SpaceX-Aktie vor Q3-Zahlen: Gelingt der Sprung in den Gewinn?
Für Anleger der Space Exploration Technologies Corp., kurz SpaceX (ISIN: US84615Q1031), steht eine richtungsweisende Handelswoche bevor. Am morgigen Dienstag, den 20. Oktober 2026, öffnet das von Elon Musk geführte Raumfahrt-, Telekommunikations- und KI-Unternehmen nach US-Börsenschluss seine Bücher für das dritte Quartal.
Nach dem historischen Börsengang im Juni 2026 handelt es sich um den zweiten vollständigen Quartalsbericht des Konzerns – und dieser könnte einen entscheidenden Wendepunkt markieren: Die Wall Street rechnet erstmals seit dem IPO mit dem Sprung in die Gewinnzone auf bereinigter Basis.
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SpaceX-Aktie im Fokus: Die Erwartungen der Wall Street
Die Konsensschätzungen der Analysten zeugen von einer enormen Wachstumsdynamik. Im Durchschnitt erwarten Marktbeobachter für das abgelaufene dritte Quartal einen Umsatzsprung um rund 65 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf etwa 12,89 bis 13,0 Milliarden US-Dollar (nach 7,81 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal).
Besonders genau blicken Investoren auf die Ertragskraft: Nachdem im Vorquartal unter dem Strich noch ein Nettoverlust von rund 540 Millionen US-Dollar (beziehungsweise ein Verlust von 0,09 US-Dollar je Aktie) verbucht wurde, prognostizieren Experten nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS) in einer Spanne von etwa 0,14 bis 0,17 US-Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) wird im Bereich von 6,6 bis 7,5 Milliarden US-Dollar erwartet.
An der Börse herrscht vor der Veröffentlichung dennoch eine spürbare Nervosität. Nachdem die SpaceX-Aktie an ihrem Heimatmarkt, der US-Technologiebörse Nasdaq, am vergangenen Freitag bei 146,03 US-Dollar aus dem Handel ging, summiert sich der Kursrückgang auf Monatssicht auf über zehn Prozent. Im vorbörslichen US-Handel am Montagvormittag (Ortszeit) notierte das Papier leicht schwächer im Bereich von 147,44 US-Dollar, während die Aktie im deutschen Handel auf Xetra am späten Vormittag bei 131,50 Euro gehandelt wurde.
KI-Infrastruktur und Starlink als zentrale Wachstumstreiber für SpaceX
Verantwortlich für den erwarteten Umsatzschub ist vor allem die tiefgreifende Transformation des Geschäftsmodells. Nach der Integration von xAI im Frühjahr 2026 ist SpaceX längst kein reines Raumfahrtunternehmen mehr, sondern agiert zunehmend als gigantischer Anbieter von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI).
- KI-Rechenleistung (AI Compute): Seit Juli befinden sich milliardenschwere Großaufträge zur Bereitstellung von Rechenkapazitäten – unter anderem mit namhaften Partnern wie Google und Anthropic – in der aktiven Umsetzung. Analysten schätzen, dass der Umsatz der KI-Sparte im dritten Quartal um rund 150 Prozent auf 6,4 bis über 7 Milliarden US-Dollar hochgeschnellt ist, womit das Segment erstmals zur größten Einnahmequelle des Konzerns aufsteigen würde.
- Starlink (Connectivity): Das Satelliten-Internetgeschäft bleibt derweil der verlässliche Cashflow-Garant. Der Umsatz in diesem Segment wird auf knapp 4,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zudem treibt SpaceX die Expansion im Bereich der direkten Mobilfunkanbindung (Direct-to-Mobile) voran, was jüngst Anfang Oktober durch den angekündigten Erwerb landesweiter 800-MHz-Mobilfunkfrequenzen von Grain Management untermauert wurde.
- Raumfahrt (Space): Auch operativ liefert das Kerngeschäft wichtige Impulse für langfristig sinkende Startkosten. Ende September gelang beim 14. Testflug des Großraketensystems Starship erstmals der erfolgreiche Einschuss in den Orbit inklusive des Aussetzens von 26 Starlink-Satelliten der dritten Generation.
Milliarden-Investitionen bei SpaceX: Belastungsprobe für den Cashflow
Trotz der beeindruckenden Wachstumszahlen bei Umsatz und operativem Geschäft liegt das größte Konfliktpotenzial für die SpaceX-Aktie auf der Ausgabenseite. Um das Ziel von zwei Gigawatt an terrestrischer Rechenkapazität bis Ende 2026 zu erreichen, investiert das Unternehmen in einem beispiellosen Tempo in Rechenzentren und GPU-Cluster.
Bereits im zweiten Quartal sorgten Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von 18,4 Milliarden US-Dollar – wovon allein 15,8 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur flossen – für einen deutlichen Kursrücksetzer. Für das dritte Quartal kalkulieren Marktexperten nun sogar mit einem Anstieg der Investitionen auf rund 19,6 Milliarden US-Dollar sowie einem negativen freien Cashflow (Free Cashflow) von etwa 11,6 Milliarden US-Dollar.
Für Anleger wird bei der Ergebnispräsentation und dem anschließenden Webcast des Managements am Dienstagabend daher eine Frage im Mittelpunkt stehen: Kann die Unternehmensführung rund um Elon Musk einen klaren Zeitplan aufzeigen, wann die Investitionswelle ihren Höhepunkt überschreitet und sich die massiven Ausgaben in nachhaltige, freie Mittelzuflüsse verwandeln? Ein überzeugender Ausblick zur Kapitaldisziplin dürfte für die weitere Kursentwicklung der SpaceX-Aktie weitaus entscheidender sein als das reine Übertreffen der Umsatzerwartungen.
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.