RTX-Aktie: Starkes Q3 und Rekordaufträge stützen Ausblick
Der US-Luftfahrt- und Verteidigungskonzern RTX Corporation (ehemals Raytheon Technologies, ISIN: US75513E1010) hat für das dritte Quartal 2026 überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt. Getrieben von einer ungebrochen hohen Nachfrage in der zivilen Luftfahrt sowie vollen Auftragsbüchern im globalen Rüstungsgeschäft konnte das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn kräftig zulegen. Zudem schraubte das Management die Prognose für das Gesamtjahr weiter nach oben.
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RTX im 3. Quartal: Deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn
Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte RTX den Konzernumsatz im Vorjahresvergleich um über 11 Prozent auf 24,97 Milliarden US-Dollar (organisches Wachstum: 12 Prozent). Damit übertraf der Branchenriese die durchschnittlichen Erwartungen der Wall-Street-Analysten, die im Vorfeld mit Erlösen von rund 24,10 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten.
Auch auf der Ergebnisseite verzeichnete der Konzern signifikante Zuwächse: Der verwässerte Gewinn je Aktie nach allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen (GAAP) kletterte von 1,41 US-Dollar im Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 1,89 US-Dollar. Der Nettogewinn belief sich auf rund 2,58 Milliarden US-Dollar. Auf bereinigter Basis (Adjusted EPS) erwirtschaftete RTX 2,26 US-Dollar je Anteilsschein – ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von 1,78 US-Dollar. Hierbei profitierte das Ergebnis unter anderem von einem positiven Sondereffekt in Höhe von 0,25 US-Dollar je Aktie im Zusammenhang mit Kostenerstattungen nach dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Der freie Cashflow (Free Cash Flow) lag im Berichtszeitraum bei starken 2,12 Milliarden US-Dollar.
Rekord-Auftragsbestand: Triebwerke und Rüstung als Wachstumstreiber
Die operative Stärke von RTX stützt sich auf alle drei zentralen Unternehmenssparten, die im dritten Quartal jeweils zweistellige Wachstumsraten erzielten:
- Pratt & Whitney: Die Triebwerkssparte steigerte den Umsatz um 10 Prozent auf 9,23 Milliarden US-Dollar. Insbesondere das lukrative Wartungs- und Ersatzteilgeschäft (Aftermarket) bei kommerziellen Flugzeugtriebwerken sorgte für Rückenwind und kompensierte Belastungen aus einer Kundeninsolvenz.
- Collins Aerospace: Der Zulieferer für Luftfahrtsysteme verzeichnete ebenfalls ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 8,38 Milliarden US-Dollar. Sowohl das Geschäft mit Erstausrüstungen als auch der Nachrüstmarkt (plus 16 Prozent im kommerziellen Sektor) stützten die operative Marge.
- Raytheon: Die Verteidigungssparte wuchs beim Umsatz sogar um 14 Prozent auf 8,03 Milliarden US-Dollar. Maßgeblich hierfür war das hohe Produktionsvolumen bei Marineprogrammen sowie Land- und Luftverteidigungssystemen wie Patriot, Standard Missile, Tomahawk und AMRAAM.
Durch Neuaufträge im Wert von über 81 Milliarden US-Dollar allein im abgelaufenen Quartal schwoll der gesamte Auftragsbestand (Backlog) von RTX auf ein neues Rekordniveau von 340 Milliarden US-Dollar an – ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfallen 176 Milliarden US-Dollar auf den kommerziellen Luftfahrtsektor und 164 Milliarden US-Dollar auf das Verteidigungsgeschäft.
RTX-Aktie im Fokus: Prognoseerhöhung und aktuelle Marktreaktion
Angesichts der starken operativen Entwicklung hat der Vorstand die Jahresziele für 2026 erneut angehoben. RTX rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem bereinigten Umsatz zwischen 97,0 und 97,5 Milliarden US-Dollar (zuvor: 95,0 bis 96,0 Milliarden US-Dollar). Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll in einer Spanne von 7,65 bis 7,75 US-Dollar landen, nachdem zuvor 7,10 bis 7,25 US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Die Prognose für den freien Cashflow wurde auf rund 9,0 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert.
An der Leitbörse New York Stock Exchange (NYSE) sowie an den europäischen Handelsplätzen reagierten Anleger trotz des starken Zahlenwerks und der Prognoseanhebung zuletzt verhalten. Nachdem die RTX-Aktie unmittelbar nach der Zahlenvorlage zunächst freundlich tendiert hatte, setzten im weiteren Wochenverlauf leichte Gewinnmitnahmen ein, sodass das Papier im US-Handel moderat nachgab und auch am deutschen Markt am Vormittag in einer ruhigen Seitwärtsbewegung verharrte. Marktbeobachter führen die gedämpfte Kursreaktion vor allem darauf zurück, dass viele positive Impulse aus dem Rüstungsboom bereits im Vorfeld eingepreist waren und Investoren das hohe Bewertungsniveau im Sektor zunehmend selektiv betrachten. Fundamental bleibt RTX dank des historischen Auftragsbestands jedoch langfristig hervorragend positioniert.