnimmt.

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Der Tageschart zeigt eine erste Erholung

Der Tageschart verdeutlicht die schwierige Ausgangslage. Nach dem Börsengang schoss die SpaceX-Aktie zunächst auf mehr als 220 US-Dollar, bevor eine ausgeprägte Abwärtsbewegung einsetzte.

(Quelle: Tradingview.com)

Anfang August erreichte der Kurs schließlich ein Tief im Bereich von ungefähr 105 US-Dollar. Seitdem hat sich das technische Bild allerdings verbessert. Die Aktie konnte sich stabilisieren und bildete anschließend mehrere höhere Tiefpunkte.

Im September bewegte sich der Kurs überwiegend zwischen 140 und 155 US-Dollar. Anfang Oktober gelang schließlich ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung, der die Aktie kurzfristig bis auf ungefähr 175 US-Dollar führte.

Inzwischen ist SpaceX auf rund 162 US-Dollar zurückgefallen. Damit befindet sich die Aktie in einer wichtigen Bewährungsphase.

Der Bereich zwischen 150 und 155 US-Dollar könnte nun als Unterstützung dienen. Dort verlief zuvor die obere Begrenzung der mehrwöchigen Konsolidierung. Solange diese Zone hält, bleibt der jüngste Ausbruch technisch intakt.

Für eine Fortsetzung der Erholung müsste SpaceX zunächst wieder über 170 bis 175 US-Dollar steigen. Dann wäre der Weg in Richtung 190 US-Dollar grundsätzlich offen. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte anschließend die Marke von 200 US-Dollar in den Fokus rücken.

Fundamental bleibt die Situation anspruchsvoller. Starship könnte SpaceX langfristig einen erheblichen Wachstumsschub ermöglichen. Gleichzeitig setzt die aktuelle Bewertung bereits voraus, dass aus technologischen Fortschritten ein außergewöhnlich profitables Geschäft entsteht.

Der erfolgreiche Orbitalflug ist deshalb ein wichtiger Meilenstein, aber noch kein Beweis dafür, dass die Aktie günstig ist. Während der Tageschart erste Anzeichen einer Trendwende liefert, muss SpaceX wirtschaftlich erst noch in seine enorme Bewertung hineinwachsen.